(… K. wird immer weniger sichtbar… furchtbar, der Typ…)

„Das haben Sie so hergestellt, das ist was ganz Altes; bringen Sie das in die Gruppe!“

Na ja… Einmal hat K. in einer Aufwallung von Tollkühnheit eine Rechnung zurück geschickt, weil sie an „Kraske“ adressiert war, und siehe, der Einwand wurde als berechtigt wahrgenommen und eine neue Rechnung wurde erstellt und abgesandt, wodurch K. etwa 10 Tage Zahlungsaufschub schier spielerisch erwirkt hat, worum es ihm eigentlich auch zu tun war. „Der Junge kommt in der Marktwirtschaft an!“, hätte Tante Paula gesagt, wenn es sie gegeben hätte.

(… ist das nicht höchst literarisch, „worum es ihm […] zu tun war“… hach… wie vornehm… K. ist was Besseres fürwahr, des seist Du gewiss, herbe Dame Welt…)

Allein, das ist das Unbewusste, Psychogedöns hin, Psychogedöns her. K. hat sich derart quasi nach innen gestülpt, meine Güte, wie poetisch, dass es selbst in einem Sektor des Freudeskreises Anna Lyse nicht wirklich aufgefallen scheint, in dem „sich Zeigen und gesehen Werden“ ein Grundgedanke der Lebens-, weil Arbeitswelt ist; der K. muss ins Heim.

Das bringt ja nichts; da wirft er mit Milchtüten nach Leuten, die sich für Intellektuelle halten, weil sie promoviert haben.

Selbstverständlich ist K., und er hat wieder gar keinen Zugang zu seinem Unbewussten, neidisch und eifersüchtig, weil er nicht promoviert hat; könnt Ihr das bitte stecken lassen, liebste MitgliederInnnen des Freudeskreises Anna Lyse? Thx, folks!

Der Dr. hat kistenweise Bücher in die Restmülltonne geworfen; das ist kein Intellektueller, vielmehr der Mann das hatte, was K. nicht hat, Beharrlichkeit, Ausdauer, Sitzfleisch usw., und deshalb diesen gar artigen Titel errungen hat.

Wie K. schon erwähnt hat, denn man wiederholt sich im Alter, wie mehrfach bemerkt, hat er lange Zeit geglaubt, dass jemand, der einen Doktortitel erworben, außerordentliche Ideen entwickelt und dargelegt hat; sooo süüüß, der K.! Da hatte er „Faust“ im Hinterkopf, was?! Zu viele Bücher gelesen und davon irre geworden, höhö; halbes Jahr Tiefbau und denn is‘ Schluss mit Fühlosophie, was, Nossinnunnossn?!

Heute weiß K. natürlich, dass man für den Erwerb eines solchen Titels nicht nur nicht eigene Gedanken entwickelt haben muss, sondern immer feste abschreiben kann; was heißt „abschreiben“, es gibt doch Copy & Taste, Landsleute, um wieder einmal Lt. Col. Sanftleben zu zitieren.

Aber. Es hat den Anschein, dass K. einer Schimäre nachjagt, weil es die Uni und die Intellektuellen, die er meint, nicht mehr gibt; das kam auch bereits per Mentalfunk: ‚Das Bürgerliche gibt es nicht mehr!‘ Komische Hallus, oder, Klappe, die fünfundachtzigste.

Qualität und Quantität… Bildung scheint heute vornehmlich als Ansammlung von Quantität gesehen zu werden, ohne das Umschlagen in eine neue Qualität, in Klammern Hegel, war nicht alles schlecht in Stabü, *hüstel*. Qualität aber wäre, zum Beispiel, die Haltung zum angesammelten Wissen, zum Beispiel eine gewisse Ehrfurcht davor, siehe oben, Restvermüllung von Printmedien.

Ganz abgesehen davon, dass man als, *hüstel*, entwickelte kapitalistische Persönlichkeit noch paar Cents hätte krallen können für die Bücher. Usw. „Der Junge kommt in der Marktwirtschaft an!“, hätte Tante Paula gesagt, wenn es sie gegeben hätte.

K. hat während seines zugange Seins in kleidsam feldgrauer Gewandung einen total überspannten Brief an den Reiseleiter seiner Abitour geschrieben, in dem es um dieses, igitt, Spannungsfeld Qualität und Quantität ging, und K. hat da so ein ganz blödes Gefühl, diesbezüglich.

Immer wieder fällt K. dieser Passus aus Stefan Zweigs „Die Welt von gestern“ ein, in der Zweig beschreibt, wie 12jährige Gymnasiasten mehraktige Dramen in französischer Sprache geschrieben habe; als Jux und Joke und quasi zur Übung, und nicht, um Super-Star von Leopoldstadt zu werden usw. Ja, Herr K. ist neidisch und eifersüchtig, weil er nicht Superstar ist; könnt Ihr das bitte stecken lassen? Thx, folks!


Leopoldstadt. (Quelle)

Heute speisen Promis vor laufender Kamera Ungeziefer und dgl., K. kennt sich da nicht wirklich aus, denn er hat aus Prinzip kein Bewegtbildempfangsgerät, und Millionen sehen zu und fühlen sich unterhalten. Es kann doch keiner erzählen, dass das eine Weiter- oder Höherentwicklung darstellt; hoffentlich übernehmen die östlichen Mächte bald das alte Europa…

(… *hüstel*… K. als Wächter der abendländischen Kultur… süüüß…)

Hat K. das eigentlich erwähnt? Wahrscheinlich, denn man wiederholt sich im Alter, wie K. wiederholt angemerkt hat. Er hat da im Wohnheim, K. macht, im Unbewussten, Adolf nach, unter anderem deshalb Wohnheim, am Frühstückstisch gesessen mit zwei universitätlich promovierten und einem hochschulisch diplomierten Zeit-, Leid- und Streitgenossen; mit einem Dr. phil., einem Dr. jur. und einem Dipl.-Verwaltungswirt.

Schon längst keine Herberge mehr für Penner und Loser und Asis und wie die pejoratiefsinnigen Bezeichnungen alle heißen mögen, und übrigens hatte Wallraff auf diese Tendenz bereits etliche Jahre davor hin gewiesen, aber da haben die wohlstandsbetäubten Durchschnittsneurotiker wieder nicht wirklich zugehört, wie es scheint.

***

Während K. das hier einer völlig zu Recht unübersehbaren Nichtleserschaft verstohlen vorgelegte Posting in die Tasten gedroschen hat, kamen wieder die quasi üblichen Mentalfunksprüche; die heftige Abgrenzung durch Brüllerchen vorgestern scheint hin. Gestern hat K. wieder diesen Effekt erlebt, dass sich sozusagen ein Kanal geöffnet hat, durch den Mentalfunk in beide Richtungen gesendet wurde, wobei K. keinen Zugang zu den Repliken seines Unbewussten hat, sondern deren Inhalt nur durch die Funksprüche der Anderen erraten kann, wer immer die sein mögen.

‚Er will wieder hier bleiben!‘ K. sollte wieder irgendwohin wollen, und es hat nicht geklappt, weil er die entsprechende Traumprüfung vermasselt hat.

Damit im Zusammenhang kommt immer wieder ungern: ‚Wo willa denn hin?‘

‚Er will nicht arbeiten gehen!‘ Dieser sozusagen Standardmentalfunkspruch ist momentan besonders ballaballa, weil selbst oder gerade Ottilie Normalverbraucherin sich in dem heftig vergrippten Zustand, in dem K. heute Nacht durch die Nacht gebellt hat, sich krank schreiben lassen würde; zudem hat K. keine Kohle, um sein Hair dressen zu lassen, und mit diesem Einstein-, ha, Verschnitt, auf seiner Birne würde ihn jede Personalchefin zu Boden knutschen. „Birne“ ist keine Anspielung auf Herrn Dr. Kohl, der auch K. befreit hat, tandaradei!

Gestern Abend hat K. aus Gründen, über die er lieber gar nicht nachdenken will, bei YouTube im Bundestag ausgeführte Kuriositätlichkeiten angesehen, und es kam natürlich prompt: ‚Jetz‘ willa in‘ Bundestag!‘ K. war, ohne Ironie gesagt, verblüfft, wenn nicht entsetzt, denn selbst in von K. erlebten heftig bewegten Großgruppen in Klapsmühlen und Beklopptenvereinen wurde meist ein reiferer Umgang gepflegt. Menschen in Gruppen sind immer und überall Menschen in Gruppen, unabhängig von Zeitalter, Lebensalter, Herkunft, Ausbildung, Krawattenmuster und Strumpfhosenfarbe usw. usf.

Das wurde in der letzten Zeit des Öfteren gesendet, ‚Gibt an, dissa im Irrenhaus war!‘ Sooo süüüß, der Ossi-Kossi; er scheint immer noch auf dem Trip der 68er zu sein, von Reform nicht nur der Irrenhäuser, sondern der Gesellschaft zu träumen; im Printmedium mit den eigens entworfenen Großbuchstaben auf der Titelseite würde man titeln: „Deutschland auf die Couch“ usw. Leider hat sich in der Psycho-Szene, milde formuliert, Einiges verändert, und zum Beispiel die Dynamische Psychiatrie hat sich nicht durchgesetzt, sondern man hat sich an sie gewöhnt, und das ist ein Unterschied.

Ja, Herr K. ist, und er hat wieder gar keinen Zugang zu seinem Unbewussten, neidisch und eifersüchtig, weil er nicht Chefarzt ist; könnt Ihr das bitte stecken lassen, liebste MitgliederInnnen des Freudeskreises Anna Lyse? Thx, folks!

‚Hat Tatsache die Wende verpennt!‘ Der Stasi schreibt seine Berichte; wie üblich…

‚Der Nachbar kann wegen dem nachts nicht schlafen!‘ Der Nachbar pflegt sehr wahrscheinlich schon seit Jahren und lange vor dem Erstkontakt mit dem K. die Nacht durchzuwachen und erst im Morgengrauen schlafen zu gehen… Na ja.

‚Bleib zu Hause!‘ Nein, macht K. nicht, denn er muss zum Beispiel vegane Margarine kaufen. Übrigens hat K. heute Nacht im Halbschlaf vom Verzehr eines großen rosigen Eisbeins geträumt, und das ist wahrscheinlich Dialektik; K. muss hierzu seinen inneren Stabü-Lehrer konsultieren, wozu er sich nachher in seine Depression zurückzieht.

Sehr häufig kommt in letzter Zeit: ‚Pöbelt die Leute voll!‘ Das ist wieder eine persönlichkeitsspezifisch höchst tragikomische Schmonzette. Nachdem K. Dutzende Male von Leuten im Vorübergehen sozusagen aus den Mundwinkeln angeknurrt wurde, hat er zurück gepöbelt, und jetzt ist er der, der die Leute vollpöbelt; gehste krachen, Alter. Allerdings stimmt das nicht ganz, denn mittelkürzlich hat K. jemanden angekläfft, weil der seinen Hund verprügelt hat.

Korrekt, eigentlich wollte K. Nietzsche spielen, aber es war kein Pferd da, har har. Die Geschichte ist, wir berichteten, ohnehin neuerdings fragwürdig; aber das wieder am Rande und zur Verspannung. Nichts ist, wie es scheint, und nichts bleibt, wie es ist; ach herrje, herrjemine.

***

Warum hat K. das nun alles in die Tastatur gehämmert? – Weil er nicht kann ohne Schreiben, was eine vergleichsweise harmlose Deviation darstellen dürfte, und weil er auf diese vergleichsweise adäquate Weise seinen Trieb bemeistert hat, Wellensittiche zu pürieren usw.

PS: Heute hat sich K. nur quasi ins Mittelalter hinein geschrieben; 1433 Worte; allein, in ihm formt sich das Gefühl, oder so ähnlich, dass es das heute noch nicht gewesen sein dürfte…

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