Infolge meiner Ost-Prägung habe ich Planvorsprung

Ich leide unter Frühjahrsmüdigkeit. – Na ja, und dann kommt noch die Wiesn und dann ist das Jahr wieder um…

Heute Nacht wurde mir etwas mit dem OB von M geträumt – nicht bestanden, logisch. „Wer hat sich das ausgedacht?“ Nee, nich‘ die Staaasi, Frau Hagen, aber das haben Sie ja inzwischen bestimmt auch geschnallt. Hat sich M, Hauptversammlungsplatz der Bajuwaren, damit für mich erledigt? – Es dauert ja immer ’ne Weile, bis der Budenzauber sich in dem Bereich materialisierend manifestiert, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre.

(… während ich diese Zeilen getippt habe, kam mindestens fünf Mal über Mental-Funk ‚Kuckuck!‘… ich glaube, ich werde es in diesem Leben nicht mehr packen, einem diplomiertem Mitglied des Freudeskreises Anna Lyse zu verklickern, dass ich nicht spinne oder simuliere oder psychotisiere usw… aber was soll es – es gibt Schlimmeres…)

Auch war ich am Dienstag wieder einmal heftig in der Welt hospitieren; natürlich nur mit Auftrag, denn einfach so geht nicht, da komme ich vom Weg ab, und dann holt mich der Wolf, manchmal gar im Rang eines Generalobersts.*

Ich hatte ein Gespräch zur Vereinbarung eines Vorstellungsgesprächs, das in der nächsten Woche stattfindet, und nach dem ich ganz eventuell ab Ende Februar in einer Art Buchhandlung arbeiten könnte, was ja durchaus was hätte. Aber ich will mich da nicht festbeißen, rrrrrrr – alles offen und in den Sternen usw., trallala…

Nach dem Gespräch zur Vereinbarung des Gesprächs bin ich wieder einmal gewandert, dieses Mal in Richtung Arabella-Park, in dem ich mit dem Bus zur gleichnamigen U-Bahn-Station gefahren bin. Das Gelände finde ich absolut spitzenmäßig, und das meine ich ohne Irokasmus.

Nun, zunächst grüßte mich an der Bushaltestelle ein kleiner Junge, vielleicht 10, und ich war, natürlich, überzeugt, dass ich veräppelt würde. – Wurde ich aber nicht, der Bub** meinte das ernst; das ist die gehobene Gesellschaft in Bogenhausen, und eigentlich bin ich bei meinem Lieblingsthema; die Wahrnehmungsmuster sind entscheidend, nicht die materiellen Bedingungen.

In der U-Bahn ging das dann weiter; da griente mich ein älteres Ehepaar an und ich war, wie fast immer, völlig außerstande, zurück zu grienen, vielmehr war ich erschrocken und fühlte mich ertappt. Dergleichen lernt man aber eigentlich in den ersten Lebensmonaten, oder? Per Asperger ad Asterix, har har; sehr witzig, Herr Koske.

Dann aber rückte eine Gruppe GymnasiastInnen ein und ich hatte das Problem, nicht laut los zu lachen… – Übrigens spricht man sich tatsächlich mit „Sis“ und „Bro“ an; mich wollte bislang bedünken, und deuchte es mich denn auch in der Tat, das hätten nur Sprachwissenschaftler exploriert, reflektiert und verbalisiert.

Das Frollein auf dem Sitz gegenüber aber, schon ihre Blicke… – nee, wahrscheinlich bin ich doch ein bisschen schwul, vorsichtshalber. Dass da nur nix draus entsteht (und das war eine dermaßen Hammerbraut – aus, Ost-Koske!). Jedenfalls hatte ich eindeutig das Gefühl, dass ich in diese Gesellschaft eindeutig besser passen würde als in ein Männerheim oder hier in dieses Haus voller… äh… – aktiver und dynamischer kapitalistischer Persönlichkeiten. Nicht ausfällig werden, Ost-Koske; sachlich bleiben, auch wenn Du, wieder einmal, der mobile Container für Übertragungen und Projektionen sein dürftest!

Tja, das ist tragikomisch – und es geht nicht um Greisenlüsternheit oder was; eigentlich weiß ich schon seit meiner 1985 erfolgten Lektüre von Casriel, dass viele Menschen von einer Kluft zwischen tatsächlichem und emotionalem Alter gebeutelt werden. Das ist die Unterdrückung, das ist „Unterschicht“; Wahrnehmungsmuster sind entscheidend, nicht die materiellen Bedingungen. Jedenfalls unter gegenwärtigen und hiesigen Verhältnissen, wenn man nichts zu futtern hat usw., sieht das natürlich anders aus, alles klar.

Hochschulisch und gar universitätlich diplomierte Fachtanten wettern wegen „Opa Ron“, und wenn sie die Begriffe kennen würden, was ich bezweifle, was natürlich wieder stinkarrogant ist, würden sie von sekundärem Krankheitsgewinn und Rentenbegehren labern.

Ein Bürger um die 20 herum hat dagegen sofort gewusst, wie das mit dem „Opa“ gemeint ist, und hat sich Einen gekichert. Bruder Swen, Prinz Pi, Schwesta Ewa, Puff Daddy usw. – Nein, ich will kein Rap-Star werden, auch nicht im Unbewussten.

Hihi. – Ich kann machen, was ich will, es wird immer tragikomisch; ich armes, armes Ich…

So.

Bla.

** Ich favorisiere derzeit die Wahnidee, dass die Verursacher des Spuks in der HVA gesessen wären; ferngelenktes Medium usw. Hochintelligent, hochbegabt, aber ohne eigenen Antrieb, weil das ad gredi, vgl. Ammon, bereits früh demoliert wurde, und nun muss aber jeder unserer sozialistischen Menschen mitgenommen werden usw. Da der Coup 1986 aber nicht gefunzt hat, versucht man nun, mich landen zu lassen in einer Beziehung oder einem Job; es ist mindestens merkwürdig, dass meine „Träume“ fast immer den Versuch der Anbindung an eine Person oder eine Werktätigkeit beinhalten, denn schon Freud hat kategorisch angemerkt, dass wesentliches Ziel jeder Art von Psychotherapie die Befähigung des Klienten zu Liebe und Arbeit wäre. Schließlich kann man im Traum nicht lesen, wie ich letztens meiner Achtelbildung hinzufügen konnte; das kann ich aber sehr oft in meinen „Träumen“, deshalb die Anführungsstriche. Natürlich ist mir klar, dass hier eine weitere Freudsche Sentenz greifen könnte, nämlich die, dass Hysterie das Zerrbild einer Kunstproduktion wäre… Bla. – Süüüß, nich‘ wahr?! Der bilditt sich ein, er wird vonna Stasi hüpposiert, höhöhö. Gehört doch inne Einrichtung, hähähä. Usw. Ich habe vor der Wende Leute belächelt, die behauptet haben, die Stasi würde Telefone abhören – so viel zum „Verfolgungswahn“!
** Ich bin wohl doch schon ein bisschen verbayert… *hüstel*…

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