Opa wird pampig, hähä. – Aber: keine Therapie mehr!

Gestern hat K. seinen alternden Corpus wieder einmal über seine Laufstrecke getrieben, und er findet, dass er das jetzt sehr schön ausgedrückt hat und muss kurz innehalten.

Es war von kurz die Rede bzw. Schrift… Im April ist K. nun zweimal gelaufen; das ist großartig, so wird das was, der Trainingseffekt ist relevant für die Sporthochschule, *hüstel*.

Das geht so nicht, zumal K. letztens wieder feststellen musste, dass das mit den Wechseljahren beim Mann keineswegs nur Gerede ist, denn er wechselt augenfällig, indem er zum Beispiel Brüstchen kriegt; das geht gar nicht, da muss was gemacht werden, nicht nur durch Laufen.

So. Nun sind gestern drei Knäblein fein, okay, der Älteste vielleicht 16, auf einem E-Scooter am joggenden K. vorbei gerollert, und dieser Älteste hat aus voller Kehle: „Salem Aleikum!“ gebrüllt.

Zu seiner eigenen Verblüffung, ohne Joke gesagt, hat K. zurück gebrüllt: „Gesundheit!“, und ein Kichern wollte ihn ankommen; eine Übersprunghandlung reinsten bzw. unreinsten Wassers, und der sinistere Opa wird doch nicht etwa noch im Hier und Jetzt ankommen, Alter…

„Halts Maul!“ kam zurück, und in K. kam, seltsamerweise oder auch nicht, diese Art Kitzel hoch, den er aus den wenigen Momenten seines Lebens kennt, in denen er das Empfinden hatte, ins sprudelnde Leben dieser unserer dynamischen Postmoderne da draußen zu rutschen, oder wie man da sagt als voll der fitte Privatpublizist der Spezialisierungsrichtung Allesgeheimphilosoph. Hierauf hat man sich feindlich gesinnt, aber friedlich rollernd bzw. joggend auseinander gelebt.

K. ahnt, was dahinter steckt, aber das behält er denn doch für sich, weil das voll Eso ist, Alter; der hatse doch nich alle, höhöhö. Irgendetwas ist da jedoch in dieser unserer Postmoderne, das als eine Art kollektives Unbewusstes sehr frei nach C. G. Jung unterschwellig webt und wirkt, und basta, Ihr Mitgliederinnen des Freudeskreises Anna Lyse.

(… Verschwörungstheorie, ha… im Auge behalten…)

Da ist viel Wut, da ist viel Wut… Ja ja. K. fällt dazu diese Episode in A. ein, Hauptversammlungsplatz der Sueben, in der er von einem Abgehängten, den er noch nie gesehen hatte, auf offener Straße angefahren worden ist: „Du mit Deiner X.!“ „X.“ war nach Meinung dieses Spontanrückmelders der Name von K.’s damaliger Analytikerin. Der Typ schien überzeugt, sie hätte denselben Namen wie der damalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in D., während die beiden Namen in Wahrheit nur sehr entfernt ähnlich klingen.

Natürlich hat K. den Vorfall sofort verdrängt; „Weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf“, um nicht ganz passend Christian Morgenstern zu zitieren.

Wie ist der Typ dazu gekommen, K. als anwesend und sichtbar und überhaupt wahrzunehmen? Woher hatte dieser Kunde die Kunde von dieser Therapie? – Rein rhetorische Fragen, nun schon zur Tradition geworden.

Usw. K. hat den Vorfall gar nicht erst erwähnt in der Freudvollen Redekur, denn da wäre bestenfalls ein Textbaustein gekommen wie, der verinnerlichte Vater hätte sich als feindseliges Über-Ich in destruktiver Aggression gegen K. gerichtet. Schlimmstenfalls wäre der Vorschlag erfolgt, es mit niedrigpotenten atypischen Neuroleptika zu versuchen, um die Grenzen nach außen ein bisschen zu schließen, worauf K. jedes Mal erfolgreich den Drang zu unterdrücken vermochte, ebenfalls ein paar Grenzen zu schließen.

Im Auge behalten! – K. hat es vier Mal mit solchen Smarties versucht. Einmal ist er aus den Latschen gekippt, am frühen Morgen vor der Zeitungszustellung, wobei zum Glück nichts passiert ist, und einmal hat K. derartige Panikattacken bekommen, die er seinem schlimmsten Feind nicht wünschen würde, dass der damalige Chefarzt sinngemäß gesagt hat, K. solle die hochwertigen Pharmazeutika in die Tonne treten und ins Haus der ewigen Kindheit kommen.

Das waren noch Zeiten! Da hatte K. seine Zukunft noch nicht völlig hinter sich und hat noch geglaubt, süüüß, dass Therapie ihm helfen könnte… Nun aber schickt er sich an, milde zu verdämmern, ohne größere Kollateralschäden an Sozialkörpern zu verursachen; als Nächstes wird er aus dieser WG ausziehen und die Gruppe beginnt sich zu schließen, ha!

***

K. schweift keineswegs ab, vielmehr ihm heute von einer Gruppentherapiesitzung geträumt wurde. Nach den üblichen Vorstellungsfloskeln sagt ein junger Mann, der K. gleich aufgefallen ist, weil er wie ein bekannter britischer Schauspieler aussieht, er wäre nicht so weich, wie er glaubt, wahrgenommen zu werden, sinngemäß.

K. versucht nun, sich in der Weise zu äußern, dass er diese gewissermaßen Verhärtung nicht gut fände, wiederum sinngemäß, aber er kommt nicht dazu, diesen Gedanken auszuformulieren, weil einige, sorry, Tussies tuscheln und kichern und sich Blicke zuwerfen, als wollten sie sagen: Der nun wieder! Was ist das denn für ein Teil!“ usw.

Jetzt passiert etwas, was K. aus der Realität ungut kennt; eine Woge ungeheurer Wut jenseits oder vor den Worten kommt in ihm hoch, und er springt auf, brüllt irgendetwas und verlässt männlich-herb, harzig-holzig mit Türen knallend den Raum und das Gebäude.

Kurz gesagt bzw. interpretiert – keine Therapie mehr! Diese Deutung würden allerdings MitgliederInnen eines gewissen Sektors des Freudeskreises Anna Lyse als konkretistisch bezeichnen, aber das haben die kostenlos in ihrem Filterbläschen im Stadtwäldchen.

Da ist viel Wut, da ist viel Wut… Ja ja. Eine der Diagnosen aber, die K. zuteil wurden, ist Borderline, und K. ist der Erste, der diese Diagnose anficht; allein, sie wurde von einem Chefarzt gestellt und muss demnach stimmen (???)…

*Kraftvoll hüstel*. – Der vorhergehende Chefarzt hat eine schizotypische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert; geh‘ zu vier Ärzten und Du hast fünf Diagnosen, altes Ding. Eigentlich aber ist K. stinknormal und spielt den Simulanten, ja ja. Leuten, die so was raus hauen, wünscht K. immer wieder boshafter Weise, sie mögen einmal einige Stunden wie dieser Marine im Rollstuhl in „Avatar“ gewissermaßen in K.’s seelischen Innenraum gehen; die würden nie wieder solchen Käse labern, des seiest Du gewiss, herbe Dame Welt.

Diese Impulsdurchbrüche aber, wie der eben oben im Traum erlebte, sind Borderline; sie sind nicht steuerbar, wie beim sich anbahnenden Niesen, bei dem man sich an der Nasenwurzel reibt, kann man sie nur bis zu einem bestimmten Punkt anhalten, dann platzt alles raus und die vorwiegend rückwärtig ausgeschiedene Fäkalie von zumeist pastöser Konsistenz ist am Dampfen.

Mit solchen Impulsdurchbrüchen hat K. sich schon mehrfach selbst ins Knie geschossen, zuletzt wohnheimlich durch Milchtütenabwurf, mit dem er die Zielperson nicht einmal getroffen hat, worauf er aber dennoch wegen Gewaltanwendung packen musste und in wenigen Augenblicken demoliert hat, was er in drei Jahren an minimalem Background erreicht hatte, heule heule heule.

So vergehen die Tage, die auf Erden ihm gegeben sind, und das war das Wort zum Sonntag aus der Unterschicht, häff fann usw.

PPS: Bla.
PPS: Beim Googlen nach dem eben oben erwähnten britischen Schauspieler hat K. festgestellt, dass dessen Kollegin Rosa Salazar bereits 37 ist. 37! Hammergut gehalten, Mann; ja ja, K. ist ein scheiß Macho. Durch wenige logische Schlüsse könnte man jetzt ermitteln, welcher Schauspieler gemeint ist, hä hä.

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