(… der große Theoretiker stolpert in die und in der Praxis…)

Das war klar! K. hat das sehr oft erlebt, dass er sich weigerte, den halluzinagogischen Interventionen zu folgen, und dass er dann gezwungen wurde, sie dennoch umzusetzen, indem es „zufällig“ zu dem gekommen ist, was er stur und starr zu vermeiden versucht hat. Wieder einmal Trick 17 mit Selbstüberlistung, nicht wahr?!

Eine Frau hat unten heftig gebrüllt und getobt, was K. nicht wegen der „Ruhestörung“ beunruhigte, bitte Anführungsstriche beachten, sondern deswegen, weil er sie letztens beim treppenhäuslichen Grüßen für eine Sozpäd gehalten hat; sie ist aber offenbar eine Bewohnerin der ersten Etage.

K. hatte heftige Schuldgefühle, weil er scheinbar ungerührt weiter gegangen ist, als wäre nichts geschehen, während die dekompensierende Bürgerin tobte. Allerdings, denn alles hat seine zwei Schattenseiten oder so ähnlich, war K. andererseits natürlich wieder einmal froh, dass er wusste, warum er Schuldgefühle hatte.

Nach der Erledigung seiner Erledigungen, mit denen er den Leuten Werktätigkeit vorzutäuschen versucht, wie manche Leute überzeugt scheinen, hat K. die üblichen mentalmasochistischen Selbstgespräche geführt wie: „Na, Du großer Meister des Symptombündelns, was war das jetzt; da gehste einfach weiter, als wäre nix, Du therapietheoretische Gesäßöffnung, oder was?!“

Usw. – K. liebt Selbstgespräche; niemand widerspricht und er hat immer das letzte Wort. Ja, der Joke hat so einen Bart; allein, wenn er doch zutrifft…

Dann aber hat K. sich wieder einmal in rührend tragikomischer Weise bemüht, igitt, über seinen Schatten zu springen, sich wenigstens zu versuchen am, gnihi, Todessprung von der Teppichkante usw., indem er bei seinem nächsten Aufbruch in die Stadt, denn er musste noch eine Überweisung vornehmen und hatte beim ersten Vortäuschen von Werktätigkeit die Kontodaten vergessen, von seinem außerordentlichen Bauchnabel auf und unten vorbei gesehen hat.

K. hat gefragt, ob alles in Ordnung wäre, und es erfolgten, wie K. allerdings insgeheim erwartet hatte, marktwirtschaftlich herbe Rückmeldungen durch den jungen Mann, der schon auf der Treppe am Handy telefoniert hatte, als die Frau an einer persönlichen Grenze war.

Das hat K. aber nicht wirklich gefrustet, vielmehr er beruhigt war, dass sich alles beruhigt hatte, andernfalls er abgesehen von dem, was er gegessen hatte, nicht gewusst hätte, was er machen sollte.

Der große, große Kenner der mentalen Dynamik der rezenten Hominiden auf dem dritten Planeten des Systems, *hüstel*

Dieses Problem hat K. jedoch schon mehrfach angedeutet, wie er, *hüstel*, immerhin wahrnimmt.

Alice Miller, Hermann Hesse und Erwin Strittmatter waren, ohne Ironie gesagt, große Erforscher der Kindheit, der kindlichen Kreativität und der Poesie als deren Ausdruck auch bei sogenannten Erwachsenen, während sie im angeblich banalen Alltag, igitt, so ganz als Mensch, ziemliche Gesäßöffnungen waren und ihre ganz real eigenen Kinder zeitweise fertig gemacht haben. Das ist gewiss keine Entschuldigung für das Verhalten des K., aber dieses Problem wirkt offensichtlich weit über seine Universal-Marginalperson hinaus.

Mit anderen Worten hat K. dann doch getan, was zu vermeiden er sich stur weigerte, denn schon unzählige Male kam per Mentalfunk: ‚Komm runter!‘ Komische Hallus…

(… spielta wieda Schizo, höhöhö… unsinniger, aber verständlicher Weise wünscht sich K. immer wieder, dass Leutinnen und Leute, die ihm dergleichen unterstellen, einmal 24 Stunden in seiner Haut stecken würden, wie in „Avatar“ angedeutet; das wird kommen, obwohl es natürlich Neuland ist, *hüstel*… die würden dann sehr wahrscheinlich nicht mehr solche gequirlte Fäkalie raus hauen… höhöhö…)

(… hähä, da haben die ihn wieder rein gelegt… wer „die“ sind, versucht K. seit 36 Jahren heraus zu bekommen, wie er erst höchstens fünfzig Mal erwähnt hat…)

Dieser banale winzige Versuch des K. ist jedoch, har har, mit Sicherheit schräg rüber gekommen… Der Kontrolletti kontrolliert, der Stasi schnüffelt, Wende verpennt, der spielt wieder den Ordnungshüter usw. usf.

Das ist kein Selbstmitleid und kein Gejammer. K. hat diese Diskrepanz zwischen Anliegen oder Absicht und dem, was rüber kommt, erst vor einigen Jahren zum ersten Mal ernsthaft wahrgenommen, anlässlich seines reflektorisch einsetzenden gerührten Grienens beim Anblick von kleinen Kindern.

Irgendwann hat K. realisiert, dass das nicht als gerührt und sentimentalisch rüber kommt, sondern als verschlagen und hinterhältig, was auch nicht verwunderlich ist bei K.’s Ganovenfresse, von Dr. Sch., leider jetzt in der ewigen Großgruppe, „Charakterkopf“ genannt.

Deswegen haben viele, insbesondere junge Muttis bei K.’s Grienen leicht panisch gewirkt, während jedoch, und das ist, wie K. immerhin wahrnimmt, eine erfreuliche Pointe, die Kids ganz anders reagiert haben, weil sie den K. als lustigen Opa wahrgenommen haben, der einen Narren an ihnen gefressen hat, weil er in diesem Leben keine eigenen Kinder mehr haben wird.

(… K. hat nichts gemacht; die Eltern sind schuld, die Stasi und Erich…)

Nein, das ist kein Selbstmitleid! Diese Diskrepanz zwischen Gefühlen und deren vor allem mimischen Ausdruck scheint typisch für von Störungen des schizoformen oder des autistischen Spektrums Betroffene, und das gilt weit über Ihro Tiefunwohlgeboren K. hinaus.*

Es scheint sogar von einer Art Reife zu zeugen, solche nun einmal existierenden Kommunikationsdilemmas angemessen zu reflektieren, weil man dann besser mit ihnen umgehen kann. K. glaubt jedoch nicht, dass man auf Reife besonders stolz sein kann, denn auch zum Beispiel Käse entwickelt eine solche insbesondere, wenn er weit gelaufen ist.

(… K. ist jetzt natürlich wieder sehr misstrauisch, weil er beinahe etwas Positives über sich gesagt hat…)

(… anderseits – was für eine freudlose Freudvolle Fehlleistung: „mit ihnen umgekommen“ statt: „mit ihnen umgehen kann“… neuerlich befürchtet K., dass er über ein Unbewusstes verfügen könnte… das wäre allerdings auch verständlich, weil er nicht zu den bewussten Teilen der Arbeiterklasse gefunden hat…)

Dies wieder eine persönlichkeits- sowohl als auch störungsspezifisch tragikomische Schmonzette aus dem Leben der Universal-Marginalperson K.; wir bleiben dran, wir berichten…

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