Eben hat die Hausfrau in mir  e i n  b i s s c h e n  geputzt

Aus Schuldgefühlen. Eigentlich will ich etwas Kreatiefes für meinen Kurs in kreativem Schreiben schreiben, aber ich muss erst meine Pflicht erfüllen, und ich wienere den Spiegel in meinem Pensionsstübchen und die Ablage darunter. – Wieso eigentlich „wienern“? Sollte man gelegentlich recherchieren; ich hatte, wir berichteten, gute Gespräche mit den Peters Hille und Altenberg, damals im „Central“ und so, *hüstel*.

Das lässt mich wieder an Fallada denken; nein, ich bin nicht größenwahnsinnig, jedenfalls nicht an dieser Stelle.

Leute, die man ohne Nachprüfung als glaubwürdig einschätzen kann, berichten, dass Fallada seine gewissermaßen dichtesten, stilistisch besten usw. Texte geschrieben hätte – im Knast. Vorher hätte er jedoch, so der Bericht, nicht die Sage, zur freudigen Überraschung der Vollzugsbeamten seine Zelle geputzt und geschrubbt und gewienert.

Das verstehe ich sehr gut, sorry!

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… e i g e n t l i c h  habe ich nicht die Kohle…

Selbstreferentiell durch Weltrauntechnik, ha!*

Andererseits ist es natürlich witzig, dass ich bei booklooker manchmal Bücher für ein paar Groschen zu erwerben in der Lage und dann auch gleich bereit bin. Gut erhaltene Bücher, wohl gemerkt! Manchmal ist nur ein Stempel auf den ersten Einbandseiten, was mich nicht einmal peripher tangiert. Aber das musste jetzt sein, denn cand. phil. Pollatschek ist einfach cool, Alta! Als Autorin, Mann!

Andererseits muss ich zugeben, dass ich nicht aufgegeben habe zu hoffen, noch vor meiner Abberufung in die ewige Großgruppe einmal an einem solchem Zopf ziehen zu dürfen. Eine meiner harmlosen Vorlieben, was diese Sache zwischen Weibchen und Männchen der rezenten Hominiden auf dem drittem Planeten des Systems angeht. Sie ist noch nicht Fetisch zu nennen, denn ich nehme nicht das Teil für das Ganze. – Lasst Old Ron doch die kleine Freude, er hat doch sonst keine, wie wir bereits erst ca. sechsundsechzig Mal berichteten!

Ein neuer Text aber ist und wächst hier.

* Diese freudvolle Fehlleistung lasse ich jetzt echt stehen! Herrlich, zahlreiche Nicht-Leser! Köstlichst, meine Damen und Herren!

Paradoxes Marketing

Fast immer gelingt es mir, dem von rasenden Werbetrommel-Bataillonen erzeugtem gewittrigem Dröhnen* zu widerstehen und Bücher nicht zu lesen, Filme nicht zu sehen usw., die gerade in, angesagt usw. sind, sondern erst das Abklingen der Dröhnung abzuwarten. Das hat was! Die Wahrnehmung nach der Werbepause der eben angedeuteten besonderen Art kann dann Spuren eigener Meinung enthalten.

In Dave Eggers „Circle“ bin ich auch nicht rein gekommen, nachdem die erste Verkaufsförderungs-Euphorie der Rezensenten abgeklungen war. Gestern jedoch habe ich mir „Eure Väter, wo sind sie? Und die Propheten, leben sie ewig?“ aus einer der Stadtteilbibliotheken geliehen, die mit meinem plötzlichem leibhaftigem Erscheinen ständig rechnen müssen; ein bisschen Größenwahn muss sein in dieser unserer dynamischen usw. Postmoderne! Ich habe das Buch in einem Zug gelesen und musste mich zusammen reißen, um nicht laut zu lachen – was sollen denn die Leute denken?

Da kidnappt Einer, und nahezu gewaltfrei, mehrere in der öffentlichen Wahrnehmung oder auch nur in seiner eigenen prominente Leid-, Streit- und Zeitgenossen, unter anderem einen Astronauten, einen Kongressabgeordneten und auch, Gipfel der Realsatire, die eigene Mama, gnihi.

Er unternimmt dies jedoch nicht, um Geld zu erpressen oder was dergleichen kriminellenergetische Interventionen mehr sind, vielmehr er von den an Pfeiler eines riesigen verlassenen Militärkomplexes geketteten Quasi-Geiseln authentische Auskünfte zu teilweise existentiellen Fragen zu erzwingen versucht.

Wenn einem solche Plots einfallen, kann man Schriftsteller werden, Herr Koske…Schnauze, Über-Ich!

Die Pointe ist für mich, natürlich, denn ich bin anders als all‘ die Andern, eine von den Intentionen des Autors und mit einiger Sicherheit auch von der Wahrnehmung der meisten Leser sehr abweichende. Was uns der Autor sagen will, hat, will Uns bedünken, bereits Thomas Mann im „Zauberberg“ erörtert, und zwar besser.

Ich bin wieder bei einem meiner Lieblingsthemen! Seit dem „Fallen des Vorhangs“, Th. M., gab es kein wirklich neues „Stück“; zu den im grausig-grotesk mehrfachem Sinne gewaltigen Inszenierungen in Braun und Rot muss ich nichts sagen.

Bla.

* Ist das nicht poetisch? Sollte jetzt nicht ein kleiner literatloser Preis zum hier Essen drin sein?

Meditative und, *hüstel*, Mensch, Ost-Koske, kurative Impressionen…

Scheinbar nichtssagend – und hat doch was! Auch dieses audiovisuelle Kommunikat hat nichts mit dem hier gepostetem Posting zu tun, sondern dient der kulturellen Umrahmung. Ein bisschen Sehnsucht schwingt mit! Warum bin ich nicht da, sondern hier? – Die Flüchtlinge sind schuld, voll korrekt, Mann!

***

Tja… Und? – Wahnsinn! Gestern Abend oder vielmehr heute morgen, habe ich cand. phil. Pollatscheks „Das Unglück anderer Leute“ zu Ende gelesen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werde ich das Buch kaufen, mit einiger Wahrscheinlichkeit werde ich es gleich noch einmal lesen.

Wie erst ca. 100 Mal erwähnt, verfüge ich über eine schauerliche Viertelbildung und habe dementsprechend auch nur einen Bruchteil diverser Lektüre-Listen abgearbeitet. Die erste dieser Listen habe ich mir übrigens selbst erstellt.

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Nich‘ lustich…

Ich bin beeindruckt – ohne jede Ironie usw. An einem Abend habe ich das Buch bestellt, am nächstem Morgen war es in der Filiale der Stadtbibliothek meiner Wahl, obwohl es erst sozusagen drei Filialen weiter ausleihbar war. – Es spricht für meine zumindest teilweise adäquate Wahrnehmung, dass ich die räumlich nächste Filiale gewählt habe, *hüstel*, *kicher*, *Brille putz*… Nach der nicht ironischen Anmerkung musste dieser Schlenker kommen, logisch!

Nun habe ich mehrfach versucht, in „Das Unglück anderer Leute“ hinein zu kommen und es fällt mir, milde formuliert, nicht leicht, obwohl Frau Pollatschek sehr rezipientenfreundlich schreibt usw. Keine langen Sätze, bla bla.

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„Im Osten gab es keine Psyche!“

Sag‘ ich doch! Die bewussten Vertreter der siegreichen Arbeiterklasse hatten kein Unbewusstes, *hüstel*. Zum letztem Mal derart gelacht habe ich mittelkürzlich bei der neuerlichen Rezeption des audiovisuellen Kommunikats „Deadpool“. Jetzt nicht richtig laut – was sollen denn die Leute denken?! ‚Der war Tatsache mal Dauerpatient, der war Tatsache mal Dauerpatient!‘, O-Ton Mental-Funk. Gleich frisst er meinen Hamster, uäääh! – Ja, ich weiß, Wade Wilson passt nicht zu dem Buch von cand. phil. Pollatschek, aber ich bin ein Polter-Proll und wir hatten im Osten zudem zu wenig Buchstaben.

Frau Pollatschek hat den Zopf manchmal links und manchmal rechts, was ich bisher bei keiner Vertreterin der rezenten Hominiden auf dem dritten Planeten des Systems beobachten konnte. Ja ja – sexistisch, schon klar! Ich habe den Sachverhalt auch bereits an mein Command Center gemeldet. – So weit die wichtigen Nachrichten!

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Solomonica de Winter – „Die Geschichte von Blue“

Andere haben ihre Begeisterung nach der Lektüre ausführlich beschrieben, weshalb ich das nicht auch noch tun muss. – Wie war das? Es wäre schon alles gesagt, nur noch nicht von allen? Karl Valentin, wenn ich mich recht entsinne, und ich muss die Frage anhängen, wer sonst.

Mein für mich wichtigster Gedanke in diesem Zusammenhang ist der, dass ich eine meiner Thesen bzw. „Thesen“ bestätigt gefunden habe. Kunst scheint immer auch der Versuch, Bereiche der Wirklichkeit zu integrieren oder zumindest zu verstehen, die nicht den eigenen Prägungen, Konditionierungen, Erfahrungen usw. entsprechen. Das heißt, es geht um Heilen im Wortsinn, um heil machen, ganz machen. – Hat das jemand verstanden? Mir doch Wurscht!

Noch nie habe ich diese These bzw. „These“ derart intensiv bestätigt gefunden wie durch dieses Buch. „Intensiv bestätigt?“ – Egal, ich bin kein Diplom-Autor!

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Adrian Tchaikovsky, „Kinder der Zeit“

Das Buch habe ich „zufällig“ gefunden, im Gasteig, in dem ich des Öfteren leibhaftig zu erscheinen plane, bevor es in den nächsten Monden für längere Zeit schließt. Ich habe ziellos und unentschlossen in dem Regal mit SF-Literatur herum gekramt und dann doch dieses Buch mitgenommen, obwohl ich beim erstem Überfliegen den Eindruck hatte, es handele sich um den fünften Abguss der achten Coverversion.

Dabei stimmt das sogar, was auf dem Cover steht. Es werden die großen Menschheitsfragen abgehandelt. Man fragt sich, warum es einerseits solche im mehrfachem Sinne phantastischen Romane gibt, während andererseits immer mehr Schimpansenhordenführer Regierungschefs werden. Aber wahrscheinlich habe ich jetzt die Schimpansen beleidigt.

„Alter Mann“, sagt die Chefingenieurin Lain immer zu dem Historiker Holsten Mason, wenn er wieder einmal, oft nach Jahrzehnten, aus der Suspensionskapsel kommt. Korrekt, das gefällt Herrn Koske! Ein bisschen Humor ist auch in diesem Buch, obwohl wieder einmal die Erde verlassen wurde, weil sie herunter gewirtschaftet worden ist, Klappe, die hundertste.

Die Story ist genial. Originell trotz der auf den ersten Blick als durchgekautes Klischee erscheinenden Ausgangssituation. Zudem ist Humor nicht nur in den Dialogen, sondern auch subtil im Handlungsverlauf. Eigentlich soll das Nanovirus, das auf einem terrageformtem Planeten abgesetzt wird, als Katalysator für die Entwicklung von Affen wirken. Deren Evolution bis zu ersten Anzeichen von Intelligenz zieht sich dann nicht über Jahrmillionen, sondern höchstens über ein paar Jahrhunderte.

Das ist schon wieder scheinbar ein Versatzstück. Dieser Gedanke kommt mir natürlich vor allem, weil ich letztens den bisher letzten Teil von „Planet der Affen“ gesehen habe.

Das Raumfahrzeug mit den Affen stürzt aber ab. Das Virus fördert und beschleunigt dennoch die Entwicklung einer Population bis zu einer Art Intelligenz, aber die Population besteht aus… – trotzdem hier keiner liest, will ich nicht spoilern, boah. Halleluja, da muss man drauf kommen!

… ich werde nie Diplom-Autor… jammer, jammer, jammer…

Joey Goebel – „Vincent“

Das Buch habe ich gestern nach einigen possierlichen Sperenzchen beim Versuch, es zu erwerben, zu lesen begonnen, aber dann ist der alte Spießer wieder pennen gegangen. Wie ich nicht anders erwartet habe, hat das Teil bei mir rein geknallt, boah ejh.

Mittelkürzlich habe ich die Version x+1 meiner Memoiren angefangen. Ja ja, Opa gehört ins Altersheim, schon gut! In dieser Version meiner Erinnerungen habe ich einen Rahmen gefunden. Der Vertreter einer Instanz, die zunächst nicht näher benannt wird, interviewt Koske. Koske hat dabei einen Apparat auf dem Kopf, der die Gehirntätigkeit dergestalt stimuliert, dass er nach einiger Zeit diese Erinnerungen erlebt wie ein Computerspiel. Nicht sehr originell, aber keineswegs SF. In wenigen Jahren wird es so was geben.

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… m a n c h e  kommen ins Freie…

Ungers Buch habe ich gestern, bzw. bis heute Nacht, am Stück gelesen. Dass ich es gelesen habe, wie manche Leser schier hypnotisiert über einem Super-Thriller hocken, muss ich eigentlich nicht erwähnen. Bei der Lektüre musste ich auch wieder an Andreas Altmann denken. – Der Druck war groß genug, weshalb ihnen die Befreiung von Unterdrückung gelungen ist?! Unger ist jetzt Künstler und erfolgreich, auch oder gerade in dem Sinn, dass er, Klischee-Alarm, von der Kunst leben kann.

Das Buch ist eine weitere Bestätigung etlicher meiner Wahrnehmungsmuster. Natürlich ist mir klar, dass man, hat man erst einmal hinreichend zur Erklärung der sogenannten Wirklichkeit brauchbare solcher Muster entwickelt, immer das Passende findet.

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