(… anschwellendes Prollen des K. am Sonntag…)

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Wie gesagt, Hut ab, Genossen Tschekisten; mitnichten sarkastisch oder auch nur witzig gemeint, sondern vielmehr Ausdruck dieser gewissen Ritterlichkeit, die K. als lebendes Fossil und Jugendfreund von der traurigen Gestalt praktiziert, und die natürlich, Nossinnunnossn, eines der bürgerlichen Überbleibsel der alten Gesellschaft ist, die im Zuge gesetzmäßiger Entwicklung Schritt für Schritt überwunden werden, nicht typisch für unsere postsozialistischen Persönlichkeiten, und wenn wir nicht gestorben sind, überwinden wir immer noch.

K. muss immer wieder an diese dumme Kuh nicht hinreichend informierte zeitgenössische Vertreterin der rezenten Hominiden auf dem dritten Planeten des Systems mit im Vergleich zur Gesamtpopulation großem Körpervolumen denken, die innig giftig „Milieutherapie“ gezischt hat, als K. 1999 unweit der Hauptbahnhofes von München, wie es seine Art ist, enthusiastisch elastisch übers Trottoir und an ihr vorbei gefedert ist.

K. hat erst, sooo süüüß, Jahre danach geschnallt, was die Frau sagen wollte; offenbar war sie überzeugt, „Milieutherapie“ hätte was mit „Milieu“ im Sinne von zum Beispiel „Bahnhofsmilieu“ zu tun. Sooo süüüß!

K. hat das besondere Vorkommnis gar nicht erst erst der damals ebenso bedauernswerter wie bewundernswerter Weise an ihm sich abmühenden Mitgliedin des Freudeskreises Anna Lyse gemeldet, obwohl er doch bekanntermaßen gern und oft anscheißt, weil ihm klar schien, welche Rückmeldungen schier schnurstracks erfolgen dürften.

„Das sich abgespalten verselbstständigt habende Über-Ich, wesentlich konstituiert durch den repressiven Vater, richtet sich in Gestalt Ihrer Symptomatik gegen Sie, Herr K.!“ und was dergleichen Tiefschürf mehr ist. – Ha, „Tiefschürf“ wird nicht als Fehler angezeigt; Postmoderne schööööön!

Offenbar würgt wirkt die operative Arbeit noch Jahrzehnte nach, wenn zehn Jahre nach dem völligen Rückzug an die unsichtbare Front derartige Rückmeldungen erbrochen werden; schöne Grüße nach Friedrichshagen, was immer schöne Grüße sein mögen, sonntags mit Schleifchen und optional mit Lebkuchenherzchen.

(… höhöhö, bülldütt sich ein, er wird vonna Stasi verfolgt, höhöhö…)

Wie erst ca. 30 Mal erwähnt, geht immer einmal wieder die Frage in K. um, wie lange Leute, die derartige Rückmeldungen rückmelden, so was ausgehalten hätten; garstige Hobbitse, garstige Hobbitse

(… es war immerhin ein stellvertretender CIA-Chef, nicht eine Universal-Marginal-Person wie K., der vor einigen Monaten in den Medien sinngemäß angemerkt hat, von der Effizienz des MfS könne er in seiner Behörde bestenfalls träumen…)

Na ja…

Die eben oben erwähnte Mitgliedin des Freudeskreises Anna Lyse war übrigens diejenige, die regelmäßig an die Decke gegangen ist, wenn K. seine Selbstexplorationen mit „na ja“ angefangen hat; wie man sieht, und wie gleichfalls schon gesagt, was jedermann überraschen muss, befindet sich K., vermutlich im Unbewussten in Anlehnung an die permanente Revolution, *hüstel*, im Prozess permanenter Emanzipation.

Ha! Wäre ja noch gelachter!

So weit das zwiefach adventilierte Wort zum Sonntag aus der Unterschicht; im nächsten Leben wird K. auf keinen Fall wieder durchgeknallter Spießer, des seist Du gewiss, herbe Dame Welt!

Hier aber noch ein Traumhäuschen des K., wobei ihm durchaus klar ist, dass das Bild deutlich an „Ready Player One“ erinnert; wir bitten um diskrete Anteilnahme.


Quelle.

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