(… Fehlleistung des Tages: „Kreatives Schreien“…)

Dieses Bild dient, nun schon zur Tradition geworden, nicht nur der kulturellen Umrahmung, sondern hat etwas mit dem im Folgenden geposteten, hoffentlich nicht ganz kunstlosen Text zu tun; siehe ganz unten. Hähä, sehr geschickt, nicht wahr, hähä. (Quelle)

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Korrekt, das hat was, und auch hier ist das in der Headline Gemeinte gemeint; Freud Euch des Lebens, es lebe die Libido usw. Womöglich wird K. noch einen Fernkurs zum Training des Schrift Stellens anfangen, und zwar nicht, weil der letzte, von dem er ohnehin nur ein Sechstel absolviert hat, und das allerdings ganz gut, doof gewesen wäre, ganz im Gegenteil, sondern, weil K. da völlig isoliert war.

Selbst er als in der Prägungsphase auf einsamer Reiter Konditionierter hat, man lese und staune, das Gefühl, dass er wenigstens ein bisschen mehr Anbindung gebrauchen könnte bei seinen Versuchen der Bereicherung der Weltliteratur.

Hier aber können wir lernen, dass auch oder sogar das Alter nicht vor Selbsterkenntnis schützt, *hüstel*…

Immer wieder denkt K., oder es denkt in ihm, dass er fertig wäre mit dem Littratuhr-Quatsch usw., ist doch wahr, was soll denn der Scheiß, und immer wieder belehrt ihn die Weltgeistin in Ihrem ganz eigenen Humor eines Besseren, und das hat sie gestern gleich zweimal getan, die hohe und höchste Schelmin.

Wieder einmal ist K. von einer Routine abgewichen, indem er ein Buch gelesen hat, bzw. zu lesen begonnen, denn er hat es gestern erst aus der Bibliothek geholt, das gerade, yeah, voll angesagt scheint, boah, nämlich „Was man von hier aus sehen kann“; da kommt ein Typ vor, der Stimmen hört, und was es nicht alles gibt. Offenbar ist die Verfilmung eben, yeah, releast worden, und zwar sehr berechtigter Weise mit großem Erfolg.

Nicht, dass die Autorin es nötig hätte, von einem, Zitat Dipl.-Psych. A., „begabten Halbpsychotiker“* lobend erwähnt zu werden, aber K. sieht sich gezwungen anzumerken, dass sein Entzücken vollständig seinerseits ist. Erwin Strittmatter der Ältere wäre begeistert, weil die Autorin diese Art Poesie im angeblich banalen Alltag inszeniert, um deren Erforschung jenseits universitätlicher Exerzitien er sich immer bemüht hat.

(… Kunststück, nich‘, hähä… Tochter einer Gesprächstherapeutin und eines Gefängnispsychologen und Psychoanalytikers… „Ooopa???! Dein Nebennierentee!“… überaus typische Gefühle des wild gewordenen Kleinstbürgers, Neid und Eifersucht… man kennt das… im Auge behalten…)

K. findet jedoch vor allem schon nach dem Anlesen des Buches eine seiner Thesen bzw. „Thesen“ bestätigt. Er ist sich allerdings durchaus darüber im Klaren, dass man nach dem Finden oder Erstellen derartiger Thesen bzw. „Thesen“, die die sogenannte Realität halbwegs begreifbar erscheinen lassen, immer wieder oder gar fast ausschließlich Informationen zu empfangen scheint, die diese Thesen bzw. „Thesen“ zu bestätigen scheinen. Allein, das ist K. in diesem Kontext völlig schnurz und schnuppe, ejh.

Wieder eine kleine, überschaubare Welt mit sicheren, erprobten Regeln und Normen und einem verlässlichen Geflecht eindeutiger Kontakte, Beziehungen, igitt, Bindungen, Arrangements usw. Die Sehnsucht nach solchen Mikro-Kosmen scheint sehr verbreitet nach den Zusammenbrüchen von Lebenswelten und Kulturräumen im XX. Jahrhundert und der Erfolg von Strittmatters „Laden“ könnte zumindest auch darauf zurückzuführen sein, dass er ebenfalls eine solche Welt vorgeführt hat.

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Noch ein Buch über Thomas Mann?

Ein völlig marginales Detail hat K. jedoch überzeugt, das Buch lesen zu müssen, nämlich die Bildunterschrift unten, muaha. Wer als langjähriger Präsident einer Akademie der Schönen Künste so was drauf hat, der verfügt über etwas, das etlichen universitätlich Bemühten, milde formuliert, abhanden gekommen scheint, was aber möglicherweise wichtiger sein könnte als alle Titel und Diplome und Abschlüsse. – Sagte der kleine Möchtegern-Intellektuelle aus der Unterschicht, der bei mehreren Anläufen nicht einmal ein Semester durchgehalten hat.

Na und? – Is‘ K. völlig schnurz und schnuppe, pah!

So. – Von wegen, K. kann sich nicht kurz fassen; auch hat er dieses Werk des Autors schon einmal bibliothekarisch geordert oder wie man da sagt als voll der fitte Publizist.

PS: Zu „Akademiepräsident“ fällt K. noch etwas ein, dass er in seinem rasenden Geltungsdrang und seinem therapeutisch schwer oder gar nicht erreichbaren Narzissmus seiner völlig zu Recht unübersehbaren Nichtleserschaft nicht vorenthalten möchte. Max Liebermann, Präsident und dann Ehrenpräsident der Preußischen Akademie der Künste, hat längere Zeit in einem der sozusagen Torhäuser am Brandenburger Tor in Big B gewohnt. Als ihn ein Bekannter gefragt hat, wo genau er denn nun in Berlin wohnen würde, soll Liebermann geantwortet haben: „Wennse rin komm, jleich links!“ Natürlich zeigt sich im Posten dieser Anekdote neuerlich K.’s latenter Antisemitismus; im Auge behalten, den prekären Prekarier!

* „Ich bin nicht nachtragend, aber ich vergesse nichts!“ Herbert Wehner in einem Monolog von Dieter Hildebrandt, guckst Du, Digga. Gnihi.

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