(… einen Zipfel des Mantels der Realität erhaschen, ach…)*

Das wird doch nichts. Da kommt doch noch was. Das hat zu schnell und zu gut geklappt. Bald aber senkt sich wieder diese unsichtbare Glocke auf das Sein und Wesen des K., und dann ist er wieder im üblichen Trott, und die üblichen Abläufe beginnen.

Wird K. es dieses Mal schaffen? Dieses Umschalten, sozusagen? Kellnern gehen, um die Klavierstunden finanzieren zu können? – Also nur als Beispiel; K. wünscht mitnichten zu restaurangieren und zu pianieren.

Er hat da so seine Befürchtungen; er merkt schon, wie wieder alles weg kippt, wie er sich innerlich bereit macht, sich aufs Jobben zu fokussieren. Angeblich ist diese Unfähigkeit, Erfahrungen, und seien sie noch so positiv, von einem Lebensbereich in den anderen mitzunehmen, typisch für Suchtkranke.

Na ja…

Wie gesagt, diese Lepinaletten, mit denen K. als Vierkäsebreit über viele Monde hinweg ruhig gestellt wurde; der Wirkstoff Phenobarbital macht bei längerer Verabreichung abhängig. K. hat schon lange den Verdacht, dass es weder Alkotin noch Nikohol ist, was gewisse Symptome hervorruft.

(… K. möchte jetzt wieder gelobt werden für seine tiefe Selbsterkenntnis…)

Bla. – Und dann dieser kleine Junge am Straßenrand, der „Tschüss!“ geschmettert hat. K. war gemeint, das war keine Einbildung. Damit er gar nicht denkt, dass er raus kommt aus dem Budenzauber; das denkt er natürlich ständig.

Vorsichtshalber war K. gucken, damit er morgen hin findet. Dann hat er sich, natürlich, hoffnungslos verfahren. Es war aber wohl noch M, wo er da herum geradelt ist. Er war mit’m Radl da, nich‘. Aber das bringt nix, das wird ’ne halbe Weltreise; S-Bahn angesagt.

Und wieder ging das los. Wieder war das grauhaarige Kind mit Brille der Vierkäsehoch, der vom unmittelbar vorgesetzten Vorfahren im Wald oder in der Stadt stehen gelassen wird. Das geht nicht mehr weg; es ist eben so, bla.

40 Minuten gejoggt, eine Stunde Rundgang mit Rundgespräch, zweieinhalb Stunden elastisch-energisches Radeln; das grauhaarige Kind mit Brille hat noch Ressourcen, tandaradei!

Und dann, am Rande des an die Grenzen Kommens, oder so ähnlich, denn K. kann sich hier nicht nur nicht, sondern will sich nicht genauer ausdrücken, hähä, blitzt immer noch dieses andere Leben auf, ganz schwach, wie aus der Ferne, aber es ist, wenngleich nach wie vor nur zu erahnen und kaum zu erreichen, noch nicht weg, und das ist ganz erstaunlich…

* Korrekt: oder so ähnlich… – K. spricht in diesem Posting verrätselt und verklausuliert; magisches Denken, Tonio-Kröger-Syndrom, nicht wahr, was ausgesprochen ist, ist erledigt. Dennoch wünscht K. zu sprechen; sein Geltungsdrang, sein Narzissmus, furchtbar… Bla.

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