(… Maul, Paul…)*

Da sitzt er nun, der arme Tor, und kommt zu Recht sich dämlich vor; ein bisschen Größenwahn muss sein in dieser unserer dynamischen Postmoderne da draußen, zumal dann, wenn man sich, in welcher Form auch immer, und im Bloghäuschen schriftlich vor sich hin Murmeln ist eine solche Form, in den Medien zu äußern versucht.

Zudem hatte K. erst letztens darauf verwiesen, dass Goethe die Technik der systematischen Desensibilisierung bzw. vielmehr der gestuften Reizkonfrontation gegen seine Höhenangst angewendet hat, obwohl diese Techniken erst viele Jahrzehnte später überhaupt auch nur beschrieben wurden; man hat es halt mit einem Genie zu tun, tandaradei!

Nein, K. hält sich nicht für ein Genie, wie originell wieder; er ist nur hochbegabt, und das ist schlimm genug, und das hat K. nicht nur witzig bzw. „witzig“ oder in Vollzug von möchte gern intellektueller Koketterie oder einer Attitüde gemeint.

Es gibt gar ein Buch, und K. ist jetzt zu faul, Mama Google deswegen anzugehen, dessen Titel „Hochbegabt und dennoch glücklich“ oder zumindest ähnlich lautet, und K. kann und will nicht verhindern, dass er jedes Mal, wenn ihm dieser Buchtitel einfällt, zumindest in Andeutungen jenen Zuckungen erliegt, die man gemeinhin „Kichern“ zu nennen pflegt.

K. gestattet sich nun immer wieder, man gönnt sich ja sonst nichts, die Selbstbehandlung Goethes mindestens als des Merkens würdig zu empfinden, und es grübelt immer in ihm in dieser Richtung, und auch deswegen dieses sehr freie Zitat aus dem „Faust“ am Beginn dieser Niederschrift bzw. Niedertippe.

So. – Nun steht hier schon Einiges da, oder so ähnlich; „Faszinierend!“, wie Mr. Spock keineswegs unpassend angemerkt hätte.

Eben kam wieder, mit einer weiblichen Stimme und scheinbar von unten durch das Ohropax in K.’s, Überraschung, Ohren hindurch: ‚Kuckuck!‘. Brauchst gar nicht anfangen mit Schreiben, ist sinnlos und überflüssig usw.

Immer wieder fragt sich K. in seiner Neigung zu geistigen Martyrien, *hüstel*, wie er sich hochwertiger einschlägiger Sozialisation unterzogen habenden Mitgliederinnen und Mitgliedern des Freudeskreises verklickern soll, dass er nicht psychotisch spinnt, nicht, O-Ton vox populi, „den Simulanten spielt“, nicht Pseudologia phantastica unterliegt usw. Diese Frage hat K., milde formuliert, schon des Öfteren gestellt, was ihm immerhin bewusst ist, aber die Hoffnung stirbt zuletzt, bla bla bla.

K. kennt diese Technik für im Schreibfluss blockierte Schrift Stellende durchaus, einfach alles aufschreiben, was Einem durch Herz und Hirn geht, oder so ähnlich; er ist ja nicht völlig blöd, ein bisschen schon, aber nicht komplett.

(… fester… fester… aaaaah… sorrysollte K. den Autoren des letzten oder als nächsten geplanten DSM das neue Syndrom „mentaler Auto-Masochismus [MAMA]“ vorschlagen… „Kleiner Scherz zur Auflockerung!“, wie der völlig zu Recht immer wieder zitierte Oberstleutnant Sanftleben sagen würde…)

Tja, nun ist es wieder soweit; nachher fährt K. zu diesem Maßnahme-Träger, bei dem es unter anderem um eine Kompetenzanalyse gehen wird. Es wird dort zu ermitteln versucht werden, ob und inwiefern K. in der Lage ist und bereit scheint, adäquat in die Tasten zu tasten, so dass man eine Fortschulung oder Umbildung in Richtung von was mit Computern angehen könnte, weil Opa tatsächlich noch Ressourcen hat auch diesbezüglich.

Oder so ähnlich. – Aber es hat heute Stunden gedauert, bevor K. überhaupt anfangen konnte, auf die Tastatur einzudreschen, textender Weise; er hat nur wieder, was in der Tat besser ist als gar nichts, ein bisschen geblödelt, siehe letztes Posting.

Schon seit gestern Abend ist K. wieder in totaler Spannung, und da haben wir ihn doch wieder, den Spanner, urst lustich (???), weil er heute diesen Termin hat.

Das hat nichts mit Schwellenangst zu tun oder damit, dass K. nach langer Zeit relativer Isolation sich in eine dialogische oder gar Gruppen-Situation begeben muss. Dieser Effekt, oder wie immer man das Phänomen nennen mag, wirkt auch oder sogar gerade dann, wenn K. bereits monatelang beispielsweise in einem Job zugange ist. Es gibt nichts Anderes mehr als diese eine Sache; K. kann nichts Anderes mehr tun, er ist sozusagen monomanisch konzentriert und alles Andere ist weg, wie nur geträumt oder in einem Buch gelesen oder in einem Film gesehen.

Bla. – Das ist, urst lustich (???), ein bisschen was Anderes als zu faul zu arbeiten und schmarotzend vierfach vor sich hin hartzen oder neuerdings bürgergeldern.

Man beachte die Hervorhebung in relativer Isolation“. Es scheint ihm, wie K. aus reichlicher praktischer Erfahrung leider weiß, nicht möglich zu vermitteln, was allerdings zugegebenermaßen auch an ihm liegen könnte, dass er nicht den einsamen Reiter in der Wüste spielt, vielmehr die fast totale Isolation die sozusagen Lebenslage ist, auf die K. in seinen ersten sieben Jahren als Vierkäsebreit geprägt, wenn nicht konditioniert wurde. Das ist sein „Normalzustand“, er leidet da nicht wirklich drunter, die vermeintliche Symptomatik ist ich-synton.

Das scheint, wie gesagt, schwer oder gar nicht zu vermitteln selbst gegenüber zugewandten Personinnen und Personen mit Uni-Diplom, heule heule.

So. Da K. üben sollen muss, das Positive zu sehen, wird er in wenigen Minuten voll happy sein, am ÖPNV teilnehmen zu dürfen, obwohl er nicht über ein Smartphone verfügt, denn er begibt sich nun in das eben oben angedeutete informatikaffine Soziotop (INAFFISOZ), ha!

Bla.

* Neuerlich versucht der K., im Mainstream zu plantschen, indem er massennahe Ausdrucksweise vortäuscht; wir bitten um diskrete Anteilnahme.

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