(… Hilfsschamane Dickes Augenglas aka K. spricht zu den Geistern…)*

Desto länger der Mauerfall vergangen war, desto öfter war K. verblüfft durch eine Art Neu-Entdeckungen von Büchern und Filmen aus der DDR, von denen er überzeugt gewesen war, sie zu kennen. Ein Highlight dieser Erlebnisse war der zuerst 1980 und dann erst wieder etwa 2002 gesehene Film „Solo Sunny“, bei dessen Sehen K. feststellen musste, dass Konrad Wolf weit über das Ideologische und die Gruppe der diese Ideologie zu repräsentieren vorgebenden Genossen hinaus ein außerordentlicher Regisseur war.

K. war derart beeindruckt, dass er dann auch noch „Ich war neunzehn“ gesehen hat, und seitdem ist der Platz 1 seiner heimlichen Liste der geistreich witzigen deutschen Filmszenen mit einer Einstellung aus diesem Film besetzt. Ein nicht mehr wehrmächtiger Stabsoffizier meldet sich, immer nur seine Pflicht erfüllend, beim nächsthöheren Stab telefonisch in die sowjetische Kriegsgefangenschaft ab. K. ist übrigens überzeugt, dass diese Szene authentisch ist, d. h., dass Wolf sie so oder ähnlich tatsächlich erlebt haben dürfte.

Nein, K. wird jetzt nicht als Symptom des Morbus Olsen senilkonfus und daher (din)ostalgisch, vielmehr ist er, ohne Ironie usw. gesagt, immer wieder überrascht, wie viele Entdeckungen aus dem Abstand heraus möglich sind, der selbst bei ihm als, O-Ton vox populi, „überall Fremden“ immer noch größer werden können zu werden scheint.

Daher hat er, immer K., sich gestern den oben bei YouTube geposteten DEFA-Film rein gezogen und auch noch „Apachen“, und es wäre untertrieben zu sagen, er wäre verblüfft gewesen. War nich‘ alles schlecht, in der Tat, und sogar richtig gut. Mit einer Einschränkung, die Musik betreffend. Insbesondere bei „Apachen“ fand K. einige Soundtracks ein bisschen fürchterlich; Herr Morricone würde ’n Herzkasper kriegen, wenn er nicht leider schon im ewigen Studio wäre.

(… nein, K. spielt immer noch nicht, auch nicht im Unbewussten, „Kuckucksnest“, zumal er, um auch das zu wiederholen, rein wollte in die Klapse, nicht raus aus derselben… zefix…)

PS: K. vermutet immer wieder einen Zufallstreffer bei der Entdeckung oder Entwicklung bzw. Entdeckung und Entwicklung dessen, was er ebenso hartnäckig wie ungenau als „Budenzauber“ bezeichnet sowie seit Jahrzehnten ebenso hartnäckig wie erfolglos zumindest in dem Maße zu ergründen versucht, dass er daraus aussteigen könnte. Durch die sozusagen Dichte des Beziehungsgeflechtes in den Wohn- und Arbeitsgruppen der Genossen Tschekisten könnte sich diese mindestens merkwürdige Vernetzung auf einer mentalen Ebene ergeben haben. Ja ja, Verschwörungstheorie; im Auge behalten, den K.! Nach dem Posten seines letzten Postings kam prompt: ‚Sie sind ein Schmierfink!‘, was sich vor allem auf das Billig-Bonmot mit den genossenen Genossen bezogen haben dürfte. K. hat kurz erwogen, ins Kissen zu schluchzen, aber das war ihm dann doch wieder zu anstrengend.

* Wie bereits erwähnt, denn K. wiederholt sich häufig, wie er häufig erwähnt hat, ist alles relativ. Während K. dementsprechend in dem Kulturkreis, in dem er derzeit sinnlos im Kreis grübelt, geradezu gezwungen scheint, seine oft von der Norm abweichenden Erlebnisse als „Symptomatik“ zu bezeichnen, könnte er mit diesen Symptomen oder „Symptomen“ beispielsweise in Ostsibirien eine Schamaninnen-Gehilfin abgeben. Oder so ähnlich… – Warum ist er nicht in Ostsibirien? – Wir verweisen diskret auf das derzeitige Personal im Kreml; die nicht vorhandene Redaktion.

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