Kategorie: Anna Lyse

„Sie haben ein Recht darauf, Ihre Fühler auszustrecken!“

Das bemerkte die von mir bereits mehrfach erwähnte Dipl.-Psych. M. in den heilend hallenden Hallen des heiligen Joseph in Big B Weißensee, etwa 1998, zu einem Mitklienten, während Herr Koske in der Hoffnung, dass es nicht allzu sehr auffallen würde, nach der rothaarigen Krankenschwester schielte.

Eine der Stellen in meiner Laufbahn als therapieresistentes Symptombündel, an der ich, ohne Ironie, Sarkasmus usw. gesagt, verblüfft war bis zum Zustand der Sprachlosigkeit, der bei mir bekanntlich sehr selten auftritt. ‚Merkt die nicht, dass eben jemand vor ihr sitzt, auf den diese Aussage noch viel mehr zutrifft?‘, dachte es in mir. Nee, merkte die nicht. – Es geht wohlgemerkt nicht um den üblichen Wettbewerb in medizinischen, sozialtherapeutischen usw. Einrichtungen, aber auch darüber hinaus, wem es am schlechtesten ginge.

(… ja ja, ich war neidisch und eifersüchtig und habe es nicht wahrgenommen – lasst stecken, Leute, bitte recht sehr…)

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Der Klient „beantwortet“ die „halluzinierten“ Rückmeldungen – 5. Teil

‚… weeß nich‘, wo er hingehen soll…‘

Das ist oberflächlich, wenn nicht voll am Thema vorbei… Ich packe es nicht, oder nicht in der von mir selbst gewünschten Intensität, mich mit mir selbst sinnvoll zu beschäftigen im Sinne des meine Zeit Strukturierens, indem ich mir einen Plan mache und mich daran zu halten suche usw. usf. Ich könnte jetzt endlich, trallala, Litauisch lernen oder Blender oder zum ungefähr 32. Mal ein bisschen versuchen, programmieren zu lernen, bla; der Bräutigam ist wieder einmal ein bisschen schwanger, das kommt alles, schrauben die dran.

Zu schwach, sich selbst Gesetze zu geben und sich daran zu halten, lieferten sie ihm ihr Vermögen aus, um sich von seiner Strenge stützen zu lassen, heißt es fast wörtlich im „Tristan“ des großen Lübecker Wortsetzmeisters über den Chefarzt, und das musste jetzt kommen, genau.

Okay, zu jammerig-dekadent – ich bin halt morbid!

Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen. (Blaise Pascal)

Besser?

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… (mit dem) Rad ab… gnihi…

„Faszinierend!“ (Zitat Spock, derzeitiges Universum seines Aufenthaltes unbekannt). Zunächst wieder etliche verwohnte und verwitterte Prenzlauerberghütten, 3. und 4. Hinterhöfe, Alter; der morbide Ost-Koske ist entzückt. Wahrscheinlich gibt es so was gar nicht mehr in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, da sind diese Häuser alle nobelsaniert, und ich bin mit Sicherheit nicht der Einzige, der das nicht nur gut findet.

Dann etwas mit einer Bürgerin mit silbrig-zuckrig gefärbtem Haupthaar und darin zarten grünen und lila Strähnchen, die mir irgendwie bekannt vorkommt, die ich aber weder im Traum noch auch in der sogenannten Realität identifizieren kann. – Eben kam wieder ‚Kuckuck!‘, könnt Ihr bitte mal ’ne neue Platte auflegen, liebste Budenzauberer, es ist langweilig! – Sie fragt mich, ob ich noch ihre Kaffeemaschine anschalten könnte, bevor ich gehe (?), muaha, worauf ich sie anfange zu knutschen; das Männchen ist drüsendruckgesteuert selbst in der Phase der Drüsenrückbildung.

Dann aber kommt etwas ganz Neues… Ich bin mit dem Fahrrad unterwegs, und ich habe es eilig, und ich merke schon im Traum, dass ich wahrscheinlich zu spät komme und dementsprechend die Prüfung nicht bestanden habe. Ich schlittere mehr als ich fahre einen Sandberg hinunter, und diese Szenen könnten auf einer Großbaustelle spielen, und ich fahre stinkwütend den Berg wieder hinauf, als ich feststelle, dass ich, ha, in die falsche Richtung fahre.

Jetzt geschieht das ohne Ironie usw. gesagt Verblüffende, indem ich nicht nur tatsächlich mit gewaltiger Kraftanstrengung den Sandberg wieder hinauf gelange, was auch in der sogenannten Realität selbst für trainierte Sportler schwer sein dürfte, sondern – abhebe… Ich radele mit dem Rad immer höher, bis ich Dutzende Meter über dem Berg in der Luft die Pedalen trete.

Was war das? Der, igitt, Durchbruch? – Dagegen spricht, dass ich erstens eher Angst spüre als in jauchzendes Frohlocken über meinen Überflug im doppeltem Sinne verfalle, und dass ich auch weder im wörtlichem noch im übertragenem Sinne, igitt, lande, sondern aufwache.

E. T.??? – Ich habe den Film nicht gesehen, oder nur ausschnittsweise, aber natürlich kenne ich das berühmte Szenenbild des durch die Luft radelnden Jungen mit dem galaktischem Gnubbel-Gnom vorn im Korb.

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Der Klient „beantwortet“ die „halluzinierten“ Rückmeldungen – 4. Teil

‚… Lügenbaron…‘

Ich versuche seit etwa 1976, im belletristischem Sinne zu schreiben, seit Dezember 1978 halbwegs regelmäßig, und ich leide heftig darunter, mir nichts ausdenken, nicht dichten, nicht spinnen, nicht lügen zu können; „Bücher sind Lügen und höhere Wahrheiten“, sagte Dr. Lion Feuchtwanger, und wie so oft hat er wieder einmal den Nagel auf den Kopf getroffen; voll cool, der Typ. Ja ja, ich bin Antisemit.

Ausnahmen bestätigen die Regel, einmal habe ich gedichtet. – Es geht nicht um die literarische Qualität und um verkanntes Genie und derlei gequirlte Fäkalie, sondern ums Prinzip, um die immer erneute Wiederholung des Plots meines Lebens-Drehbuches, um das immer wieder erfolgende Verdrehen von Tatsachen ins Gegenteil im Brustton ehrlicher Überzeugung.

Mir scheint aber, dass ich dahinter gekommen sein könnte, warum Leutinnen und Leute mir oft nicht zu glauben, ja, selbstverständlich überzeugt zu sein scheinen, dass ich das Blaue vom Himmel runter lügen würde – meine Ansagen wirken irgendwie emotionslos oder dergleichen, und dies oft in der Ausprägung, dass es wirkt, als hätte ich gar nichts gesagt. Es könnte sich um diesen Effekt handeln, den man früher glaubte, bei von Störungen des schizoformen Spektrums Betroffenen als typisch explorieren zu können, und mit dem man den Eindruck zu beschreiben versuchte, man hätte gar kein Gegenüber.

‚… der is‘ fertig, der Typ, der is‘ fertig…‘

Ich habe noch gar nicht wirklich angefangen, und das ist tragikomisch, und das weiß ich, aber es hat nicht nur mit mir zu tun, sondern sehr wohl auch oder erst recht mit den sogenannten Zeitläuften…

‚… behauptet, er is‘ jahrelang trocken – der is‘ jeden Abend voll…‘

Der Dauerbrenner! Jaha – ungemein witzig wieder!

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Der Klient „beantwortet“ die „halluzinierten“ Vorwürfe – 3. Teil

‚… der spielt Tatsache Kuckucksnest…‘

Ich wollte gar nicht raus, aus dem Irrenhaus, siehe unten, sondern rein… Zu „Ich will hier rein!“ fällt mir noch was ganz Anderes ein, nicht nur das Gesicht. Aharhar – das ist wieder lustich! Siehta sich wieda als Eurokanzlerin, aharhar!

Buch und Film „… Kuckucksnest“ sind zudem nicht Buch oder Film über das „Irrenhaus“, sondern Versuche zu zeigen, was geschehen kann, wenn sich eine Gruppe völlig loslöst von aller demokratischen Kontrolle von einer Meta-Ebene der gewissermaßen Supervision aus usw. Genau – das kommt einem als Absolvent der DaDaeR trotz Prädikat „Mangelhaft“ unwohlbekannt vor.

Die Veranschaulichung dieser Problematik ist allerdings am Beispiel einer „Klapse“ besonders eindrucksvoll und lässt gerade die Kinokasse klingeln, weswegen wahrscheinlich auch im Film einige „Effekte“ hinzugefügt wurden, die im Buch nicht vorkommen. Die Einheit von Ort, Zeit und Handlung schließlich, die dabei genutzt wird, hat schon Aristoteles vor über 2000 Jahren in seiner Dramentheorie beschrieben, das ist nichts cool Postmodernes… Korrekt – bla.

‚… der will Tatsache mit den Hausbewohnern ’ne Gruppentherapie machen…‘

Nehmen wir an, ich würde das wollen – und? Das kam übrigens bereits auch schon vor 1999 in Big B als „halluzinierte Rückmeldung“. Da geht man doch mit ’nem kurzem Lacher drüber weg und zum nächsten Thema über. Was ein lustiger Spinner; lasst ihn doch, der tut doch nix, der will nur beißen!

Nee, geht man nicht drüber weg? Warum nicht? Weil vielleicht viele Menschen, schon ganz früh, milde formuliert, unangenehme Erfahrungen in Gruppen gemacht haben, zuallererst in der Primärgruppe, der Familie, laut Engels Keimzelle der Gesellschaft?

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Der Klient „beantwortet“ die „halluzinierten“ Vorwürfe – 2. Teil

‚… der is‘ nur bei sich selbst, der is‘ nur bei sich selbst…‘

Ja, das könnte aber daran liegen, dass in entscheidenden Momenten meines Lebens keiner weiter da war; jaharhar, das ist wieder witzig. Ist es nicht nur. Zudem, oder gar vor allem, mag es zwar sein, dass ich gewissermaßen zu oft und zu viel im Bauchnabel bohre, aber viele Menschen scheinen das gar nicht zu tun, vielmehr sie immer da draußen und bei Anderen sind. Bla.

‚… wehr Dich, Junge…‘

Ja, es gibt auch sozusagen positive Rückmeldungen per Mental-Funk. Das ist mir klar spätestens, seit ich hier zumindest am Anfang mitgemacht habe, um dann meiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen, abhauen. Leutinnen und Leute haben glaubwürdig berichtet, dass sie durch ihre Stimmen immer wieder im konstruktivem Sinne gelenkt und geleitet worden wären, und ich war nicht nur neidisch und eifersüchtig, sondern habe das sogar ausnahmsweise wahrgenommen. Ja, sehr witzich…

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Der Klient „beantwortet“ die „halluzinierten“ Vorwürfe

Bitte Anführungsstriche beachten! – Dergleichen ist Kommunikation, ob halluziniert oder nicht, so, har har, verrückt das klingen mag! Und es hat eben Leute gegeben, wie zum Beispiel Ammon, die nicht sofort im Geist den Medikamentenschrank durchgegangen sind, um lecker Neuroleptika auszusuchen, sondern zumindest versucht haben, sich auf das Material einzulassen, das der Klient gebracht hat, und zum Beispiel zu ermitteln versucht haben, was die Stimmen denn sagten usw. – Müssen schöne Zeiten gewesen sein, damals, um die 68er herum, als alles soziokulturell bedingt war; heute ist alles Hirnbiochemie, wir berichteten, *hüstel*… Sorry! Man muss das doch mal aussprechen dürfen! Gut, dass wir drüber gesprochen haben, Du!

‚… bleib hier – war alles nur Eifersucht…‘

Hier zeigt sich wieder meine sozusagen persönlichkeitsspezifische Dummheit oder Beschränktheit, weil ich gar nicht geschnallt habe, zunächst nicht, dass Leute eifersüchtig sein könnten, als Beispiel, weil ich in dieser Pension, einem städtischem Beherbergungsbetrieb mit erfahrener Padrona della casa, ein Einzelzimmer bekommen habe, und übrigens nach heftigen Anstrengungen, die ich mir in dem ausgelutschtem Zustand, in dem ich hier aufgeschlagen bin, gar nicht zugetraut hätte.

Eifersucht ist eines der Gefühle, mit denen ich nichts anfangen kann, weil sie ausgeblendet, tabuisiert oder gar verboten wurden schon in meiner Zeit als Vierkäsebreit. – Ha, das reimt sich; es sollte jetzt ein kleiner Bachmann-Preis zum hier Essen möglich sein, brauchense nich‘ einwickeln… „Kleiner Scherz zur Auflockerung!“ (Oberstleutnant Sanftleben, gnihi).

‚… der fliegt nicht raus, dis is‘ ’ne Seilschaft…‘

Ja, natürlich – auch und gerade in Münchner Ämtern sind nur alte Seilschaften; alles Stasi, außer Mutti.

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Gestern hat die Weltgeistin wieder heftig interveniert

Plötzlich, so gegen 21.00 Uhr, war das Wasser weg, nicht nur in meinem kargem zwar, aber doch auch behaglichem Stübchen, sondern in der ganzen Pension, was ich allerdings erst nach etwa einer Viertelstunde realisiert habe – und was bis dahin abgegangen ist in mir, Hammer, Alter…

Nee, ich gehe nicht in Behandlung, was soll ich da? Die „Symptomatik“, die seit 1986 anhält und die eben keine ist, deswegen die Anführungsstriche, was schwer bis gar nicht zu vermitteln scheint, ist nach ca. 1998 begonnenen und allerdings naturgemäß, weil meinem flüchtigem Wesen entsprechend, auch immer wieder abgebrochenen Exerzitien im Freudeskreis Anna Lyse unverändert, was natürlich an mir liegt, denn ich habe nicht richtig mitgemacht usw., bla bla…

Diese abrupte Entwässerung, leitungsmäßig, führte zum zusammen Rücken der Bürger Mitmenschen, zu Kontakten gewissermaßen außer der Reihe usw. – außer natürlich bei mir. Dementsprechend kam auch heute früh nach dem Aufwachen per Mental-Funk ‚Der interessiert sich für nichts und niemand im Haus!‘, was insofern verblüffen muss, weil es, schier ausnahmsweise, die sogenannte Realität adäquat abbildete, was wiederum, wie erst ca. 100 Mal gesagt, für psychotische Symptome mindestens ungewöhnlich sein dürfte.

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Wo ist das Problem? – Alta, kriegst ’ne Rastung!*

Das Problem ist, dass man überzeugt ist, und zwar derart selbstverständlich, dass man beinahe von Axiomen sprechen könnte, ein Altersheim wäre vorzüglich für Alte gedacht, ein „Behinderten“-Heim für „Behinderte“, ein Männerheim für Männer, eine therapeutische WG für ihre Bewohner usw. usf.

Dies trifft nicht zu, jedenfalls nicht mit der Selbstverständlichkeit, mit der man das annimmt. Alle diese Einrichtungen, Häuser usw. sind zuallererst Lebens-, weil Arbeitswelten für die darin Werktätigen.

Hähä. – Da geht es schon los, denn sehr viele Menschen scheinen gar nicht zu realisieren, und auch nicht realisieren zu wollen, dass Arbeitszeit Lebenszeit ist.

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„Arrogante Wessis“ und so. Zur „Umdeutung“. Von Ost-Koske.*

Das scheint nicht immer, aber häufig, eine Umdeutung, mit der die bessere Fähigkeit, und Bereitschaft, sich abzugrenzen, benannt bzw. „benannt“ werden sollte. Sozusagen komplementär dazu scheint die angeblich menschlichere Gemeinschaft von Ossis in Wahrheit eine deutlich symbiotische Gruppierung im regrediertem Zustand gewesen zu sein, was Biermann auf den Punkt gebracht hat mit der sinngemäßen Behauptung, die DDR wäre ein großer Kindergarten gewesen…

Allerdings scheinen Wessis oft nicht zu realisieren, dass es Menschen gibt, die Dinge tun, weil sie überzeugt sind, dass sie getan werden müssten, und nicht, um die Frage zu stellen, was sie dafür kriegen; diese Beobachtung habe mit Sicherheit, immerhin aber nicht mit Staatssicherheit, aharhar, nicht nur ich gemacht.

Das scheint mir jedoch nicht die einzige sozusagen gängige Formulierung, die mindestens fragwürdig sein könnte.

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