(… K. übt nach wie vor, sich kurz zu fassen, Folge 234…)


Quelle.

Kürzlich bereits hat K. angemerkt, dass die Serie „Dark“ ihm schon nach kurzem rein Sehen mindestens so gut erscheinen wäre wie überseeische Produktionen; jetzt, da er bis zur einschließlich dritten Folge der zweiten Staffel gekommen ist, erklärt er mit seiner persönlichkeitsspezifischen sowohl als auch störungsspezifisch geübten Arroganz, „Dark“ wäre besser, und um Längen.

Diese sozusagen vorläufige Einschätzung trifft völlig unabhängig davon zu, dass K., gnihi, völlig den Überblick verloren hat, wobei er den Verdacht nicht los wird, dass er sich damit endlich wieder einmal in einer, igitt, Gruppe zu befinden scheint.

Man, und wirklich „man“, nicht nur K., muss richtig aufpassen und vor allem mit- und nachdenken; geht ja überhaupt nicht, *hüstel*.

Es gibt viele Versuche, darunter erklärtermaßen bewusst unternommene, Familiengeschichten filmisch zu erzählen, die, und das muss jetzt kommen, korrekt, an „Buddenbrooks“ wenigstens heran reichen könnten; das bekannteste und wohl auch gelungenste Beispiel dürfte Bergmans „Fanny und Alexander“ sein.

Diese Serie nun scheint in der Tat eine Familiensaga, jedoch auf mindestens merkwürdige Weise, was K. ausdrücklich als Kompliment gemeint hat; man betrachte das, das sowie das.

Es gibt diese Ähnlichkeiten etwa zu „Stranger Things“ und „Hanna“ wie vor allem mysteriöse Anlagen im Wald usw., aber dieses Atmosphärische, das sich schwer in Worte fassen lässt, ist in „Dark“ weit intensiver und scheint absichts- und kunstvoller Weise eingesetzt; vor allem geht es nicht nur um prallbuntes Schwelgen in 80er-Jahre-Stimmung usw., das K. allerdings entzücken und betrüben musste.

Entzücken, weil die 80er die Zeit auch seiner körperlichen Jugend waren; betrüben, weil K. sich mit seiner inneren Kündigung mit ca. 12 selbst um seine Jugend gebracht hat und vor allem leider klug genug ist einzusehen, dass wesentlich er das hergestellt hat, und nicht die Eltern, die Stasi, die Erichs, das Finanzamt, die Flüchtlinge und überhaupt die schuld sind. Andererseits hat wohl bereits die Symptomatik einer beginnenden Störung des schizoformen Spektrums eingesetzt, wie auch erst bereits höchstens ein Dutzend Mal erwähnt. Das aber am Rande und weil K. wieder einmal über sich sprechen wollte, was er sehr selten versucht, *hüstel*.

Zudem ist der Horror in „Dark“ vorzüglich da, wo er wirklich ist, nämlich in dem, was zwischen Menschen abgeht oder ausbleibt. Dabei ist auch, Witz, komm raus, Du bist umzingelt, das utopische Moment oft im Alltäglichen; beispielsweise fährt ein Einäugiger Auto, der wohl, Witz, komm raus, Du bist umzingelt, noch weniger räumliches Sehen haben dürfte als K. Schließlich entwickelt „Dark“ oft geradezu philosophische Ambitionen, die weit über Unterhaltung hinaus gehen.

Was wollte K. nun mit alldem sagen, zumal er sich darüber im Klaren ist, dass er kaum etwas Neues gesagt haben dürfte, sondern nur wieder, aber immerhin im Vollzug löblichen sozialen Denkens, psychoprophylaktisch seinen Geltungsdrang und seinen Narzissmus entladen?

Hoffentlich gibt es sehr bald sehr viel mehr von so was

Außerdem muss K. sich zu dieser Produktion hingezogen fühlen, weil seine Vermutung sich schnell bestätigt hat, dass wieder ein bisschen des ihm unwohl bekannten Budenzaubers drin vorkommt, und weil er zweitens beabsichtigt, im nächsten Leben einen anständigen Handwerksberuf zu erlernen wie zum Beispiel Quantenmechaniker; „Kleiner Scherz zur Auflockerung!“, wie Oberstleutnant Sanftleben gesagt hätte.

Es hat den Anschein, dass K. mit seinen mystischen, mysteriösen, magischen oder wie auch immer Symptomen, Empfindungen, Gedanken und Erlebnissen nicht janz weit draußen sein könnte, wie er immer gehofft hat, weil er ja was Besonderes ist, ja, was Besseres

(… *kraftvoll hüstel*…)

Diese Träume mehrerer Hauptfiguren, in denen vergangene oder zukünftige Ereignisse in ähnlicher Weise buchstäblich durchgespielt werden, wie Spitzensportler in einer Art Oberstufe des autogenen Trainings ihre Übungen mental trainieren. – Das ist wieder sehr durchsichtig, nicht wahr; K. will rein und mit und sucht nach einem Trittbrett; der Mann ist so leicht zu durchschauen, sogar von sich selbst.

Bla.

PS: War das jetzt kurz genug für diese unsere dynamische Postmoderne? – K. kennt sich, wir berichteten, ganz gut aus mit der Postmoderne, denn er war auch etliche Monate lang als Briefträger, aua, zugange; allein, er muss diesbezüglich noch an sich feilen. Oder so. (Rumort im Werkzeugschrank herum. Abhang Vorhang.)

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4 Antworten zu (… K. übt nach wie vor, sich kurz zu fassen, Folge 234…)

  1. Herr Ösi sagt:

    Jetzt hast du mich neugierig gemacht…

    Na gut, ich werd mal reinschauen.

    • Herr Koske sagt:

      „Sie bewirken nichts, Herr Koske!“; Dipl.-Psych. N. in den heilend hallenden Hallen des heiligen Joseph…

      (… ich bin nicht nachtragend, aber ich vergesse nichts…)

  2. Herr Ösi sagt:

    Naja. 15 Minuten durchgehalten. Dann war Schluss.

    Ich muss zugeben, kein Serienjunkie zu sein…

    (Früher, so um die 40, habe ich gern den Rosaroten Panther und Schweinchen Dick geguckt. Aber dafür bin ich nun auch zu alt…)

    • Herr Koske sagt:

      Das kenne ich nun wieder nur vom Hörensagen… Und das mit dem Serienjunkie, als der ich auch nur Mittelmaß bin, hat bei mir erst mit 40+ angefangen…

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