(… das war wieder so ’n Budenzauberkunststück…)

Quelle.

***

K. hat ja keine Phantasie, manchmal aber phantasiert er vor sich hin, und das ist vermutlich Dialektik. Die Phantasie des K., im Auge behalten, ist weg gesperrt, sie ist einbetoniert, sie ist zugemauert, heule heule.

Egal, ganz kürzlich jedenfalls hat K. in der Bim, wie man in Wien sagt, denn insgeheim, wir berichteten, sitzt K. im „Café Central“ und es ist höchstens 1900, vor sich hin phantasiert, wie cool er reagieren würde, wenn ihn jetzt jemand nach dem Weg fragen würde, und er hatte natürlich Loriot & Co. dabei im Hinterkopf.

Nun gut, dann war K. wieder, ha, ganz im Hier und Jetzt, und ein paar Minuten später hat eine hinter ihm sitzende Frau ihn nach einer Straße gefragt, die wohl auf der Tramstrecke liegen sollte. K. kannte die Straße und wusste, dass sie, wenn sie nicht auf der befahrenen Strecke lag, sich zumindest in der Nähe befand.

Die Frau war augen- bzw. ohrenfällig eine ältere Ausländerin, sehr wahrscheinlich vom Balkan, und K. widerfuhr, was er nicht nur schon kannte, sondern inzwischen typisch fand. Die Frau blieb zwar freundlich, schien aber doch unterschwellig empört, dass K. keine schlüssige Antwort geben konnte.

Hatte das jetzt wieder etwas mit den Schuldgefühlen zu tun, die K. fast ständig ausstrahlt, oder war die Frau wütend, wie K. es bei vielen ihn zuvor nach etwas gefragt Habenden wahrzunehmen glaubte, weil sie gezwungen war, aus der Spur zu kommen, indem sie sich an einen Fremden wandte? K. ist „überall fremd“, wie in einer der WGs heraus gearbeitet wurde, in denen K. temporär und allerdings mental nur partiell beherbergt war.

Eine rhetorische Frage! Wiederum einige Minuten später, und es geht weiter mit Typischem, stellt K. fest, immerhin, dass die Tram an einem Schild mit dem Namen der gesuchten Straße vorbei fährt.

Er dreht sich um, nicht ohne Schwung und Eleganz, um der ihn nach der Straße gefragt habenden Frau nicht ohne Enthusiasmus seine Wahrnehmung mitzuteilen; inzwischen aber ist die Frau längst ausgestiegen und auf ihrem Platz sitzt eine, jetzt politisch korrekt bleiben, sehr attraktive junge Frau mit sehr langen Beinen.

(… war das jetzt okay oder war das wieder frauenfeindlich und sexistisch… man weiß ja echt nicht mehr, was Mann noch sagen darf… voll schwul, Digga, kriegst ’ne Rastung…)

K. gelang es, nicht beschämt zu sein, vielmehr er sich sein Teil dachte; neuerlich Loriot im Hinterkopf habend bzw. vor der geistigen Brille. Wiederum einige Minuten später konnte K. feststellen, dass die Frau russisch sprach; K. hat sogar Einiges verstanden.

Womöglich eine Agentin Putins, und so weit wieder, heute sogar recht spät, das tägliche Löffelchen Sarkasmus zur Anregung verschiedener Lebensfunktionen des K.; nun aber, Überraschung, zum Budenzauber.

***

Warum beschreibt K. diese banale Episode; abgesehen davon, dass er ein banales Leben führt, was ihm auch klar ist, was ihn wiederum freut, weil er endlich wieder einmal anzugeben in der Lage ist, warum er Schuldgefühle hat?

Nun, derartige Erlebnisse hatte K. hunderte, wahrscheinlich tausende Male seit seinem persönlichen Wendepunkt 1986, und immer war er überzeugt, dass diese Szenen gemacht wurden, dass Wirklichkeit sozusagen inszeniert worden war, dass da wer dran gedreht hatte usw. usw. usf.

Natürlich ist K. klar, dass dieses Empfinden eines der typischen Symptome von Störungen des schizoformen Spektrums ist, und ebenso selbstverständlich ist ihm klar, dass Leute an dieser Stelle wieder mit Textbausteinen werfen würden wie: „Spielt den Schizo!“ oder: „Spielt den Simulanten!“

Schließlich kommt K. immer wieder der Gedanke, dass es vielleicht eigentlich keine Psychose gibt oder dass zumindest das mit dieser Bezeichnung benannte Phänomen nicht pathologisch ist, sondern „nur“ als pathologisches Phänomen bisher missverstanden wurde und missverstanden werden musste, weil gewissermaßen das zur korrekten Einordnung und Benennung des Phänomens notwendige Erreichen einer adäquaten Ebene der Wahrnehmung noch nicht möglich war.

(… äh… wie ganz letztens schon gesagt… „Ich hab’s wirklich versucht, aber es geht einfach nicht komplizierter.“… *hüstel*… kommt es eigentlich rüber, dass K. in coviderlichen Zeiten mit diesem ständigen Hüsteln ein kleiner Rebell ist fürwahr… allein, K. war schon immer im Widerstand, ha…)

Natürlich spielt K. wieder das grauhaarige Wunderkind, um auch diese zu erwartende Rückmeldung schier spielerisch vorweg zu nehmen, und das ist ein sehr durchsichtiger Versuch, seine Minderwertigkeitsgefühle zu kompensieren.

Aber das ist es nicht allein; K. ist in der letzten Zeit beispielsweise immer wieder die sinngemäße, fast wörtliche Aussage Campbells durch den Kopf gegangen, der Mystiker würde im Ozean schwimmen, der Schizophrene würde darin versinken.

(… gemeint ist natürlich der Mythologiker, nicht der Büchsenmacher… obwohl das auch nicht ganz stimmt, denn die Büchsen sind inzwischen Mythos…. wie hier wieder eins ins andere greift, ha…)

Dann sind da die von K. bereits in einem seiner gewohnt knappen Postings erwähnten sozusagen Stimmenhörer ohne Diagnose, die erwiesenermaßen sogar Leistungsträger waren; wie ebenfalls bereits erwähnt, ist K. nur Brillen- und Gebissträger.

Außerdem müssen die Symptome, oder vermeintlichen Symptome, nicht unbedingt als psychotische solche wahrgenommen werden, vielleicht ist es ja so was, was da wirkt; K. hat den Beitrag letztens wiedergefunden und wieder einmal nich‘ schlecht jekiekt mitte Oogen im Kopp, Keule.

Was ihn vor allem umgehauen hat, war das mit den Kinderstimmen, Item 7. Das hat K. viele hunderte Male erlebt seit dem Einsetzen der halluzinagogischen Interventionen und auch während des in die Tasten Dreschens dieses Textes, da kam von einem sozusagen Kinderchor: ‚Roookoo?!‘

(… „Roko“ ist ein weiterer, inzwischen aber ziemlich abgestumpfter Spitzname des K., gebildet aus den jeweils ersten beiden Buchstaben seines Vor- und seines Familiennamens… falls das jemand überprüfen möchte, wie der Urjugendliche H. Caulfield gesagt hätte…)

So weit wieder, mit persönlichkeitsspezifischem Planvorsprung, das Wort zum Sonntag aus der Unterschicht, neuerlich herb aromatisch als Klugschiss to go!

(… Gott ist tot und K. hat auch dauernd dieses Ziehen hinten links…)

PS: Neu! Neuer Inhalt beim Mentalfunk, genauer gesagt. Heute kam etwas mit ‚Haftbefehl!‘, womit, Witz, komm raus, Du bist umzingelt, mit Sicherheit, immerhin aber nicht mit Staatssicherheit, nicht der Rapper gemeint war. – Ja, auch der Humor kommt nicht zu kurz…

***

K. neigt zu Übergriffen (Abbildung ähnlich). Quelle.

Dieser Beitrag wurde unter Anna Lyse, Budenzauber, Katzencontent, Stadtbild veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.