Xrvjtuikloöäß. – Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

Es hilft ja alles nichts, um wieder einmal volkstümliche Ausdrucksweise vorzutäuschen, aber es ist jetzt 04.42 Uhr am Sonntagmorgen*, woran nicht schuld zu sein K. mit vorwiegend gutem Gefühl immerhin wahrnimmt, und es sammelt sich Text in seinem Neocortex; halt Neocortext, meine Herren, wie originell wieder. Das hat nichts mit der einen Sache zu tun, denn diese Ansammlung hat auch stattgefunden, als K. beim Weibe gelegen ist, oder wie man dergleichen formuliert im unrentablen Bemühen, sich in einer Art altertümlich auszudrücken, die man verstohlen für klassisch hält.

K. gestattet sich, es immer wieder erstaunlich zu finden, wenn dann, wie eben oben, ein Satz da steht, obwohl K. immer wieder das unwohl bekannte Empfinden hat, dermaßen unschöpferisch zu sein, dass er das mäandernde Verknüpfen von Wortketten im Interesse der gruppendynamischen Mentalhygiene lieber bleiben lassen sollte.

Auch hält K. bezeichnenderweise den Gedanken für witzig, der ihm seit einer halben Stunde durch den Kopf geht, weswegen er ihn nun seiner zu Recht unübersehbaren Nichtleserschaft nicht vorenthalten möchte. Etwas dachte nämlich in K., dass er nach dem neuerlichen Ausbleiben der dringlichen Bitte, einen vakanten Posten als Chefredakteur zu besetzen, neuerlich Zeitungen zustellen könnte.

K. hat denn auch gestern, weil er zu faul war, die paar Schritte zum Schreibtisch zu gehen, um seine große Schere zu holen, eine Anzeige aus der „Süddeutschen“ ausgerissen, mit der Leute gesucht wurden, die nachts Printmedien in diese Blechkästen in Hausfluren zu stecken bereit wären. K. verfügt, obwohl er zur Unterschicht gehört, auch noch über eine kleine Schere, aber das natürlich am Rande.

Die Weltgeistin muss ja etwas bezwecken damit, dass sie K. seit etwa 14 Tagen jeden Morgen zwischen drei und vier Uhr hellwach werden lässt, was er seit einem knappen Vierteljahrhundert nicht erlebt hat. Es dürfte sich wohl, so denkt etwas in K., um die, *hüstel*, eingefaltete Aufforderung handeln, einem Job nachzugehen, und da käme nach K.’s Ermessen außer Zeitungszustellung kaum etwas in Frage.

Vor einem knappen Vierteljahrhundert, im Januar 1999, hat K. einen seiner längsten Versuche beendet, Anschluss an die bewussten Teile der siegreichen Arbeiterklasse zu finden. Er hatte in Big B etwa viereinhalb Jahre am Stück Zeitungen ausgetragen, und zwar nicht als Nebenjob, sondern als minimal 30-Stunden-Job mit einem monatlichen Einkommen von ca. 1100 Mark. Dazu muss man allerdings vielleicht anmerken, dass die damalige Miete seiner Wohnung zuletzt den postsozialistischen Tiefstwert von 186 Mark erreicht hatte.

Ja, K. hat manchmal, okay, des Öfteren, Anwandlungen der Art, dass er sich nach seinem hinterhöflich-seitenflügeligen Stübchen in Mitte zurück sehnt, in das nachts die Warnleuchten des Fernsehturms hinein gewarnleuchtet haben. Um neuerlich zu zeigen, dass seine Wahrnehmung zumindest zuweilen adäquat scheint, beeilt sich K. hinzuzufügen, sich durchaus darüber im Klaren zu sein, dass diese Warnleuchten tagsüber nicht geleuchtet haben, aber dafür gab es nunmehr Bananen.

Ja, K. hält es für die zweite große Dummheit seines Lebens, dass er den als therapeutische Interventionen gemeinten Agitationen mehrerer Mitgliederinnen des Freudeskreises Anna Lyse nachgegeben und 1999 Wohnung und Job in Big B gekündigt hat, jammer jammer jammer.

Die erste Dummheit war, aber das nur wieder am Rande, dass er nach den etwa zwei Jahren im Schülerwochenheim ins Elternhaus zurück gezogen ist, denn er war schon im Freien; er hatte sich aus dem konfliktauslösenden Milieu abgelöst, vergleiche Höck und König 1975, war nich‘ alles schlecht, ja ja, und dann ist er wieder zurück getappt, der Jugendfreund von der traurigen Gestalt.

Bla.

(… diese kinderheimlichen Anmerkungen richten sich nicht gegen die bösen Eltern, die an allem schuld waren usw…. die waren ja auch „nur“ traumatisierte Kriegskinder, und die gab es offiziell nicht…)

Des Öfteren sieht K. dann, während er derartige Anwandlungen durchaus aushält, vor seiner geistigen Brille Big B bei Nacht, wie es sich ihm als Zeitungszusteller dargestellt hat, und er hält es nicht für ostalgisch, nostalgisch oder dinostalgisch zu sagen, das hätte was gehabt.

Tja, und nun neigt sich sein Ende dem Leben entgegen, aber so ist es halt, bla bla bla, und es gibt Schlimmeres, blubb blubb blubb.

Abgesehen aber davon, dass Dr. K. gesagt hat, K. solle mehr jammern, kann es gar kein Jammern sein, was K. mit diesen memories betreibt, denn diese bisher von ihm absolvierten 61 Jahre sind, wie erst höchstens 50 Mal erwähnt, nur Probe, und im nächsten Leben geht es anders lang.

Auch sind derartige Assoziationen gar nicht nur vergangenheitsbezogen, vielmehr sie K. das gute Gefühl geben, dass da noch was ist, dass er noch nicht total kompostimäßig zugange scheint usw.

So. – Ph!

Es ist viertel nach Sechs, und K. weiß, dass er auch dazu nicht das Geringste beigetragen hat, aber er wird jetzt das Tablet ausschalten, die Brille absetzen, nicht verdrossen zwar, aber doch auch dynamisch am Präputium zupfen, da er einschlägige Bedürfnisse mit dieser Textour Freudvoll sublimiert hat, und wird dann schließlich das tun, was Penner halt tun, pennen.

Womöglich aber werden doch noch besorgte Bürger kraftvolle Fachkräfte ordern, denn eben hatte K. einen klassisch hysterischen Kicheranfall (KLAHYKANF), der ihm jedoch keineswegs als grenzpathologisch erscheint, sondern ihn mit heiter-gelassenem Behagen erfüllt, was ihn wiederum misstrauisch macht.

Daher wird K. nun seine homoerotischen Anteile nicht sublimieren, sondern ausleben, indem er sich, wie bereits angekündigt, in Morpheus‘ Arme begibt.

Wirft. – Schmiegt, hach…

(… merkt nich‘, dissa schwul is‘, merkt nich‘, dissa schwul is‘, hähähähä…)

(… man sieht sich in der Fickteuchallee, Ihr Edel-Eumel…)

* Der Datumsstempel dieser Textour ist unzutreffend, denn K. hat diesen Beitrag am Morgen des 29.01.2023 schier spielerisch in die Weltliteratur eingefügt, hat den Text jedoch an ein am Vortag angefangenes und vor allem bereits gespeichertes Posting angehängt; wir bitten um diskrete Anteilnahme.

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12 Antworten zu Xrvjtuikloöäß. – Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

  1. Herr Ösi sagt:

    Xrvjtuikloöäß ist finnisch sagt Herr Ösi
    Xrvjtuikloöäß übersetzt Google mit Xrvjtuikloöäß

    … auch nicht schlecht…

  2. Herr Koske sagt:

    So weit bin ich noch gar nicht. Ich habe jetzt festgestellt, dass man mit dem Teil telefonieren kann, habe aber noch nicht telefoniert, und dann habe ich mehrere Selfies gemacht, bei deren Auswertung ich schier schnurstracks begriffen habe, warum junge Mütter ihre ganz jungen Kinder festhalten, wenn ich vorbei gehe…

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