(… K. übt, sich kurz zu fassen, heute Teil weise; teilweise weise, *hüstel*…)

1. Teil

Das wollte K. eh‘ schon lange sagen, hat er aber nicht, was sogar ihn selbst verblüfft; es geht um diese „Empfehlungen“, kürzere Sätze zu schreiben. Die kamen schon, als blog.de noch der größte Blog-Hoster war und K. sozusagen schriftliche Diskussionen mit bis über 140 Kommentaren in einem seiner Blogs erlebt hat, ach ja.

K. bildet sich keineswegs ein, der Einzige zu sein, der sich erstens gefragt hat, was das sollte mit der Einstellung des Hostings, zumal der Laden brummte, auch oder gerade kohletechnisch, und der zweitens dieses Forum vermisst.

Eine treue Seele von damals, hach, ist noch dabei, hier ab und zu ein paar Wortgruppen zu gruppieren, kommentierender Weise, und ganz ab und zu kieken ein paar weitere ehemals bei blog.de Textouren Absolvierende mitte Oogen im Kopp hier rin.

Wollte K. nicht – siehe Headline??? Okay, okay, es geht ihm um dieses gönnerhaft virtuell auf seine Schulter Klopfen; schreibst doch ganz gut, müsstest nur noch kurz und knapp schreiben, dann könnteste usw., trallala.

(… neuerlich eine freudlos Freudvolle Fehlleistung fürwahr, statt „schreibst“ hat K. „schreist“ in die Tasten gedroschen… hach, Keiner hört das Schreien, hach… o schöner Schmerz von edler Tiefe…)

K. hat sich dran gehalten; in dem sozusagen wirklich literarisch gemeinten seiner drei Büchlein, den „Lebensreportagen“, schreibt K. nicht nur kurz und knapp, sondern geradezu karg.

Man geht allerdings fehl in der Annahme, dass K. hier auf Papa Ernest macht, und K. folgt auch nicht den sozusagen schreibtheoretischen Überlegungen etwa von Tschechow, London oder Poe, sondern seinem persönlichen Gott der Kurzgeschichte Isaac Bashevis Singer, was ganz erstaunlich erscheinen könnte für einen Antisemiten.

Wollte K. nicht – siehe Headline…

Nun, Herr K. ist, was jedermann überraschen muss, sehr ambivalent. Diese Buchtexte haben was, sie sind fast gänzlich ohne Schnullerchen, Mätzchen und Faxen, mit denen K. seine Textouren im Bloghäuschen ständig ausufern zu lassen pflegt, tirilierender, mäandernder und kaskadierender Weise.

Aaaaaber!!! Spricht K. im besagten Büchlein fein, ach, nicht mit quasi verstellter Stimme? Sind diese Texte nicht auch irgendwie langweilig? Ist sein ausuferndes schriftliches Geschnatter im Blog nicht irgendwie bunter, lebendiger, unterhaltsamer usw.?

Wie gesagt, wenn es das Wort „Ambivalenz“ nicht gäbe, müsste es für K. erfunden werden…

2. Teil

Immer wieder denkt K., oder es denkt in ihm, dass endlich er gemeint ist, dass er es endlich geschafft hätte, gesehen zu werden, und dann muss er wieder einsehen, dass er wieder ein Container für Übertragungen war, heule heule heule.

„Sie sind nicht sichtbar geworden, Herr K., kommen Sie in die Tanztherapie!“, hätte ein führender Vertreter einer Therapieschule hier gesagt, möge er dennoch und erst recht in Frieden ruhen. Das war einer der, was für ein poetisches Bild, am lautesten knallenden Korken, die K. hat knallen hören bei seinem, O-Ton vox populi, „Simulanten spielen“.

K. ist jedoch nicht nur sichtbar geworden in der Tanztherapie, er hat vielmehr eine Art Singularität erlebt, indem er, während eine Mitklientin sich zeigte in ihrem Tanz, in einen Weinkrampf gefallen ist, wie er ihn noch nie erlebt hat, und bei dem er zu ersticken fürchtete. Das war die sozusagen Entladung eines Gefühlsstaus, und die war wiederum ein Beweis dafür, dass K. kein, O-Ton vox populi, „bindungsloser Psychopath“ ist, denn Psychopathen erleben keine derart heftigen emotionalen Durchbrüche bzw. überhaupt keine.

Zudem hat K. endlich auch emotional realisiert, was Dr. F. 1984 in der Großgruppe in Hirschgarten gemeint hatte, als er sich überdeutlich theatralisch die Haare gerauft hatte, was er damals noch konnte, sorry, und dabei ausgerufen: „Herr K., nur Kopf, Kopf, Kopf!“

(… hier wird neuerlich deutlich, dass K. insgesamt eher der frühreife Typ zu sein scheint und überhaupt der absolute Blitzmerker… *hüstel*…)

Nun, K.’s Therapeutin war bei seinem nicht nur ihn erschütternden Durchbruch anwesend und hat Folgendes getan – nichts. Das Mindeste wäre gewesen, und das hat man auch bei anderen Klienten immer wieder getan, danach zehn Minuten zu reden, so dass derartige Durchbrüche durch Verbalisierung emotionalen Inhalts gewissermaßen im Gehirn gespeichert würden und günstigstenfalls frühe Erfahrungen auslöschen.

Die Therapeutin hat K. buchstäblich sitzen lassen, wie er es gewohnt war insbesondere aus seiner Kindheit, in der er immer wieder in diese entsetzliche Verlassenheit und Verlorenheit geraten ist, wenn die Gefühle kamen. Das ist keine Therapie, das ist mehr desselben im Sinne Watzlawicks et. al. Das war ein Beispiel dafür, dass K. nicht gesehen wurde…

Aaaaaber!!! K. ist für einige Minuten gehalten worden, von einem Mitklienten; auch hier ein Grundmuster in K.’s Leben, der Vater übernimmt gewissermaßen mütterliche Funktionen.

Das musste die Therapeutin übersehen, weil hier die blinde Stelle des Systems war, sorry, das psychische Skotom; Körperkontakt, Hautkontakt, Körperarbeit, gehalten Werden auch im wörtlichen Sinne.

Man hat jetzt Boxtherapie eingeführt… Nun ja – breiten wir den Mantel der Nächstenliebe darüber! Natürlich geht K. das nicht wirklich etwas an, aber er hat das Recht, seine Meinung zu äußern; dieser Sektor des Freudeskreises Anna Lyse hat keine eigene Verfassung, wie man manchmal glauben konnte, und „man“, nicht nur K.

(… man ist nicht ganz unschuldig an den zu K.’s Verblüffung noch 2015 oder 2016 wie aus der Pistole geschossen gekommenen Sekten-Vorwürfen, und zwar geäußert von einer erfahrenen Dipl.-Psych. zu einem Mitbewohner des rachtückischen und heimsüchtigen K., der sich wieder einmal schier schnurstracks zur Verteidigung dieser therapeutischen Schule aufgerufen fühlte… sooo süüüß…)

Diese Sehnsucht nach einer kleinen, überschaubaren, klar abgegrenzten Welt mit sicheren Regeln und Normen scheint jedoch weit über diesen Sektor des Freudeskreises Anna Lyse hinaus zu wirken, und sie scheint vor allem ebenfalls eine Langzeitwirkung des Zusammenbruchs und Wegfalls von Lebenswelten und Kulturräumen im XX. Jahrhundert zu sein. Allerdings wenig konstruktive Versuche der Schaffung solcher Kleinwelten sind etwa die muslimischen „Parallelgesellschaften“ in Kreuzkölln oder die neuerdings braungrünen Communities in Mecklenburg-Vorpommern.

Erwin Strittmatters Roman-Trilogie „Der Laden“ war unter anderem deshalb derart erfolgreich, weil der Autor mit kaum zu überbietender Detailtreue eine solche „kleine Welt“ in epischer Breite dargestellt hat, nur kann man hier nicht über lange Sätze meckern wie bei „Buddenbrooks“. Hähä, garstige Hobbitse, garstige Hobbitse

Hier muss K. kurz innehalten, um seine Knutschflecken vom Spiegel zu wischen. „Der Junge ist doch ein pfiffiges Kerlchen!“, hätte Tante Paula gesagt, wenn es sie gegeben hätte.

3. Teil

Etwas, was sich wiederholt, weswegen es K. einmal ansprechen möchte und hiermit nun in der Tat anspricht, ist dieses Erleben, dass er bei jemandem einen recht guten Eindruck gemacht zu haben scheint, die Betreffende oder den Betreffenden später wieder trifft, zum Beispiel bei einem weiteren Termin, und dann feststellen muss, und zwar ohne Paranoia, dass da offenbar, sagen wir: Vorbehalte entstanden sind, weil die oder der Betreffende offenbar Informationen bzw. „Informationen“ über K. von Dritten erhalten hat.

(… guck nich‘ hin, guck‘ nich‘ hin… dis is‘ der Typ, dis is‘ der Typ… pöbelt überall die Leute voll…)

Allein, K. nimmt sein schmerzliches Martyrium nunmehr mit einer gewissen Gelassenheit auf sich fürwahr; des seiest Du gewiss, herbe Dame Welt! – O schöner Schmerz von edler Tiefe!

4. Teil

Hier bricht K. ab, ach… Bzw. lässt er das hier Stehende nun erst einmal so stehen; zwar hat er noch eine ganze Liste von Themen, die er gern besprechen bzw. beschreiben möchte; allein, sein Geltungsdrang, man versteht…

K. hat auch eine Liste mit Plots, und mittlerweile sind es 50, und die älteste Geschichten-Idee oder wie immer man diese Notiz nennen mag, ist von 1984.

Man kann, wie K. durchaus klar ist, hier gar nicht mehr von Prokrastination sprechen; für dieses auf die lange Bank schieben müsste ein neuer Begriff erfunden werden.

(… im nächsten Leben geht’s anders lang… bis dahin gilt es nun, wir berichteten, milde zu verdämmern…)

Warum erwähnt K. das? – Nun, so was ist für ihn entscheidend, ja, primär, nicht die Zahl der Stellen vor dem Komma auf dem Kontoauszug oder die Zahl der Quadratmeter der Wohnung oder der Kubikzentimeter des Hubraums des Kraftfahrzeugs usw.

(… Herr K. ist etwas ganz Besonderes fürwahr und gehört in die Einrichtung, des seiest Du gewiss, herbe Dame Welt…)

Weiteres im Weiteren! – Häff fann usw.!

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