Kategorie: Stadtbild

Immerhin – ich bin rein gegangen…

Da. Immerhin ’ne Viertelstunde. Vielleicht gehe ich nochmal hin. Es gibt da Bild- und Texttafeln, siehe Ausschnitt, und mindestens ein Dutzend Displays mit Kopfhörern. In Endlosschleifen erlebt man die Betroffenen, Überlebende im mehrfachem Sinne, bei ihren Monologen in die Kamera, die man über die Kopfhörer mithören kann. Viele sprechen Litauisch, vielleicht alle, aber es werden deutsche Untertitel eingeblendet; ich habe nur drei Kopfhörer aufgesetzt, jeweils für die Dauer nur weniger gesprochener Sätze, weil ich es nicht länger ausgehalten habe, vielmehr ich die Zähne zusammen beißen musste, um nicht loszuheulen. Gottchen nee – süüüß! Klein ewig Sohnimatz will doch noch Papa verzeihen – wird wohl nix mehr…

Ja, mein Zynismus ist eine Bewältigungsstrategie, mag sie auch noch so dürftig erscheinen. Das habe ich gerade dort gemerkt, denn die greulich-grandios oral history Praktizierenden hatten oft diese seltsame scheinbare Unbeteiligtheit in der Stimme, die ich von den stereotypen Textbruchstücken meines Vaters über seine Vertreibung kenne, damit sie überhaupt sprechen konnten.

Tja, und jetzt weiß ich wirklich nicht, ob ich gesponnen habe, ob die Sonne zu sehr knallte usw…

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(… der Hirsch ist erleuchtet – gleich röhrt er…)

„Ooopa?!“ – Das habe ich in der Borstei aufgenommen, und da war ich, weil in der Nähe ein Gebrauchtwarenkaufhaus ist, wo ich kucken wollte wegen großer Plastikschüsseln. Natürlich habe ich alles Mögliche gefunden, nur keine Schüssel, aber als ich dann in meiner kargen zwar, aber doch auch behaglichen Klause eintraf, musste ich feststellen, und habe ich denn auch festgestellt, dass ich über eine solche Schüssel durchaus verfüge, was mir nur entfallen war, weil ich da immer Brot und Semmeln drin aufbewahre… Das Alter ist nicht einfach – oder hatte ich das erwähnt?

Meine Güte, was ein Wortspiel – jetzt habe ich den Salat, buuuh… Auch verfüge ich womöglich mitnichten über Güte – das ist nur wieder so ’ne Redewendung.

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Wenn ich mit einem Satz sagen sollte, was Kapitalismus ist…

… würde ich sagen, es gibt parfümierte Mülltüten… Im Auge behalten, den Mann – plant den Umsturz!

Was das angeht, so könnte der Mechanismus der sich selbst erfüllenden Prophezeiung zu wirken begonnen haben. Mittelkürzlich bin ich an einer Waffenhandlung am Ostbahnhof vorbei gehastet, und ich habe verblüfft feststellen müssen, und habe das dann in der Tat auch festgestellt, dass dort eine AK 47 im Schaufenster stand, hihi. Ein paar Minuten und etliche Dutzend Meter weiter rauschte ein Wagen mit, Zitat Fühmann, „Kameraden Volksschützern“ an mir vorbei, deren Insassen sich gar nicht die Mühe machten, so zu tun, als würden sie mich nicht beglotzen. Es gibt nun, oder gab, diese polizeitaktische Maßnahme, deren amtlich korrekte Bezeichnung ich vergessen habe, bei der der Beobachtete merken soll, dass er beobachtet wird; aber womöglich haben sich die kleidsam gewandeten Herren einfach gesagt, dass sie sich bei dem Penner und Loser K. grundsätzlich keine Mühe nie nich‘ machen müssten.

ich würde mich beobachten lassen… Lieber überwacht werden als gar nicht gesehen! Nein, das ist nicht nur lustich! Viele Menschen haben sich als Kind schon damit abgefunden, und dies dann in typischer Weise zur Stärke umgedeutet, dass sie nicht gesehen werden, nicht im eigenem Recht wahrgenommen usw., und dann ist da plötzlich ein ganzes Ministerium von Beobachtern; natürlich sind die dann irgendwann im Fokus der Wut. Ja ja, Nossinunnossn – alles Psycho-Club, kann weg. Ich frage mich übrigens in der letzten Zeit immer wieder, ob mittelfristig die deutsche Regierung geschlossen wird – und ob das dann jemand merkt… Chch.

Was wollte ich sagen? – Ach ja! Mitnichten tippsele ich nichts; vielmehr habe ich das hier umgeschrieben*, und ich bin, Überraschung, nicht zufrieden…

Bla. – Aber hier noch ein Bild zum Text; die Ursprungsdatei ist, nun schon zur Tradition geworden, gemeinfrei.

* Greulich grandiose freudvolle Fehlleistung wieder, „ungeschrieben“

(… muss ich mit meiner inneren Gruppe drüber arbeiten…)

Irgendwo in M., Hauptversammlungsplatz der Bajuwaren. Auch habe ich einen gestern geposteten Text zumindest inhaltlich zu Ende getextet, hier. Sind aber nur 646 Wörter, war ja klar; Ronald erhält kein Lob.

2 von 5 – Note 4

Mühsam hätte ich gewusst sowie Fräulein Lerch-Rabinowitz. Heinz Knobloch hätte über sie ein Buch geschrieben, ich jedoch… – „Ooopa?! Trink Dein‘ Tee!“ Allein, dergleichen könnte es noch mehr geben; man muss das doch mal aussprechen dürfen, *hüstel*. Das Bild ist an der Ostwand dieses Gebäudes. – Klick ins Pic macht big!

Merkwürdig, ich mache mich immer über mich selbst lustig, indem ich erkläre, ich hätte keineswegs die Wende verpennt, sondern würde die Abdankung unseres Kaisers verarbeiten wollen, aber kann es sein… – „Ooopa?! Die Kekse!“

Dies bunte Geschädel erreicht die Netzhaut des Betrachters im Rosengarten am Schyrenbad, etwa hier. Äh… – ich liebe es: Klick ins Pic macht big!

PS: Heute früh im Halbschlaf, also in einem von mir mehrfach als halbwegs erklärbar charakterisiertem Zustand, erreichte mich folgende Mitteilung per Mentalfunk: ‚Das Bürgerliche gibt es nicht mehr!‘ – Auch interessant, oder…

(… ich übe weiterhin, das Positive zu sehen…)

(Quellenangabe entfällt – bin im Widerstand!
Irgendwo aus dem Frauenmagazin „Pinterest“)

Schier eben kam die Putzfrau, eine sehr sympathische Frau, denn auch Vertreter dieser Spezies sind mir bekannt, die sich freut, dass sie bei mir fast nichts zu putzen braucht, weil ich gelerntes Aschenputtel mit Schwanz selbst putze, hihi, und sie brachte mir Post vom Amt; die Verlängerung des Wohnungsantrags ist durch, und ich habe gleich Häkchen bei zwei Angeboten gesetzt…

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Postsozialistischer Planvorsprung oder Nachsitzen?*

Dies sind doch die Fragen, die weite Kreise der Bevölkerung völlig zu Recht überhaupt nicht interessieren! – Hier aber noch zwei Bilder, von der KI erstellt, die neuerdings in meinem Fotoapparat wohnt, aber irgendwas ist ja immer…

* Wieder ein freudvoller Beitrag vom Feinsten – „Postzozialistisch“; tierisch was los…

(… ich will aber keinen Titel eingeben, werte Blog-Ängschien…)

Was ist das denn – heftig und völlig unerwartet? Heimweh, Dinostalgie, Eskapismus? „Ich weiß nicht, was es ist…“, heißt es in diesem Song, von Purple Schulz, wenn ich mich recht entsinne, was ich hin und wieder zu tun pflege, wie ich schon des Öfteren bemerkte, weil es halt zutreffend ist…

Ich hatte keinen richtigen Anlass dazu, aber so aus Jux und Geikelei habe ich wieder einmal nach Wohnungsangeboten in Iron Hut City gesehen; ich meinte es nicht ernst, vielmehr zelebriere ich dergleichen immer einmal wieder nach dem Motto „Nachher ärgerste Dich, weilde nich‘ jekiekt hast mitte Oogen im Kopp, als voll krasse Angebote drin standen!“ usw. – Wie eine Welle, die im Bauchraum hoch steigt; offensichtlich bin ich doch noch nicht völlig tot, Alter. Was aber ist das?

Das mindestens Interessante ist, weil es gegen Eskapismus und Heimweh spricht, dass ich das auch hatte, als ich 2008 und 2014 in IHC als Hospitant- bzw. Onkel leibhaftig erschienen bin. Natürlich hat John Wolf Goethe recht mit dem Bonmot, sinngemäß zitiert, nur fast wörtlich, die Romantik einer Landschaft resultiere aus der Einsamkeit des Betrachters, und ich war ja dort bewusst und absichts- und genussvoll allein, aber das ist es nicht nur, denn mit „Romantik“ ist diese seelische (Schief-)(?)-Lage sehr ungenau beschrieben. Es ist etwas wie „Alles ist noch oder wieder offen, alles wird sichtbar, was sich über Jahrzehnte gewissermaßen im Seelenkeller angesammelt hat, alles ist noch oder wieder möglich, ich kehre an den Ursprung zurück und ‚Alles ist wieder da!‘ usw.“

Hier werden wieder die Grenzen von Sprache deutlich, indem ich das Empfinden habe, mit Worten um den Sachverhalt zu kreisen, den ich möglichst nachvollziehbar beschreiben möchte, ohne ihn dergestalt ausdrücken zu können, dass ich mir halbwegs sicher sein könnte, meinen Beschreibungsversuch tatsächlich nachvollziehbar unternommen zu haben.

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(… habe die semiotische Guerilla bezwungen – sie ist am Boden…)

Umberto Eco hat, wir berichteten durchaus, den Begriff in einem anderem Kontext geprägt, aber er scheint über diesen hinaus brauchbar. Bla…

… dermaßen notgeil bin ich nun doch nicht…

Er tut wieder so, als wenn er arbeiten geht… – Das „Lustige“ ist, dass mir wieder eingefallen wurde, kein Schreibfehler, dass mein unmittelbar vorgesetzter Vorfahre das gemacht hat; man nahm an, er würde in seiner leitenden Funktion zur immer besseren Befriedigung der Bedürfnisse der Bevölkerung beitragen, stattdessen er spazieren gegangen ist, hihi, was übrigens von zumindest in diesem Kontext in jedem Fall glaubwürdigen Zeugen bezeugt wurde. Ich muss zugeben, dass ich das dem Herrn gar nicht zugetraut hätte; man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können usw.; Nietzsche, wenn ich recht belichtet bin, was nicht immer, aber immer öfter der Fall zu sein scheint. Da hat er sich doch noch irgendwie als der Kerl erwiesen, den er in meiner Vorschulkindheit zu geben versuchte und von dem ich vergeblich erwartet habe, dass er endlich bleibend zum Vorschein kommen würde. Ich habe den Verdacht, dass ich nicht der Einzige bin, der heimlich derartige Erwartungen hegte und pflegte.

Das ist eine der Situationen, die tragikomisch typisch waren für unsere sozialistischen Menschen. Alles, was mit Psycho zu tun hatte, wurde noch mehr ausgeblendet, als es heute normal ist, und daher konnte niemand erkennen, dass der Mann verzweifelt versuchte, nachholende Ich-Entwicklung zu zelebrieren, obwohl er den Begriff nicht kannte, ein bisschen zu leben versuchte jenseits von Pflichterfüllung. Dies in seiner Torschlusspanik, die daraus resultierte, dass er nach seinem heftig geleugnetem Vierteljahrhundert in Uniform draußen war und klar kommen musste und durch eine schwere Erkrankung mit der Endlichkeit des Lebens brutal konfrontiert wurde.

Es wird da noch Einiges zukommen auf die Kameraden Volksschützer (Franz Fühmann), denn es zeichnet sich jetzt schon ab, dass auch oder gerade die Knackis immer älter werden, und ich kann und will mir nicht verkneifen anzumerken, dass auch und gerade das mit diesem scheußlichem Unbewusstem zu tun haben könnte, und zwar in der Weise, wie ich es eben anzudeuten versuchte mit der Schmonzette aus der Keimzelle der Gesellschaft, die die Familie laut Friedrich Engels angeblich ist. Es ist denkbar, jedenfalls für mich, und ich darf das, ich bin schizotyp, dass auf dem Gelände der ehemaligen DaDaeR eine Art „Coverversion“ von Holden Caulfield 71 sein könnte, und das habe ich nicht nur witzig gemeint, und es ist auch nich‘ lustich.

Warum schreibe ich das auf? – Um überhaupt zu schreiben, natürlich, und das ist jetzt natürlich wieder ein bisschen alá „Bajazzo“ von Thomas Mann, doch drohe ich wieder vom Hundertstem ins Tausendste zu kommen, weswegen ich das jetzt mal so stehen lasse. Ich habe die Materialsammlung zu meinem Lebensslalomlauf mitnichten aufgegeben, des seiest Du gewiss, herbe Dame Welt, es stockt „nur“ gerade wieder ein bisschen, diesbezüglich, ach…

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