(… ein Zeichen… ha…)

Selbstverständlich hat K. trotzdem ein Häkchen gesetzt, was übrigens auch ohne Weiteres funktioniert hat, denn er war schon immer im Widerstand, hoho! Selbstverständlich ist K. als Bewerber für die letztens besichtigte Wohnung abgelehnt worden. Selbstverständlich weiß K., dass er sowieso keine Wohnung mehr kriegt, und selbstverständlich wird er sich weiter bewerben, denn er war schon immer im Widerstand.

Tja, so hat jeder seine Probleme, und selbst der alte weiße Mann aus der Unterschicht erlebt Abenteuer und kommt ein bisschen rum, *hüstel*.

Korrekt, K. ist selbst schuld, er hätte ja besser aufpassen können in der Schule usw., und soweit wieder die Löffelchen Zynis- und Sarkas-Mus zur Anregung von Verdauung, Durchblutung, Haarwuchs sowie der Durchlassfähigkeit der Gallengänge.

Was übrigens die Haare angeht, so wachsen die durchaus freiwillig und selbstständig, nur nicht da, wo sie erwünscht sind, sondern zum Beispiel aus den Nasenlöchern, von pikant intimen Stellen zu schweigen, während oben eine lichte Stelle sich anzudeuten beginnt. Selbstverständlich lässt sich das umdeuten, zum Beispiel durch die Anmerkung, dass die hohe Stirn des K. nun bald noch deutlicher erkennbar wäre, *hüstel*.

Das natürlich alles am Rande! K. fragt sich nicht zum ersten Mal, ob das, was er hier betreibt, eigentlich noch freies Assoziieren ist, „Sprechen Sie ohne Hemmungen aus, was Ihnen im Hier und Jetzt durch Herz und Hirn geht!“, wie Frau Dr. Anna Lyse hinter der Freudvoll freudvollen Couch knurren würde, oder ob das bereits Gedankenflucht darstellt und eventuell gar ein gerontopsychiatrisches Symptom. Im Auge behalten, den K.!

Damit ist K. vielleicht nicht beim Thema, aber er hat mit dem Stichwort gestichelt, Umdeutung, oder Umwertung, womit nicht unbedingt auf Nietzsche rekurriert werden soll.

(… man sagt: „rekurrieren“, denn das ist literarisch, interlecktuell und – überhaupt…)

Wirklichkeit wäre das, worüber sich die jeweilige Gruppe geeinigt hätte, dass es Wirklichkeit wäre

K. wird nicht müde anzumerken, was ihn selbst überrascht, was niemanden überraschen wird, dass es sich ohne Ironie und dergleichen gesagt um eine These handeln dürfte, über die nachzudenken sich lohnen könnte. Sie stammt von einem erfahrenen Therapeuten und zudem und vor allem seltenen Spezialisten für Großgruppendynamik, den, Überraschung, kaum jemand kennt, der allerdings leider ohnehin bereits vor einigen Jahren in die ewige Großgruppe abberufen worden ist.

Es sind nicht mehr Wohnungen vorhanden, aber der Wohnungssuchende ist damit nicht mehr, milde formuliert, Bittsteller, sondern hat in gewissem Sinn und Maß die Initiative, indem er aus einer nach seinen Voraussetzungen heraus gefilterten Teilmenge der Wohnungsangebote auswählen kann.

Das ist ein bisschen sozusagen Demokratisierung, und wieder einmal könnte man feststellen, dass Psycho-Club wirksamer sein könnte als sozusagen nur die materielle Welt.

Nein, das hat K. nicht witzig oder zynisch gemeint; diese sozusagen Definition von Wirklichkeit, siehe eben oben, geht in ihm um, was ihm selbst unangenehm ist, was er aber nicht abstellen kann, bla.

Soweit wieder ein kurzer Lagebericht vom Rand dieser unserer dynamischen Postmoderne da draußen…

Weiter voran auf bewährtem Kurs oder so ähnlich! Häff fann, yeah!

PS: K. fällt in diesem Kontext außer dem Gesicht noch ein, dass so was eigentlich schon immer bekannt war; ein ehemaliger Mitschüler der Militärschule etwa, an der K. zur Telefonistin für Richtfunkvermittlungen ausgebildet worden ist, hat selbst zur Erheiterung von Offizieren immer wieder die Wendung eingebracht: „Das kann alles befohlen werden!“

Hach, alte weiße Männer, die von ihrer Zeit, Zitat F. K., bei das Millitär schwärmen, sind immer wieder besonders unterhaltend, nicht wahr…

Schließlich muss K. an ein weiteres Erlebnis denken, dass ihn vor der Wende in den bei ihm seltenen Zustand der Sprachlosigkeit versetzt hat. Bevor K. aus den Medien erfahren hat, dass über der besonderen politischen Einheit West-Berlin Smog herrschen würde, hat er auf dem westlicheren der Bahnsteige des S-Bahnhofs Alexanderplatz gestanden und beim Blick zum Fernsehturm festgestellt, dass dieser Fernsehturm, deswegen womöglich, what a joke, Fernsehturm, in der Suppe nicht zu sehen war.

Nachher aber wurde in den Medien mitgeteilt, hier in Organen, dass es in Berlin, Hauptstadt der DDR, keinen Smog geben würde; offenbar war das Phänomen klassengebunden und hat über der Mauer Halt gemacht.

Nein, das ist eben nicht nur urst lustig; so wird Wirklichkeit konstruiert, aber das ist K. schnurz und schnuppe, denn er rechnet täglich damit, in sein Command Center befohlen zu werden, zumal seine unmittelbare Vorgesetzte, Major General Krssdiplpffst, schon des Öfteren diesbezügliche Anspielungen gemacht hat.


Maj Gen Krssdiplpffst

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16 Antworten zu (… ein Zeichen… ha…)

  1. Herr Ösi sagt:

    Gesund schaut dieser Krssdiplpffst oder wie das Viecherl heißt nicht aus. Hat der die das keinen Hausarzt…?
    (Krankenkasse! Bitte übernehmen sie)

    • Herr Koske sagt:

      Ha! Passt schon! Da fallen mir sofort zwei weitere Sprüchlein des o. g. Mitschülers ein: „Melden tu ich’s nich‘, aber aufschreiben muss ich Sie!“ sowie: „Dienstgrad und Name, oder ich schreib Sie auf!“

      ( … ach ja, war nich‘ alles schlecht… ja ja…)

      • Herr Ösi sagt:

        Oooookay, ich verstehe, ein Relikt aus der DaDaEr…

        • Herr Koske sagt:

          … ich würde das nicht Relikt nennen – ich lache nur immer noch drüber…

          • Herr Ösi sagt:

            Jetzt hast du mich neugierig gemacht.

            Ist es etwa gar eine Zeichnung aus deiner Feder…?

            • Herr Koske sagt:

              Ich scheine nun derart gereift (minutenlanges stürmisches Schweigen kommt auf, die Delegierten erheben sich und schrauben die Sitzbänke ab), dass ich es wage zu gestehen, nicht zu verstehen, was Du mit „Zeichnung“ meinst… Das Passbild von Frau Generalmajor ist nicht von mir; das ist aus der Personalverwaltung des Bereichs entlegene Areale der Milchstraße (BENTADEMIST).

              (… oder Frau Generalmajorin… latente Frauenfeindlichkeit, buuuh…)

              • Herr Ösi sagt:

                Oft tu ich mir mit dem Verstehen deiner kryptischen Antworten schwer…

                (Im Internet steht, das Leben ist kein Ponyhof. Im Moment glaub ich es selbst.)

                • Herr Koske sagt:

                  Der diesen Satz gesagt hat, dass das Leben kein Ponyhof wäre, hat noch nie im Pferdestall gearbeitet…

                  Soweit der Klugschiss in der Morgenstunde ohne dritte Zähne im Munde (Coverversion des Sprichworts für die Unterschicht), aber jetzt sehe ich immer noch nicht durch, was Du mit „Zeichnung“ meinst…

                  Ich bin nicht kryptisch (und es sind auch nicht die langen Sätze, die immer wieder kritisiert werden bzw. „kritisiert“, die da wirken), ich bin janz weit draußen, und da „will keiner mit“, was ja verständlich ist.

                  Ich armes, armes Ich; Mitleid, Mitleid, danke, danke…

                  „Das haben Sie so hergestellt, Herr Krasske!“„Weiß ich doch schon, weiß ich doch schon!“

                  • Herr Ösi sagt:

                    „Gemälde“ wäre vermutlich passender.

                    (Ich tippe jetzt sehr leise, um dich nicht mitten in der Nacht zu wecken…)

                    • Herr Koske sagt:

                      So. – Und jetzt weiß ich immer noch nicht, was Du mit „Zeichnung“ meinst; urst lustich, zwei Präsenioren bei der präsenilen Bettflucht…

                    • Herr Ösi sagt:

                      Das Internet sagt… Abbildung, Schaubild, Grafik, Illustration, Darstellung, Skizze könne man auch sagen, obwohl… als Skizze würde ich die Zeichnung, die deiner Meinung keine Zeichnung ist, sondern, für dich irgend etwas anderes, für mich eben eine Zeichnung oder genauer: eine Farbzeichnung, eine mit bunten Buntstiften gefertigte Farbzeichnung, meinetwegen auch ein Ölgemälde oder eins aus Acryl oder mit farbigen Kreidestiften gefertigt oder…

                      ICH KANN NICHT MEHR…!

  2. Herr Koske sagt:

    Du musst ja nicht… Allein, fördern durch Fordern, ha! – Die Hinzuziehung der Gemeindeschwester scheint nicht vonnöten!

    (Herr K. hat sich dann auch der Homoerotik ergeben, indem er in Morpheus‘ Arme gesunken ist; meine Güte, wie poetisch, aber irgendwann demnächst bleibt Spießerchen wach).

    Hm. – Jetzt überschreite ich die Schmerzgrenze, ha!

    Ich weiß immer noch nicht, was Du meinst…

    Du schriebtest… schrubst… – wie auch immer, da habe ich wieder gefehlt wegen Atemwege, ha, *hüstel*, Folgendes, im Kommentar vom 18. Januar 2023 um 13:59 Uhr: „Jetzt hast du mich neugierig gemacht. Ist es etwa gar eine Zeichnung aus deiner Feder…?“

    Was hast Du h i e r mit „Zeichnung“ gemeint?

    War diese Frage zufriedenstellend verständlich??? – Drücken Sie bitte den grünen Button oder die Nachbarin!

    Herr K. gibt nicht auf! Er ringt um Verständlichkeit und transparente Kommunikation, ha! Häff fann! Let’s go! Make peace, yeah!

    … öhm… – ja…

    (… es ist nicht einfach mit typisch schizotypen Typen, K. weiß das doch…)

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