(… ein weiteres Klugschisschen zwischendurch…)

Diese Politikersprüche… „Keine Experimente!“, Adenauer, „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen!“, Helmut Schmidt, beispielsweise.

Mit beiden Aussagen ist guten Politikern gelungen, das zu tun, was gute Politiker tun; in Worte fassen, was bei vielen Leuten mehr oder weniger unbewusst gewirkt haben und immer noch wirken dürfte. Viele deutsche Bürger hatten und haben nach „Höhenflügen“ und „großen Gesellschaftsexperimenten“ usw. bestenfalls die Nase voll von großen Plänen, Idealen bzw. „Idealen“ usf. Schlimmstenfalls versuchen traumatisierte Lebewesen, sich zu verstecken und halten still; dergleichen hat K. in den ersten zehn Jahren seines Lebens als Familie erlebt.

(… höhöhö, der mit sei’m Züchogedöns wieder… siehta sich wieda als Züchoteerahpeut, höhöhö…. war nich‘ beidastasi, war nich‘ beidastasi; war mal Küchenmamsell, höhöhöhö*…)

In der DDR war das nur scheinbar anders; „Weiter voran auf bewährtem Kurs!“ bedeutete im Grunde, dass auf der Stelle treten „umgedeutet“ wurde zu dynamischer Bewegung. Der Minister für Staatssicherheit ist zu geselligen Anlässen Jahrzehnte lang als Leierkastenmann erschienen; das ist derart eindeutig, dass es keiner Versuche der Deutung und Interpretation im Sinne Anna Lyses bedarf. Hier ist das, höhöhö, Unbewusste, liebe bewusste Vertreter der angeblich siegreichen Arbeiterklasse.

Wenn man bedenkt, dass die wirkliche „Verarbeitung“ des ersten Weltkrieges im Grunde eben erst eingesetzt hat, mit solchen Büchern etwa, dann kann die Frage nicht unberechtigt sein, ob K. die wirkliche „Verarbeitung“ von DDR und Stasi noch erleben wird. Eigentlich hätte Sloterdijk das „Beobachter-Ministerium“ schon in seinem kleinen, aber großen Büchlein einpflegen können. – Man sagt „einpflegen“, das ist literarisch, interlecktuell und überhaupt, *hüstel*…

(… hier muss K. kurz innehalten, weil er von seiner tiefen Weisheit schier erdrückt wird… andererseits – nich‘ schlecht für ’n vergammelten Lumpenproletarier, oder… höhöhö… im Auge behalten, plant den Umsturz… „Der Junge ist doch pfiffig!“, hätte Tante Paula gesagt, wenn es sie gegeben hätte… K. kaut gerade an dem Gedanken herum, mit 60+, süüüß, dass er im Grunde gar keine Familie hatte… das ist kein Vorwurf, sondern ’ne Feststellung… traumatisierte Kriegskinder, die in ihrem Wartesaal still halten, setzen einen K. in die Welt, furchtbar… aber er war ja eh‘ ’n Unfall… bla… und dann wird aber den Kindern die „Schuld“ zugeschoben; der Grundgedanke der schwarzen Pädagogik, Kinder sind „böse“… „unerzogen“ hat ein Klassenleiter gesagt… wie gesagt, der bietet heute Hypnose an, aber der ist wohl nicht der Urheber des Budenzaubers… höhöhö, Hüppnohse, höhöhö…)

PS: Nein, K. möchte nicht, auch nicht im Unbewussten, Euro-Kanzlerin werden; er kann „nur“, Klappe, die zweihundertste (und hier seht er sich wieder als Fülmrehschissör, furchtbar), seine nicht ohne eine gewisse Anmut aus seinem Hals gewachsene Grübel-Kugel nicht abschalten; wir bitten um diskrete Anteilnahme.

* Was haben die nur immer mit dem „Küchenbullen“, das fragt sich K. immer wieder. K. hat seit 1980, als er noch keine hoffnungsvolle Zukunft hinter sich hatte, einschließlich Dienst in der NVA, im Felde ungeschlagen, sowie abgebrochenen Studien- und Umschulungsversuchen in 29 Jobs hospitiert, davon sieben oder acht Monate an den Spülbecken und Waschstrecken einer Mehrzweckgaststätte sowie eines Fahrgastschiffes auf Binnengewässern, *plätscher*. Schaum schlagen kann K., *spritz*… Oh schöner Schmerz von edler Tiefe!

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