(… K. erörtert sein Misstrauen gegen sich, Bruchstück Nr. 1…)*

Doch wieder Kaffee? – Doch wieder Kaffee! Überrascht war K. gestern Abend bzw. heute Nacht nicht, als er beim Googlen in wenigen Minuten ein halbes Dutzend sich gegenseitig völlig widersprechender Beiträge über die Wirkung von Kaffee auf Körper und Psyche des rezenten Hominiden auf dem dritten Planeten des Systems gefunden hat.

Dergleichen ist K. jedoch schon aufgefallen, immerhin, als er bis 1999 in Big B Zeitungen zugestellt hat und daher immer an kostenlose Ausgaben fast aller Printmedien gekommen ist.

Interessanter Weise war ausgerechnet die „BILD“ die einzige Zeitung, die immer genau auf Stück abgezählt war, und so kommt man zu was, und das ist legitim, denn das ist Marktwirtschaft, und K. versteht das, denn er hatte in Stabü ’ne Eins, guckst Du hier…

Was geht, Digga; mach locker?!

Nein, K. gibt nicht an, ‚dissa Abitur hat‘, korrekt, O-Ton vox populi, allerdings nicht in diesem Moment, vielmehr er sich nicht sicher ist, paranoid reagiert zu haben mit dem wiederholt gehabten Eindruck, man könne ihm Urkundenfälschung unterstellt haben; er musste denn auch dieses Zeugnis vom bayerischen Kultusministerium beglaubigen lassen. K. bemüht sich, sichtbar zu werden, und stellt sich naturgemäß, weil persönlichkeitsspezifisch, ziemlich dämlich dabei an; wir bitten um diskrete Anteilnahme.

Dabei hatte K., der freakig schräge Hiob-Verschnitt für die Unterschicht, ausnahmsweise Glück, denn er benötigte für diese Beglaubigung der Rechtmäßigkeit des Anscheins seiner Existenz eine Bestätigung seiner ehemaligen Schule, und die gab es zwar nicht mehr, aber der Rektor des sozusagen Nachfolge-Gymnasiums war K.’s ehemaliger Klassenleiter, der sich übrigens, weil ein weiser Mann, erheitert gezeigt hat über K.’s unvermittelte Wortmeldung, obwohl K. weit entfernt sein dürfte von der Klientel, auf die Lehrer stolz sein können.

Mehrere ehemalige Mitabitouristen des K. sind erfolgreich praktizierende Ärzte oder Zahnärzte, einer war stellvertretender Rektor eines Top-Gymnasiums, einer ist promovierter Leiter eines Stahlwerks, einer wollte schon als Vierkäsebreit was mit Autos machen und ist jetzt promovierter Kfz.-Ingenieur mit sehr gut gehendem Autosalon incl. Werkstatt.

Und so weiter… Nie, nie, nie wird K. zum Klassentreffen gehen, wobei sehr wahrscheinlich eh‘ keines mehr stattfinden wird, und wozu auch, das Ende neigt sich nun dem Leben entgegen. Zudem muss es auch Loser geben, damit sich die Winner besser abheben können; das Figur-Hintergrund-Problem, nicht wahr, steht alles im Internet.

K. wäre auch nicht zum 30. seiner zu dem führenden Klasse gegangen, was man heute „mittlere Reife“ nennt, wenn man ihn nicht, ohne Ironie usw. gesagt, auf geschickte Weise überrumpelt hätte.

Allerdings ist K. dann, was offenbar nicht wirklich gut angekommen scheint, im Kreise ehemaliger Mitschüler, von denen er einige auf der Straße nicht erkannt hätte, umher gestrichen wie dieser Typ in „Garden State“ bei einer Party mit schulischen Leidgenossen, wobei K. nicht einmal mit vom Psychiater-Papa verschriebenen Smarties zugedröhnt war.

Übrigens ist dieser Streifen der Favorit der K. bekannten Filme mit Königin Berenike nach Dr. Feuchtwanger; sorry, mit Natalie Portman, ja, wieder zeigt sich K.’s latenter Antisemitismus, aber das nun wirklich am Rande.

(… man sagt „Streifen“, denn das ist literarisch, interlecktuell und – überhaupt…)

Worum geht es hier? Hat K. ein Thema? Ist das nicht bereits Gedankenflucht, was hier abgeht? Verständigen Sie gegebenenfalls kraftvolle Fachkräfte!

Nun, K. hatte auf seinen Stammtouren eh‘ keine „BILD“, nur auf einer Sonntagstour, und das reimt sich sogar wieder, obwohl es reichlich ungereimt ist, und fürwahr scheint Sprache für die Menschen zu denken, und auf dieser Sonntagstour, die er als Vertretung gelaufen ist, hat K., jetzt kann er es ja sagen, ein solches Teil mitgehen lassen, wonach es erstaunlicherweise gar nicht vermisst wurde.

K. hat sich gewundert, dass alle auf diesem Printmedium herum gehackt haben, denn er konnte eine seltene Kongruenz von Anspruch und Wirklichkeit feststellen, denn es gab Bilder.

Nun hat sich auch K. einmal in seiner unbeholfenen Art am BILD-Bashing beteiligt, und jetzt wartet er darauf, dass sich die Genugtuung einstellen möge, die sich einstellen sollte oder gar müsste, weil K. ein bisschen im Mainstream geschwommen ist, *plätscher*…

Worum geht es? Hat K. ein Thema? Ist das, was er eben wieder betrieben hat, oder was durch ihn als eine Art Medium hindurch und aus ihm als solches heraus betrieben wurde, bereits Gedankenflucht oder noch freies Assoziieren? Dies sind zugegebenermaßen neuerlich rein rhetorische Fragen; allein, wir bleiben dran, wir berichten.

Nun, K. hat damals, in Big B, an jedem Sonntag ein regelrechtes Ritual ausgeführt, indem er beim und nach dem Frühstück stundenlang legitim mitgeführte Zeitungen gelesen hat, wovon der Fachkater Ramses Nasebeiß immer erneut fasziniert schien, was wiederum K. immer wieder fasziniert und erheitert hat.

Gern erinnert sich K. der Zeiten, als er Zeitungen noch durchweg, sooo süüüß, für Wertpapiere gehalten hat…

Bei dieser innig-intensiven Lektüre hat sich K. immer wieder die Frage gestellt, ob der jeweilige Chefredakteur eigentlich wenigstens noch einen Überblick über die Beiträge seiner Zeitung hatte, zumal in der Sonntagsausgabe seines Blattes, und ob er den überhaupt haben konnte. Ebenfalls immer wieder aber hat K. bei seiner Zeitungsschau Beiträge gefunden, in denen neueste Erkenntnisse der Forschung erörtert wurden, worauf er dann einige Tage später auf einen anderen Artikel zum Thema gestoßen ist, in dem zu Ergebnissen der betreffenden Forschungen das Gegenteil dargelegt wurde.

Dieses Phänomen scheint jedoch recht schnell und einfach erklärbar, da K., was von der vox populi deutlich heraus gearbeitet worden ist, die Wende verpennt hat, was sich zudem unschön anschaulich in der Verwendung von DDR-Sprech wie „heraus gearbeitet“ zeigt. K. hat daher erhebliche Schwierigkeiten, die Meinungsvielfalt der pluralistischen Gesellschaft in der Marktwirtschaft zu begreifen.

„Klar so weit?“ Zitat J. Sparrow, leitender Fachpirat.

(… eben kam per Mental-Funk: ‚Einfacher Arbeiter!‘… K. sollte richtig dichten und ist doch „nur“ wieder am Berichte Schreiben, Klappe, die 234…. wird K. es in diesem Leben noch erleben, dass sich aus welchen Gründen auch immer einer hochwertigen einschlägigen Sozialisation unterzogen habende Mitgliederinnen und Mitglieder des Freudeskreises Anna Lyse schnallen, dass K. nicht spinnt, nicht simuliert, nicht ein wenig vor sich hin psychotisiert usw…. genau, noch eine rein rhetorische Frage… außerdem, um auch das zu wiederholen, sind das doch sehr seltsame „Hallus“, Klappe, die 234…. nein, K. sieht sich jetzt nicht, im Unbewussten, als Fülmrehschissör, thx, folks…)

Worum geht es? Hat K. ein Thema?

Nun, K. hat schon seit Langem den Verdacht, dass ihm, milde formuliert, Kaffee nicht gut tut, und es kamen auch, was nicht einmal K. selbst überraschen konnte, bereits des Öfteren Mentalfunksprüche zum Thema.

Allein, K. ist im Widerstand und trinkt daher weiter Kaffee; garstige Hobbitse, garstige Hobbitse.

Ja, das kann man doch nun aber mit wenigen Worten sagen, kann man nicht? – Kleine Übung im englischen Fragesatz wieder, nicht wahr…

Das will K. jedoch nicht, denn er muss sich entladen; es geht nicht ohne die regelmäßigen Eruptionen von Textmassen, und K. hat das, wie erst höchstens ein Dutzend Mal erwähnt, des Öftersten, oder so ähnlich, ausprobiert.

Bis hier also die erste Eruption des Tages. Dergleichen ist keine Arbeit, es ist asozial psychopathischer Eskapismus; im Auge behalten, den Mann.

Bla.

PS: Dies ist ein Feuilleton, denn K. hat, im Sinne von Meta Phorisch, versteht sich, auf einer Glatze Locken gedreht, tandaradei!

* Korrekt, es ist mit weiteren solcher Bruchstücke zu rechnen; im Auge behalten, den (Schizo-)Typen!

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