(… [Nichts] Neues vom Rand dieser unserer dynamischen Postmoderne…)

K. hat den Kapitalismus durchschaut, ha! Eine Zeit lang konnte man beispielsweise die Mach-3-Klingen zur Behebung männlichen Gesichtsbewuchses wochenlang benutzen, dann hat irgendjemand in der Leitungsebene das mitbekommen und jetzt sind die Dinger nach paar Tagen „runter“.

An den Sprühflaschen mit „Sagrotan“, als weiteres Beispiel, noch besser als „ATA“, das bereits alles abgetötet hat, konnte man die Deckel abschrauben und den Rest der Flüssigkeit mit Leitungswasser auffüllen, so dass der Totsprüh-Tod für biologische Mikrosysteme noch länger in besagter Flasche gelauert hat.

Auch das geht jetzt nicht mehr; man würde den Deckel irreversibel vom Markt nehmen, Alta, würde man ihn abzuschrauben versuchen. Von wegen magisches Denken, pah! Das hat K. ausgelöst, hä hä! Er bewirkt doch was, ho ho ho!

(… die Hinzuziehung der Gemeindeschwester, rothaarig, nun schon zur Tradition geworden, angenehm, scheint nach wie vor nicht vonnöten…)

Aber ganz im Ernst („Hört! Hört!“) glaubt K. zwei wesentliche Mechanismen gefunden zu haben, die den Kapitalismus so überaus erfolgreich machen könnten.

Erstens werden psychische Probleme immer öfter und immer besser mit Technik und Technologie gelöst.

K. ist sich beispielsweise sicher, dass es in absehbarer Zeit, wenn nicht wieder alles zertrumpelt wird, möglich sein wird, sich über ein Brain-Computer-Interface beliebig oft beliebig viel Wissen sozusagen aufzuspielen und wieder zu löschen, desgleichen traumatisierende Erlebnisse zu löschen oder auszulagern out zu sourcen, Alta, und sich jeden denkbaren Lebenslauf zu implementieren.

(… ja, K. ist ein Mankurt, vergleiche Aitmatow…)

Ja, das ist Neuland; nein, K. will damit nichts gegen, muaha, Mutti sagen; er findet die Frau voll cool, bis auf ein kleines Detail, die Partei, aber man kann nicht alles haben.

Ja, K. ist sich durchaus darüber im Klaren, dass auch hier wieder, Klappe, die x+1., Freuds Sinnspruch Sinn machen dürfte, Hysterie wäre das Zerrbild einer Kunstproduktion; K. hat mit dem eben Dargelegten auch immer einmal wieder einen Plot vorgelegt, Alta, aber arbeitet nicht dran, weil eh‘ alles Haschen nach Wind ist, ph!

Diese BCI werden so selbstverständlich sein wie heute die Smartphones, deren flächendeckenden Gebrauch man etwa 1995 auch kaum ahnen konnte. Nur K. gehört wieder zum „Orden der gramvoll Beiseitestehenden“, wie jemand über die frühen Figuren Thomas Manns gesagt hat, denn K. sieht sich, im Unbewussten, als Nachfolger von Thomas Mann, wie die vox populi bereits des Öfteren herauszuarbeiten wusste, und er hat kein Handy, weil er sich im Widerstand befindet, falls die Erichs doch zurück kommen.

(… dann müssen Therapeuten aus ihrer Käseglocke in die Welt hinaus, für die sie Klienten fit machen zu wollen vorgeben… hähä… garstige Hobbitse, garstige Hobbitse… ein Hund hat gebellt, die Karawane zieht weiter… nochmal Aitmatow… aber den kann man nicht oft genug zitieren, was K. jetzt sogar ernst gemeint hat, ha…)

Zweitens wird in diesem unseren späten Kapitalismus da draußen alles, was auch nur den Anschein erwecken könnte, dass es auch nur die Fassade des Systems ankratzen könnte, sofort sozusagen aufgekauft und ohne jede Ironie gesagt nach allen Regeln der Kunst erstklassig vermarktet; als Beispiele, die keiner weiteren Erörterung bedürfen dürften, seien hier Punk und Rap genannt. Die Protagonisten dieser Musik fahren auch dann noch fort, sich für „Anti-“ zu halten, wenn sie schon längst Millionen kassierend zum Establishment gehören, wie Alt-68er sagen würden, *hüstel*, und es war doch gut, dass wir hier einmal so offen über alles sprechen konnten, Du!

(… andererseits scheint das eine durchaus konstruktive Lösung des Problems, da es bereits auf einer Meta-Ebene erfolgt und nicht mehr nur ausagiert wird… oder so ähnlich… alles hat seine zwei Schattenseiten oder so ähnlich…)

Das war das Wort zum Donnerstag aus der Unterschicht!

Das das Sein und Wesen und Unwesen des K. überwachende virtuelle Gremium wünscht guten Stuhlgang, schmerzfreien Haarwuchs sowie geschmeidige […]; hier schier schnurstracks die Mehrzahl von „Prostata“ einsetzen!*

Häff fann usw.!

* „Prostatim“? – Ja, K. ist latent antisemitisch; im Auge behalten!

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