(… furchtbar, die Typen… glotzen immer nach jungen Mädchen…)

Ganz so einfach ist es aber nicht, wie meistens, wenn es um Zücho geht, denn darum geht es, nicht darum, dass ’n geiler alter Sack ’ne Süße mal knallen will, was ausdrücklich nicht die Formulierung von K. ist, sondern wieder einmal, man ahnt es, vox populi.

K. bastelt weiterhin und immer noch an seinen „Lebensreportagen“ herum, und ist damit überhaupt nicht zufrieden, was mittlerweile nicht einmal ihn selbst überrascht, und naturgemäß fallen ihm immer mehr Episoden ein, von denen er manchmal gar nicht geahnt hat, dass seine zerebrale Festplatte sie quasi hinter seinem Rücken gespeichert hat.

Da ist diese Geschichte mit der Hofaufsicht. Nach den großen Pausen in der Schule haben die Großen, d. h., Schüler der neunten und zehnten Klassen, die vom Pausenhof durch die Nadelöhre der Hoftüren ins Schulgebäude zurück strömenden Massen sozialhygienisch und orthopädisch-prophylaktisch reguliert, und K. war mit Sicherheit, nicht jedoch mit Staatssicherheit, nicht der Einzige, der mit Neid und Sehnsucht nach den Großen geschielt hat und es kaum erwarten konnte, als Großer auch da zu stehen.

Als es dann so weit war – war nix

Es ist kein nachträgliches Hineindeuten keine retrograde Verfälschung, wenn K. behauptet, schon damals und gerade an solchen im doppelten Sinne Stellen gespürt zu haben, dass was nicht stimmt, dass da was klemmte, etwas nicht stattgefunden hat, was eigentlich dran gewesen wäre usw., kurzum eine Arretierung in der psychischen Entwicklung stattgefunden hat. Natürlich war K. weit entfernt davon, diesen Sachverhalt ausdrücken zu können und zu wollen, aber er hat ihn zumindest halb bewusst wahrgenommen.

K. würde jetzt nicht Bauchnabelbohrkerne auswerten, wenn er nicht irritiert, ja, sehr befremdet hätte feststellen müssen, dass er keineswegs der Einzige sein dürfte, der Unerledigtes mitschleppt; „Lad Dir auf/so viel Du tragen kannst!“, „Silly“, war nich‘ alles schlecht, *hüstel*.

Ein Mitglied der Gruppe etwa, in der K. am längsten, äh, verweilte, in seiner vierten bis zehnten Klasse, hat sich noch stärker als K. als eindeutig nicht fertig mit alten Geschichten gezeigt, wobei diese Geschichten, Überraschung, sich auf Mitschülerinnen beziehen. – Es ist nicht der Mann, mit dem K. eben überraschend in Kontakt gekommen ist.

K. hat das Problem mit makabrer Eleganz gelöst, indem er ständig in Mädchen anderer Klassen verknallt war, von denen einige von ihrem „Glück“ bis heute nichts wissen, während er Mädchen buchstäblich vor seiner Nase trotz eindeutiger Zeichen des Interesses an ihm ignoriert hat. – Oder wegen der Zeichen? Zu dicht dran, zu „gefährlich“? Bla.

(… merkt nich‘, dissa schwul is‘, merkt nich‘, dissa schwul is’… höhöhö…)

Wer hat die ganze Klasse blockiert, weil er ständig wie in Trance war, gar nicht anwesend? Nun ja, die Retourkutsche kommt, unter anderem, jetzt, als unbewusster Widerstand; man will den Psycho nicht in der Stadt usw., ist verständlich.

K.’s Körper ist gewachsen und älter geworden; K. selbst ist, nach Dr. Daniel Casriel et. al., ein emotionales Kind an der Schwelle vom Elternhaus nach draußen, und das liegt beileibe nicht nur an ihm, und K. möchte gelobt werden für seine ausgezeichnete Selbstreflexion.

Das ist die „Unterdrückung“, das hat die Muster der Weltwahrnehmung geprägt, nicht Semmeln für 5 Pfennig, subventionierte Mieten, kostenlose Kindergärten, in denen K. sowieso nicht war, usw. usw. usf.

(… willa wieda die Welt retten, höhöhö… siehta sich wieda als Züchoteerahpeut, höhöhö…)

So weit wieder das Wort aus der Unterschicht in Gestalt eines Klugschisses to go…

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