(… er bildete sich fort, fragte sich jedoch, wohin…)

Zwischendurch ein wenig Katzencontent. Neu: ohne Katze. Mit Tieren kommt K. klar… „Was machen Sie jetzt wieder zu? Das ist was ganz Altes!“ (Quelle)

***

Und? Prüfung bestanden?

Na ja… Theorie und Praxis. Ganz kürzlich hat K. in der ihm eigenen kurz angebundenen Art dieses Phänomen zu erörtern versucht; alle Systeme, auch oder vielleicht sogar gerade soziale, entwickeln als sozusagen erste Pflicht das Bestreben, sich selbst zu erhalten und am Laufen zu halten.

Nun erlebt K. das live und in Farbe, wie zur „Illustration“ seines klandestinen Theoretisierens; immer einmal wieder ein schier knackiges Fremdwort einfügen, nicht wahr, dies deucht K. interlecktuell.

Auch dieses Phänomen hat K. letztens zu beleuchten versucht, wobei das typisch Tragikomische ist, dass er es erst zu Beginn seines siebten Lebensjahrzehntes wirklich wahrgenommen hat; er kommt, welch poetisches Bild, immer wieder mit 160 an, wird ausgebremst, „Kleine Schritte, Herr K., den ‚großen Sprung‘ gibt es nicht, aharhar!“, O-Ton Mitgliedin des Freudeskreises Anna Lyse, und muss dann den Vorwurf erleben, mit 40 zu fahren, im Depri-Modus.

Was will der Typ denn? – Das weiß er ja nicht wirklich… Jedenfalls hat er sich gedacht, dass Programmierer, oder etwas in der Art, eine realistische Werktätigkeit für seinen, igitt, letzten Lebensabschnitt wäre.

Mitnichten hat K. realisiert, dass er 61 ist; nach wie vor sitzt er auf einem Berg sozusagen unerledigter emotionaler Bedürfnisse zum Teil aus frühesten Lebensabschnitten, und das ist Unterschicht und „Unterdrückung“, nicht Hartz IV und kein Auto usw. Ist schwer zu vermitteln, oder gar nicht, aber K. wird zu seiner eigenen Überraschung nicht müde, darüber schriftlich zu schnattern.

Warum Programmierer?

1. K. kann nicht dichten, nur berichten, das lässt sich nicht erzwingen, auch nicht durch einen zugegebenermaßen superguten Fernkurs, und K. sollte das endlich akzeptieren; er kann zwar nicht ohne Schreiben leben, aber das kann er weiterhin als harmloser Dilettant bzw. Dilettonkel in seinem fucking Blog, Alta! Mit SF- oder Fantasy-Serien schreiben und damit Kohle einfahren, Alta, wird es wohl nix, heule heule. Reporter oder Texter oder dgl. geht auch nich‘; auf jede freie Stelle bewerben sich 50 20jährige mit Diplom, einem Auslandspraktikum und drei Fremdsprachen fließend die Wände runter; was will’n der Oppa mit was mit Medien, höhöhö…

2. Es werden, nach Auskunft von Leuten, die sich mit so was auskennen, in den nächsten Jahren Zehntausende Programmierer gebraucht, so dass K. auch als alter Sack eine reale Chance haben dürfte. In M, Hauptversammlungsplatz der Bajuwaren, ist der „Fall“ eines Mannes durch die Medien gegangen, der mit 71 eine Umschulung zum Altenpfleger absolviert hat, und zwar erklärtermaßen sehr zur Zufriedenheit von Ausbildern, Klienten und ihm selbst. Geht doch! Das ist der Trend; immer mehr voll fitte „Alte“, Anführungsstriche beachten.

3. In Rente gehen, wie auch bereits empfohlen, kann K. nicht, die würde sich auf 200 und ’n paar Zerquetschte Euronen belaufen; sie nannten ihn „Euronald“, yeah. Zudem fehlt K. der Versicherungsverlauf von 1977 bis 1990 oder 1991, den er wohl auch nicht mehr reproduzieren kann, worauf er hier gar nicht weiter eingehen will („Hört! Hört!“)*, weil er sonst unwirsch wird, oder noch unwirscher, als er ohnehin schon ist.

4. Den Job kann K. auch noch mit 75 machen, wenn er buchstäblich am Stock geht.

5. K. als misanthropischer Miesepeter (MIMI), fester, fester, aaaah, glaubt nicht, dass es das schon war mit Pandemie(n) usw.; eben oben erwähnter Job ist jedoch ideal für Home-Office geeignet.

6. Bei der Auswertung des schärfsten Tests im Leben des K., von 08.00 Uhr bis 13.00 Uhr, hat der auswertende Dr. und Dipl.-Psych. eine Einschätzung des K. entwickelt, die K. sich im Freudeskreis Anna Lyse gar nicht mehr zu wünschen wagte. Aber natürlich ist er selbst dran schuld. „Sie sind nicht sichtbar geworden, Herr K.; kommen Sie in die Tanztherapie!“ Man hätte nach vielen Jahren wahrnehmen können, dass K.’s notorisches Textieren, aus Gründen, sozusagen seine Tanztherapie ist, außerhalb der er schwer sichtbar wird.

Der Testberichterstatter kannte übrigens Ammon nicht nur, weil er einen sehr ähnlichen Namen hatte, sondern schätzte Ammons Arbeit sehr; es gibt nicht nur Sektenvorwürfe, an denen die Betroffenen allerdings nicht ganz unschuldig sind.

Fazit des, *hüstel*, Profilings aber war, dass für K. eine Tätigkeit als Programmierer, Fachinformatiker, Web-Administrator usw. wie maßgeschneidert wäre. Aaaaaber! Keine Chance; man hatte damals viele Tausend Mediengestalter, weil so was angesagt war, quasi in die Arbeitslosigkeit umgeschult, und K. hatte tragikomischer Weise wieder einmal die Gesäßkarte.

***

Nun, die eben ausgeführten Ausführungen könnten einleuchtend sein, wie K. meint. Worum geht es also; was geht, Digga, mach locker?!

Siehe oben. K. kommt mit 160 und wird immer weiter delegiert; Systeme, die sich selbst am Laufen halten, was ausdrücklich nicht abwertend gemeint ist. Überhaupt sollte der abgehängte Loser froh sein, dass überhaupt noch was geht; dieser undankbare Schlemihl und Luftmensch…

Nun ist PC-Grundausbildung angesagt, Word und Excel usw., über etliche Monate hinweg, und K. weiß nicht, was er denken sollen und tun dürfen könnte.

„Gibt es einen Bereich in Ihrem Leben, in dem Sie nicht ambivalent sind, Herr K.?“ – „Nun, da bin ich ambivalent!“

(… „Kleiner Scherz zur Auflockerung!“, wie Ltn. Col. Sanftleben gesagt hätte, wie bereits einige wenige Male erwähnt…)

Was beabsichtigt K. nun tun zu wollen? – Na ja, das Übliche… Er möchte nach Görlitz oder Erfurt ziehen sowie überhaupt nach Berlin zurück; nach Hütte sowieso, aber von dort bekommt er gar keine Antwort mehr, armer Irrer usw.

Zudem will K. noch einmal aufs Ganze gehen, „großer Sprung“, hähä, siehe oben; er will sich einschreiben für Philosophie, Soziologie, Kunstgeschichte, klassische Philologie, Baltistik, Ethnologie, Germanistik, Komparatistik, Geschichte, Theaterwissenschaften, An- und Abgewandte Quantenmechanik usw., kurzum – überhaupt…

Was soll man mit einem solchen Menschen nun tun? – So was gehört in die Einrichtung; Bürger, werdet aktiv, zeigt Initiative!

Natürlich wird K. heute hingehen, zu der Maßnahme; er war unterm Radar, ist jetzt jedoch selbstverschuldet, ha, sichtbar geworden, auch im Amt, und befürchtet Sanktionen, wenn er hinschmeißt.

Eigentlich aber denkt er, er sollte sich ’n Job suchen, was ja ohnehin ständig per Mentalfunk, muaha, „vorgeschlagen“ wird, um einen einschlägigen Fernkurs selbst zu löhnen, zumal er da mit seiner Geschwindigkeit vorgehen könnte.

(… ‚Komm, gib auf; wir nehmen Dich auf als einfacher Arbeiter!‘… kam eben per Mental-Funk… ‚Sie sind völlig unschöpferisch!‘‚Bleib hier, Dir fehlt nur Körperkontakt!‘… usw. usw. usf…. und ewig murmeln Bataillone von Murmeltieren… könntet Ihr bitte, liebste Kämpfer an der unsichtbaren Front, alle mal schön kacken gehen… thx, folks…)

Es fehlt ein Komma, „Du dumme Sau!“ (Quelle)

***

Es ist Stress, eine Art emotionale Pubertät mit, igitt, 60+ erleben zu müssen; nach dem Aufwachen, das immerhin stattfindet, will K. ins Heim, *schluchz*, mittags will er einen IHK-Abschluss machen, abends zum Abend-Studium und nachts unter Zuhilfenahme einer rothaarigen Pastorentochter nach N. Y. C. durchbrennen. Himmelhoch trübend, zu Tode bejauchzt, oder wie man da sagt.

Was aber war, siehe ganz oben, mit „Prüfung“ gemeint?

Nun, ausgerechnet gestern hat K.’s Betriebssystem die Grätsche gemacht; d. h., natürlich nicht sein Betriebssystem, sondern das seines PC’s.

K. hat ’ne halbe Stunde gebraucht, um im richtigen Menü den richtigen Link bzw. Button zu drücken, und dann hat das Gerät noch ’n paar Stunden vor sich hin repariert, bis alles Reparaturbedürftige repariert war.

Und? Prüfung? Und? Bestanden?

Schon ein mindestens merkwürdiger Zufall, dass dergleichen am Vorabend einer einschlägigen Maßnahme geschieht, oder? Und was, liebste völlig zu Recht zahlreiche Nichtleser, würdet Ihr tun, wenn Ihr solche Zufälle nicht einmal oder ein paar Mal erlebt, sondern am laufenden Band, quasi?

Rein rhetorische Fragen, nun schon zur Tradition geworden

In diesem Sinne – Gott ist tot, es lebe die Göttin!

PS: Hier wird übrigens deutlich, was K. meint mit außerhalb von Text nicht wirklich sichtbar Werden usw.; er ist nicht annähernd in der Lage, oder nur ganz ausnahmsweise, seine Problematik derart gründlich und wenigstens halbwegs nachvollziehbar im alltäglichen Kontakt rüber zu bringen

(Zieht sich zum Schluchzen ins Geschirrtuch zurück. Abhang Vorhang. Bananenschalen aus dem Rang, Tomaten aus dem Parterre, stürmisches Schweigen aus der Kulisse.)**

** Hier sieht sich der Klient neuerlich als Privatsekretärin von von Bismarck; verständigen Sie gegebenenfalls kraftvolle Fachkräfte.
** Hier sieht sich der Klient neuerlich als Intendantin; verständigen Sie gegebenenfalls kraftvolle Fachkräfte.

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2 Antworten zu (… er bildete sich fort, fragte sich jedoch, wohin…)

  1. Herr Ösi sagt:

    Immer mit der Ruhe…

    … und cool bleiben…

    (Die Erde ist auch nicht an einem einzigen Tag erschaffen worden… hab ich in der Bibel gelesen…)

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