Wieder geht die rückwärtig ausgeschiedene Fäkalie los*

Mitten in der Nacht werde ich wach und der motus animi continuus beginnt zu rattern, so dass ich schließlich das Tablet anschalte und ein paar der sich unablässig in meinem geplagtem Cortex bildenden Sätze los zu werden versuche. Oft lade ich etliche dieser sinistren Zeilen dann später in den PC und schließlich in die Engine meines Blogs.

„Cortex“ ist gerade ein Lieblingswort von mir. Der Neid der Besitzlosen, aharharhar! „Kleiner Scherz zur Auflockerung!“, wie Oberstleutnant Sanftleben zu sagen pflegte. Vermutlich hat das aber auch etwas mit „Fringe“ zu tun. Die coole Super-Braut Olivia Dunham wurde mit Cortexiphan behandelt. Es wundert mich, dass noch kein Pharma-Konzern diesen Produktnamen übernommen hat. – Ich schweife ab! Ich hoffe neuerlich, dass es sich dabei um freie Assoziation handelt und nicht um Gedankenflucht als typisches Symptom von Störungen des schizoformen Spektrums!

Ein Gedanke, der mir bezeichnenderweise nie gekommen ist – was wäre, wenn der Budenzauber urplötzlich aufhören würde? Dann würde mir erst recht keiner mehr glauben. Zudem kam das heute Nacht per Mental-Funk, ‚Bald ist Funkstille!‘ Das ist ein Aspekt, den ich nie beachtet habe. Was passiert dann? Stürze ich völlig ab?

Passt schon – am Sonntag werde ich 57. Dabei bin ich noch nicht einmal 17. Wie mehrfach bemerkt, hat das auch historische Ursachen, nicht nur histrionische.

Heute habe ich einen Psychiater aufgesucht, weil ich einen aktuellen Arztbericht brauche. In den insgesamt rund sieben Jahren meines leibhaftigen Erscheinens in begleiteten WG’s hat mich niemand darauf hingewiesen, dass es etwas wie betreutes Einzelwohnen gibt und dass das bei meiner Vorgeschichte als Wohnungsirrer geradezu maßgeschneidert für mich wäre. Aber das liegt natürlich an mir.

Ich hätte dergleichen auch in Iron Hut City** anstreben können. Es muss gar nicht jede Woche zweimal wer gucken kommen. Allein der psychologische Effekt, der sich daraus ergäbe, dass da wer ein Auge mit wohlwollendem Blick auf mich gerichtet hätte, würde die Spannung und Angst verringern, die ich in meinen eigenen Wohnungen fast immer erlebe.

Nun hat sich eine Art betreutes Einzelwohnen an einer Stelle ergeben, auf die ich in diesem Zusammenhang nie gesehen hätte. „Stelle“ hier im mehrfachem Sinne. Da ich mich nachher ärgern würde, wenn ich es nicht wenigstens probiert hätte, habe ich mich beworben. Große Hoffnungen mache ich mir allerdings nicht. Ohnehin gehen die Gespräche erst im oktoberfestlichen Monat September los. Mal kieken, ob Einer kiekt, dann werde ich ja sehen!

Neuerlich diese Erfahrung, dass ich unfähig scheine, im normalen Gespräch darzulegen, was mit mir los ist und worum es geht. Neuerlich hatte ich den Eindruck, der Doktor würde etwas denken wie, das Theater dieser Histrionischen wäre Einem als Psycho-Profi unwohlbekannt. Ost-Koske, die Drama-Queen mit Schwanz! Was soll es – alles Haschen nach Wind!

PS: Übrigens ist die Frage, warum ich nicht Kabarett spiele, mehrfach von mir beantwortet worden – das Fach der komischen Alten ist an allen Spielstätten besetzt. Eine der nervigsten Rückmeldungen per Mental-Funk in den letzten Monaten, ‚Kabarett‘. Das kommt früh, mittags, abends und nachts. Immer in kleinen Dosen. „Wer hat sich das ausgedacht?“, Zitat Frau Dr. Nina Hagen.

* Ich bin eigentlich aus hohen gutem Hause, man hat mich in der Wiege vertauscht. Wir berichteten mehrfach! – Auch hier wieder der Hinweis, dass ich von dem bereits von Freud erfolgtem Hinweis auf das für Histrionische Typische dieser freudlosen Wachphantasie brutalstgründlich unterrichtet bin.
** Genau – Hundeverbot in Eisenhüttenstadt! Deswegen kriege ich dort auch keine Wohnung. Zeichen ist angekommen! Grüße an die semiotische Guerilla! Den Begriff hat, glaube ich zu wissen, Eco in anderem Kontext geprägt, aber der passt hier auch oder gerade hier, wie ich mit der für mich typischen Arroganz anzumerken offenbar nicht vermeiden können zu sollen glaube. Oder so ähnlich, bla.

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