(… heute möchte K. über Socken sprechen…)

Sex sells, oder wie die Großbritannier sagen. Ja, K. ist
ein Sexist – verständigen Sie kraftvolle Fachkräfte!!!*

K. wäre gern ein junger, talentierter Journalist, ja ja; im Unbewussten, versteht sich, denn er hat wieder gar keinen Zugang zu seinen tiefen Gefühlen, furchtbar.

Nun ist er kein Leistungs-, nur Gebiss- sowie Brillenträger und ein, *hüstel*, nicht mehr ganz so junger quasiphilosophierender Geheimpublizist, dem es nicht gut geht, d. h., oft noch schlechter als ohnehin, wenn er nicht regelmäßig Berichte an seinen Großen Imaginären Führungsoffizier (GIF) schreibt. Wohlgemerkt „imaginär“, und mehr als imaginäre Zielpersonen solcher Textouren gab es nie; bitte weitersagen, liebe völlig zu Recht zahlreiche Nichtleser.

K. kann so was tatsächlich nicht weg machen, er hat es unzählige Male versucht; etwas beginnt in ihm zu denken schon bei morgendlichen Ritualen der äußeren und inneren Körperpflege- und Versorgung. K. hilft es dabei nicht, dass ein großer Geist gesagt haben soll, bzw. der Mund des diesen Geist beherbergenden Körpers, die besten Ideen kämen ihm beim Duschen.

Auch ist sich K. sehr unsicher, ob das nicht abzustellende Geschnatter in seinem Gehirn wirklich damit zu tun haben sollte, wie die sogenannte vox populi anzumerken sich nicht entblöden zu wollen schien, dass K. zu doof, zu schwul oder zu handwerklich orientiert wäre, sich ’ne Alte zu suchen und ordentlich zu knallen. Ja, diese Formulierung ist sexistisch und überhaupt; allein, es ist keine Formulierung von K.

(… eben kam wieder: ‚Geh‘ betteln!‘… wie schon erwähnt, ist dieser Budenzauber nicht identisch mit dem eben oben erwähntem inneren Sprechen oder dem „innerlich laut mitlesen“… er is‘ was ganz was Spezielles, nich‘, und K. muss auch das nochmals erwähnen: Hut ab, wer immer da zugange ist…)

Was wollte K. sagen? – Nein, er muss vorher noch einmal abschweifen; dies jedoch keineswegs altersbedingt, vielmehr er schon immer so war.

In der Gruppe, zu der K. in seinem Leben am längsten gehörte, oder in der er zumindest am längsten körperlich anwesend war, hatte er den Spitzname „Sokke“, und die scheinbar fehlerhafte Schreibweise ist beabsichtigt. K. wurde aufgefordert, die Namen der Schüler seiner Klasse anzusagen, und zwar von einem Fachlehrer für ESP.

An dieser Stelle muss neuerlich darauf hingewiesen werden, dass erstens „ESP“ nicht für „extrasensory perception“ steht, sondern für „Einführung in die sozialistische Produktion“ und dass zweitens K. es naturgemäß, weil als bindungsloser Psychopath, nestbescheißender Weise urst lustich gefunden hat anzumerken, dass zwischen beiden „ESP“ ein ursächlicher Zusammenhang bestanden haben dürfte, indem zum Beispiel bei der Abrechnung dieser Produktion materiell nicht Vorhandenes wahrgenommen wurde usw.

K. hat nun in der Tat angefangen, die Namen anzusagen, hat aber dabei im Ausagieren des kläglichen Kleinbestandes an jugendlichem Übermut, über den er nie hinaus gelangt ist, die Wechstaben verbuchselt und beispielsweise seinen eigenen Familiennamen mit „Eksok“ angegeben.

Daraus hat dann ein Mitschüler, man ahnt es, „Sokke“ gemacht, und später schienen die Leute, die den, wie man zugeben muss, genialischen Ursprung dieser Umbenennung nicht erleben durften, immer wieder zu glauben, K. wäre ein rechter Käsefußgänger fürwahr. Man muss hinzufügen, dass „rechter“ auch hier nicht politisch gemeint, vielmehr K. politisch weiterhin extreme Ultramitte ist, aber das am Rande und zur Verspannung.

Was lernt uns das nun? – Für alles im Leben scheint irgendwann ’ne „Rechnung“ zu kommen, ach herrje…

Es ist kein Zufall, dass K. dergleichen ausgerechnet jetzt durch den Kopf geht, vielmehr ist er zu seiner eigenen Überraschung, denn er weiß, dass er der Kontaktmeister ist, über „Stayfriends“ in Kontakt zu einem ehemaligen Mitschüler gekommen.

Es ist zudem ausgerechnet der Schüler, mit dem K., als er in seinen ersten vier Schuljahren zum zweiten Mal die Schule und zum dritten Mal die Klasse wechseln musste, zu Beginn der vierten Klasse zum Befremden von Mitschülern und Lehrern um die Position des Klassenclowns zu konkurrieren begonnen hat.

Auch hier schließt sich ein Kreis, ach ja… Angeblich hatte K.’s Vater diesen dritten Wechsel in vier Jahren veranlasst, weil K. nicht zu einer entfernteren Schule laufen sollen müsste, wenn er zwei vor der Nase hätte. Abgesehen davon, dass diese Begründung schon vom Schulweg her fadenscheinig erscheinen könnte, denn der wäre nur etwa 400 Meter länger als der vorherige und in zehn Minuten zu bewältigen gewesen, bestand der wahre Grund darin, dass K. in seiner dritten Klasse in für ihn höchstmöglichem Maße in einer Gruppe angekommen war.

Insbesondere der Sommer 1971 war die Hoch-Zeit in K.’s Lebens-Slalom-Lauf; K. ist nie wieder, wenn überhaupt jemals ganz, derart in eine Gruppe hinein gekommen. Er ist halt, O-Ton vox populi, ein „bindungsloser Psychopath“.

Hm. – Nun ja

K.’s unmittelbar vorgesetzter Vorfahre aber musste, als er zur Schule kommen sollte, auf Treck, und hat bei der Flucht aus Königsberg alle Kontakte zu Verwandten und Bekannten verloren, was beileibe nicht der einzige traumatisierende Faktor war, über den der Mann nie auch nur wirklich sprechen konnte.

Deshalb dieses im Grunde unsinnige mehrmalige Herausreißen des K. aus den ersten Gruppen seines Lebens; denn K. war nicht in der Krippe und im Kindergarten, was man noch heute merkt, und ist in den ersten sieben Jahren seines Lebens auf ausgeprägte Isolation konditioniert worden, was überhaupt nicht typisch war für unsere sozialistischen Menschen, schon gar nicht in der ersten sozialistischen Stadt.

K.’s Vater wusste unbewusst und daher umso wirksamer zu vermeiden, dass K. landen konnte in seiner Peergroup, was ihm selbst auf furchtbare Weise verunmöglicht worden war.

Das waren die entscheidenden Erlebnisse des K., nicht die Semmeln für fünf Pfennig und der halbe Liter Milch für vierunddreißig Pfennig und die krass subventionierten Mieten usw. usf.

(… dabei leugnet K. überhaupt nicht, dass die aufgezählten Errungenschaften tatsächlich eine historische Leistung waren, aber sie waren die Basis, auf der man hätte richtig anfangen müssen, man hat aber aufgehört… und bevor jemand nach Franz Fühmann die Kameraden Volksschützer informiert, weil der die Wende verpennt habende K. neuerlich den Umsturz zu planen scheint, auch hier wieder der Hinweis, dass paradoxer oder dialektischer Weise in der sozialen Marktwirtschaft Etliches abläuft, das hätte helfen können, aus „realem Sozialismus“ vielleicht realen Sozialismus zu machen…)

***

K. wollte sogar im Wortsinn auf dem Boden der Tatsachen bleiben und über Socken schreiben, was neuerlich eine Ungereimtheit darstellt, die wo sich hinten reimen tut nähmlich…

Was aber hat K. hier getan, zefix?

Er hat sich zweifelsohne nicht ganz ungeschickt an einer Art Feuilleton versucht, denn ein Feuilleton schreiben heißt, auf einer Glatze Locken drehen, wie Karl Kraus gesagt hat, wobei wahrscheinlich nicht nur K. geneigt ist zu fragen, wer sonst.

(… K. möchte jetzt, im Unbewussten, ein Bienchen ins große galaktische Klassenbuch [GROGALAKLA]… „Faszinierend!“, wie Mr. Spock völlig zu Recht angemerkt hätte…)

***

Am Anfang der Corona-Pandemie aber hat es sich zugetragen, dass K. mangels Zugang zu Discountläden online einen Packen Socken gekauft hat, die Markenware waren, aus dem Hause eines bekannten Modedesigners; keine Namen, denn es geht ums Prinzip.

Mehrere dieser Socken jedoch hatten schon nach einmaligem Tragen Löcher, während K. die Socken aus dem Grabbeltisch im Discounter monatelang ohne sichtbaren Verschleiß betreten hat.

K. korrigiert sich wie folgt, *hüstel*… Er hat nicht monatelang dieselben Socken getragen, und nun ist ihm doch noch ein Bogen zum eben oben geschlagenen Bogen geglückt, sondern zieht jeden Morgen frische Socken an; nebst den, wir berichteten, duftig-luftigen rosa Dessous, *hüstel*. K. hat vielmehr etliche Socken-Paare der „Billigware“ über Monate hinweg immer wieder getragen ohne Auftreten vom Materialverschleiß.

(… wenn diese Auskunft für Sie zufriedenstellend war, drücken Sie bitte den metallicroten Button…)

Das heißt aber auch und überhaupt, dass K. eigentlich, indem er die unterschichtig relativ teuer erscheinenden Markensocken erworben hat, bezahlt hat für etwas Immaterielles, etwas schier auf einer geistigen Ebene Wirkendes usw., nämlich für die Marke, für den Designernamen, für den „Ruf“ des Unternehmens, und dies, obwohl der Produktnutzen, milde formuliert, deutlich geringer war als bei den 0815-Socken für Sokke.

Neuerlich wird klar, dass K., ob nun barfuß oder in Socken, immer mehr Tritt fasst bei seinen Bemühungen um Integration in die dynamische Marktwirtschaft; wie bereits erwähnt, hat K. mittlerweile sogar realisiert, dass ein Osteopath kein kranker Ossi ist und ein Laufhaus kein Fitnesscenter.

Das war es, was K. in diesem Beitrag eigentlich sagen wollte; er kann sich nicht wirklich gut ausdrücken, denn trotz seiner, wie eben angedeutet, fortschreitenden Integration bleibt K. Einer von drüben und die hatten da zu wenig Buchstaben.

Allein, K. übt, denn der Mensch ist, vgl. Sloterdijk, als das übende Wesen per se anzusehen, und im nächsten Leben geht es anders lang, denn dann schreibt K. richtige Prosa, und bis dahin gilt es nun, wir berichteten, milde zu verdämmern.

***

Während der Niederschrift bzw. Niedertippe des hier geposteten Postings kamen, und K. hat Ohropax in den, Überraschung, Ohren, fast ununterbrochen Mentalfunksprüche etwa des Inhalts, K. würde nicht dichten, sondern nur wieder seine Berichte schreiben, was für Hallus mindestens ungewöhnlich, weil nämlich inhaltlich zutreffend ist.

Wieder stellt sich K. die Frage, wie lange Leute, die ihn für einen Simulanten halten, dergleichen durchgehalten hätten, jedenfalls keine 36 Jahre, wie sich K. sicher ist.

(… übrigens kam heute auch ein bisschen was Neues, immerhin… zum Beispiel, dass K. „Steppenwolf“ spielen würde… K. fühlt sich in der Tiefe erreicht und zieht sich neuerlich in seine Depression zurück…)

In diesem Sinne – häff fann usw.!

PS: Dennoch und trotz allem nimmt K. sich vor, auch in seinen schriftlichen Darlegungen den Akzent immer öfter auf das Kämpferische zu setzen, *hüstel*…

Die Ursprungsdatei auch dieses Bildes ist gemeinfrei, tandaradei!

* Die Ursprungsdatei des Bildes ist gemeinfrei.

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