Vorschulzeit – Zwei

Auffällig ist, und derart eindeutig, dass es nicht erörtert werden muss, dass ich in der Erinnerung dieses Zimmer meist aus der Perspektive des im Bett liegenden Kindes wahrnehme und kaum aus dem Blickwinkel etwa eines in das Zimmer Tretenden. Das Bett steht links von der Tür, mit dem Fußende zur Tür, deren Rahmen direkt an die rechte Wand anschließt. An dieser rechten Wand steht eine Liege mit einem schwarz-gelb gemustertem derben Bezug, der kratzt, so dass es immer mindestens einige Minuten dauert, bis ich mich darauf einigermaßen behaglich fühle.

Mit Bett und Liege und Tür sind diese Wände fast bis auf den Millimeter ausgenutzt, was auf ein sehr kleines Zimmer verweist. Wie für Kindheitserinnerungen üblich erscheint es mir jedoch geräumig, oft sogar, weil die Einrichtung mit den erwähnten Möbelstücken fast vollständig erwähnt ist, weitläufig, ja, kahl. In meiner Erinnerung steht ständig, was real nicht zutrifft, vor dem Fenster gegenüber der Tür, das nicht wie diese völlig an die rechte Wand reicht, ein großer robuster Tisch. Mein Vater hat ihn restauriert oder sogar selbst gezimmert sowie lackiert in einem glänzendem Dunkelgrün, das ich nie wieder bei einem Möbelstück sehe. Dies jedoch erst, als wir schon einige Jahre in dieser Wohnung wohnen. Ich finde dieses Grün derart schön, dass mich jede Decke auf dem Tisch insgeheim ärgert.

Dann steht in der dunklen Ecke schräg gegenüber der Tür und direkt gegenüber dem Bett eine Kommode, die jedoch schon geraume Zeit vor dem Umzug als Werkzeug- und Materialschrank von meinen Vater im Keller genutzt wird. Stattdessen wird, und schräg in den Raum hinein, um diese Ecke nicht völlig leer erscheinen zu lassen, ein kleiner Schrank in mein Zimmer gestellt, der zur Hälfte aus einem einzigem großem Fach mit einer gläsernen Schiebetür davor besteht. Schließlich lag längere Zeit ein kleiner Teppich in der Zimmermitte und wenn ich jetzt noch den Stuhl vor meinem Tisch erwähne, ist die Einrichtung des Kinderzimmers beschrieben, in dem ich etwa vom drittem bis zum zehntem Lebensjahr lebe.

Die Wohnung, in der ich immer wieder nach dem Aufwachen von dem Farbenspiel neben meinen Bett bezaubert bin, ist die zweite Wohnung, in der ich in meinem Leben lebe, aber an die erste kann ich mich nicht erinnern. Es gibt Fotos, auf denen, wie mir Leute versichern, die ich in diesem Kontext als glaubwürdig ansehen muss, unter anderem und unter anderen ich als Baby zu sehen bin, aber es gelingt mir nicht, eine gefühlsmäßige Beziehung zu dem und den Abgebildeten herzustellen.