Das war es ja dann wieder… Oder was?

Auch immer dieselben Abläufe! Ich bin gegen drei Uhr wach und nehme deutlich wahr, dass ich wirklich wach bin, d. h., auch oder gerade im übertragenem Sinne. Nach kurzer Zeit beginnt dann leider auch oder gerade in mir Polter-Proll der motus animi continuus zu rattern, wird immer heftiger, bis fast zum laut Werden von Gedanken, typisches Symptom bei Störungen des schizoformen Spektrums, und dann – penne ich wieder ein… „Zu oft wieder eingeschlafen.“, Heiner Müller.

Schließlich passiert etwas mindestens Merkwürdiges, über das ich eigentlich zeit meines Lebens nachdenke, gezwungenermaßen, aus Leidensdruck heraus. Intellektuelle sind für mich Leute, die sich diesen Druck selbst herstellen, unabhängig von der Art des amtlichen Papiers, das sie in hohen und höchsten Stätten des Wissens in die unterdurchschnittlich genutzten Hände gedrückt bekamen. Es entlädt sich etwas, und durchaus im konkretem, physischem Sinne. Der Begriff „autogene Entladung“ beschreibt mein Erleben zum Teil. Ich spüre kleine elektrische Entladungen in meinem Kopf, wie milde Stromschläge, Kribbeln im Kopf, nicht auf der Haut. So was kenne ich aus meiner Vorschulkindheit, von meinen endlosen Wanderungen auf Fiebertraumpfaden.* Danach ist alles weg, ich sitze dann als fuß- und kopflahmer Tastatourist monitöricht herum und beginne Bauchnabelbohrungen wie diese hier vorgeführte. Vielleicht ist es ja doch, wie auch mehrere diplomierte terrestrische Bio-Units durch die Blume ansagten, was Organisches, dieser Knoten im Kopf, diese Unfähigkeit zu spinnen und zu dichten. Jammer, jammer, jammer. Ich weiß, dass es Leute gibt, die keine Gliedmaßen haben oder im Locked-in-Syndrom liegen und trotzdem glücklich sind, bla bla, aber davon habe ich auch nichts. Zudem geht das jetzt wieder in Richtung dieses berüchtigten unbewussten und daher umso wirksameren Klinik-Wettbewerbs, wem es am dreckigsten ginge, der allerdings nicht nur in Kliniken stattfindet.

Aber wenn ich die Wahl habe, nichts zu tun oder das hier zu tun, nicht völlig kunstlos Wortketten zu girlandieren, dann girlandiere ich, pah… Ich verstoße gegen kein Gesetz und behindere niemanden in der allseitigen Entfaltung seiner kapitalistischen Persönlichkeit, immer aktiv und dynamisch. „Wir sind ein freies Land!“, wie es in vereinigtstaatlich-amerikanischen Filmen immer heißt. D. h., im Augenblick wohl eher nicht, sorry…

Das Neonym „girlandieren“ jedoch, hihihi, habe ich von einer ehemaligen Blogfreundin geleast, die rothaarig ist, aber überhaupt nicht auf Männer steht, was ich sehr gut verstehen kann. Ich erwähne das aus meinem mehrfach erwähntem Bestreben heraus, ein wenigstens ethisch hochwertiger Schreiber zu sein.

Bla.

PS: Korrekt, das war jetzt, gar nicht bewusst begonnen, diese berühmte Übung bei Schreibblockade. Wenn mir nichts einfällt, setze ich mich hin und schreibe, dass mir nichts einfallen würde usw. Ich weiß das doch alles, Leute, ich bin ja so schlau! – Kriege ich ’n Bienchen, bitte? Ein kleines zum hier Essen reicht, brauchense nich‘ einpacken!

* Wahnsinn, „Fiebertraumpfade“ wird nicht als Fehler angezeigt! Die Maschine hat Sinn für Poesie, *hüstel*… – Hatte ich erwähnt, dass auch das Alter kleine Abenteuer bereit hält?

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