(… das Leben der Anderen…)

Quelle.

„Ausgeschlossene Wirklichkeit“; eine Formulierung, von der K. immer noch nicht überprüft hat, fauler Sack, ob sie von Lyotard ist, dem Vordenker der Postmoderne. K. hält es jedoch für angezeigt, an dieser Stelle zu wiederholen, dass er sich mit der Postmoderne recht gut auskennt, weil er etliche Monate lang auch als Briefträger im Doppelsinn zugange war.

Die ausgeschlossene Wirklichkeit, mit der nicht ganz das gemeint sein dürfte, was C. G. Jung als „Schatten“ bezeichnet hat, die aber mit dem Jungschen Konstrukt zu tun haben könnte, scheint die häufig unangenehme Eigenart zu haben, immer wieder gegen die Grenzen oder Wände oder Mauern der eigenen Filterblase zu drängen und möglicherweise irgendwann durchzubrechen.

Darum geht es in dem Film mit dem in der Headline erwähnten Titel; der Filmheld als eina vonna Stasi ist „nur“ ein besonders deutliches, eindrucksvolles, starkes, für manche schauerliches usw. Beispiel für das Phänomen.

(… ist das nicht phantastisch… K. kriegt immer mal wieder eins übergebraten für die Genossen Tschekisten, obwohl er nicht einmal als IM auch nur geworben wurde, und jetzt macht er sich für die Träger von Schwert und Schild der Partei auch noch den Kopf, den eigentlich die sich machen müssten… sooo süüüß… gehört doch in die Einrichtung, echt…)

Mit „Filterblasen“ und „Echokammern“ bezeichnete Phänomen gab es schon lange vor dem Internet. In dem werden diese Phänomene nur besser und für viele überhaupt wahrnehmbar, weil sie deutlicher abgegrenzt erlebt werden können als im Alltag des first life.

(… sagt K., der Privatfühlosoph und geheime oberratlose Schrift-Steller… verständigen Sie gegebenenfalls – Sie wissen schon…)

Nein, nicht *hüstel*, he he!

Kafka fällt K. dazu ein sowie das Thema „Religion“…

Kafka war bis fast zuletzt verpönt in der DDR; d. h., die sozusagen möglichen Konstellationen von Realität, die Kafka poetisch zugespitzt und zu Ende gedacht beschrieben hat, wurden verdrängt. Dementsprechend hat man dauernd kafkaeske Situationen erlebt, und, ha, mit Sicherheit „man“, nicht nur K.

Ähnliches gilt für die Religion, wie K. behauptet.

Da auch dieser Bereich des als Mensch in der Welt Seins verdrängt, ja, geradezu negiert wurde, hat man ständig quasireligiöse Rituale und Zeremonien zelebriert; von nahezu liturgischen Symbolhandlungen bis zur parteifeierlichen Landschaftsgestaltung mit „Götzenbildern“ wie meterhohen und tonnenschweren Abbildern von Marx, Engels und Lenin, bei deren Anblick die Abgebildeten wahrscheinlich ’ne Rastung gekriegt hätten, Digga.

Ja ja, Wende verpennt… – Dennoch und erst recht kann man erkennen, dass K. sich zunehmend bemüht, sich kurz zu fassen, ha!

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