Mein Unbewusstes hat deutlich narrzisstische Züge

Der Tippfehler ist gewollt; kleiner Scherz zur Auflockerung, wie Oberstleutnant Sanftleben sagen würde, muahaha. – Natürlich hat Meister Schramm seinen Ruhestand entschieden verdient, aber es ist trotzdem jammerschade. Man muss das doch mal aussprechen dürfen! Es fällt übrigens auf, dass etliche Comedians und Kabarettisten Psychologie studiert haben…*

*Hüstel* – Ist das jetzt noch freies Assoziieren oder bereits Gedankenflucht, was ich hier betreibe? Auch diese Frage steht schon einige Zeit unbeantwortet im virtuellem Raum; ach, schöner Schmerz, oh edle Tiefe! Egal – zur Sache!

Ein Merkmal des Narzissmus ist dieses sich verbandelt fühlen mit sogenannten Promis – steht im Internet!** Nun ist das Problem, mein Problem, dass ich, milde formuliert, nicht davon zu überzeugen bin, dass das meine Träume wären, von meinem Unbewusstem generiert.

Aber das lassen wir jetzt! Ist sinnlos, wie gesagt. Rund fünfzehn Jahre lang habe ich einem halbem Dutzend Mitgliedern des Freudeskreises Anna Lyse die Ohren abgekaut, um ihnen zu vermitteln, dass ich nicht züchotisch agiere, reagiere oder aus agiere, Unpassendes überlesen, oder den Simulanten spiele, O-Ton vox populi – das war völlig sinnlos! Ich habe es einmal erlebt, dass ein Dipl.-Psych. nachdenklich geworden ist; ich habe deutlich gemerkt, dass in ihm die Frage gearbeitet hat, ob vielleicht doch was dran sein könnte an dem, was dieser sinistre Koske da an Material bringt, wie bereits Prof. Freud formuliert hat.

Das war allerdings vor Jahrzehnten in den heilend hallenden Hallen des Heiligen Joseph in Big B, und das war der Typ, der außerdem noch rückmeldete, ich würde entweder ein Unikum werden oder mich irgendwann umbringen. „Harte Worte, harte Worte!“ („Herr Lehmann“, Szene Prinzenbad). Tja, der darf das – der hat ein Uni-Diplom! Und wann bringen Sie mal ein Studium zu Ende, Herr Koske?!

Zur Sache! – Es gibt eigentlich nichts weiter zu sagen… Das Übliche – nicht bestanden! Mir wurde unter anderem eine Szene mit diesem Herrn geträumt; siehe oben, Narzissmus. Muahaha! Allerdings war ich ja in diesen „Träumen“ auch bereits der Maskenbildner von de Niro, mit dem bezaubernd knutschmundigem Frollein Moretz unterwegs usw., gnihi, süüüß!

Es war, natürlich, eine Szene aus einem knallhartem Gangsterfilm, in der ich da im Traum bzw. „Traum“ agierte. Mister Bardem wartete; ich musste, wie bereits in tausenden „Träumen“, irgend etwas tun, was offensichtlich für alle Anderen selbstverständlich gewesen wäre, das ich aber nicht packte.

Das ist die Wiederholung der „Prüfungsszenen“, die mein unmittelbar vorgesetzter Vorfahre während der beinahe rituellen Sonntagsspaziergänge mit mir in meiner Vorschulkindheit zelebrierte; am Kanal entlang, am Speicher, am Hafen und den Schubprahmen vorbei, weil ihn das an seine Heimatstadt Königsberg erinnerte, was ihm sehr wahrscheinlich gar nicht bewusst war. Unsere sozialistischen Menschen, befreit von Unterdrückung… Da gebärdete er sich immer, als hätten wir das Szenario dieser „Prüfungen“ abgesprochen, was aber nicht der Fall war, und er war, milde formuliert, enttäuscht, dass ich gewissermaßen meinen Text nicht kannte.

Während Mr. Bardem wartete, versuchte mich ein halbes Dutzend Leute von ihm wegzubringen; Einem habe ich in die Nase gebissen, kein Witz. – Die Traumgöttin pflegt eines seltsamen Humors, wir berichteten.

Dann warf mir der Mann voll cool und lässig einen Autoschlüssel vor die Füße, obwohl ich nicht „bestanden“ hatte. Ich bückte mich und war verwundert, dass der Schlüssel aus Plastik war, und außerdem schwarz. Ich schreibe „Plastik“, nicht „Plaste“, und das ist plumpe Anbiederung an die Wessis, korrekt; ich habe mich durchschaut, Alter!

Aber es war ein Autoschlüssel, das wusste ich irgendwie genau, und ich kam dann auch an eine Garage mit Rolltor, aber dann war der Traum zu Ende. Ich musste im Traum, seltsamerweise oder auch nicht, an dieses Auto denken. An das Auto, Mann; muahaha! – Die Szene war nicht „rund“, die Gestalt nicht vollendet usw., und daher die Prüfung nicht bestanden.

(… während ich das Letzte getippt habe, kam per Mental-Funk ‚Sieht nicht ein, dissa völlig unbegabt ist!‘ sowie ‚Wo willa denn noch hin?‘… )

Apropos Prüfung – dazu ist mir letztens wieder etwas eingefallen. Lange vor dem Beginn des „Budenzaubers“ habe ich einige Szenen erlebt, in der sogenannten Realität wohlgemerkt, die mir im Nachhinein mindestens merkwürdig vorkommen. Beispielweise habe ich, 1978 oder 1979, wenn ich mich recht entsinne, an einem Eignungstest des Studiengangs „Schauspiel“ teilgenommen.

Ich wollte überhaupt nie Schauspieler werden – ich wollte gar nichts werden. Ich hatte, nach der inneren Kündigung zwischen 12 und 14, längst jeden eigenen Antrieb aufgegeben, es ging ja alles seinen Gang, höhö. Aber meine Klassenleiterin, von der ich gar nicht wusste, dass ich in sie verschossen war (schwul, der Typ, merkt der nicht!), von der ich mir aber sicher war, dass sie wissen müsste, was gut für mich wäre, hatte mir empfohlen, Regisseur zu werden.

Damit dürfte sie übrigens nicht völlig daneben gelegen haben, da es sich um den Versuch der Umdeutung meiner distanzierten Sicht auf Menschen und Welt vom Standpunkt eines Epoché-Menschen im realem Sozialismus handelte. Nun hatte mir aber wer verklickert, dass ich besser an Regie ran kommen, wenn ich mich erst einmal für Schauspiel bewerben würde. Was für ein Quatsch, aber man konnte mir alles erzählen, weil ich längst die Kennung verloren hatte, was aber niemandem aufzufallen schien.

Natürlich bin ich voll durch gerauscht, denn die Mitglieder der Prüfungskommission waren erfahrene Pädagogen und haben schnell wahrgenommen, dass mein im doppeltem Sinn Auftritt halbherzig und lau war. Ich war darüber nicht betrübt, das ging mich alles nichts an; ich habe nur meine Pflicht erfüllt. Übrigens habe ich, unter anderem, die Szene des ersten Besuchs von Herrn Bendix Grünlich bei der Familie Buddenbrook „gespielt“, hihi. „Das putzt ganz ungemein!“ usw.

Im Zug nach Babelsberg jedoch, klein Ron wieder ganz allein in der großen Welt, saß mir die ganze Zeit über ein, schon wieder, alttestamentarisch bebarteter Typ gegenüber, der sich sehr seltsam gebärdete. Er strahlte die Erwartung aus, ähnlich der von mir in diesen „Träumen“ erlebten, dass ich mich um Kontakt zu ihm bemühen sollte oder so was, was ich, natürlich, nicht gebacken bekam. Um es kurz zu machen – ’ne Stunde später saß der in der Prüfungskommission, hihi.

Ich sage es nochmal – ich wollte überhaupt nie Schauspieler werden! Seit einigen Monden kommt nämlich per Mental-Funk immer wieder etwas mit ‚Schmierenkomödiant!‘Kuckuck? Ach, drauf defäkiert!

Alles gestörte Hirnbiochemie! Ja ja, aber wer es glaubt, wird nicht mal selig…

Kurzum – bla.

** Das mit dem „Meister“ ist nicht ironisch gemeint; ich kann so was auch einschätzen, *hüstel*, denn ich bin allüberall der ewige Lehrling… „Ich bin ein Blatt im Wind!“… äh… – der Pilot der „Serenity“, wörtlich… nochmal *hüstel*… ach, ich wäre so gern, aua, Raumpfleger auf der Schüssel…
** Gemeint ist, natürlich, der pathologische Narzissmus, nicht die „gesunde Portion“ Narzissmus, ohne die es auch nichts wird mit der Integration in die sprudelnde Postmoderne. – Ihre immer freundliche nicht vorhandene Redaktion!

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