(… Papas Tochter mit Schwanz lamentiert…)


(… man wiederholt sich im Alter, wie K. wiederholt angemerkt hat…)

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Heute oder morgen wäre K.’s unmittelbar vorgesetzter Vorfahre 83 Jahre alt geworden; es ist nicht genau bekannt, welcher Tag der Geburtstag war, weil bei Flucht und Vertreibung notwendige Unterlagen verloren gegangen sind. Der Mann ist allerdings bereits 2016 in die ewige Großgruppe abberufen werden, wie K. vor einigen Monaten erfahren hat.

Das ist zumindest leicht gruselig. 2016 hat K. geradezu exzessiv damit begonnen, mit dem MAGIX MUSIC MAKER Soundpics zu basteln, als hätte ihm jemand die Erlaubnis zu wenigstens Versuchen kreativer Tätigkeit erteilt.

K. wusste wohlgemerkt bis vor einigen Monaten nichts vom Tod seines Vaters, und wenn er ehrlich ist, hat er den emotional noch lange nicht realisiert; ganz tief drin sieht er sich immer noch mit dem Alten durch Kjonig und über die Nehrung wandern.

(… sowohl in Kaliningrad/Königsberg als auch in Iron Hut City/Eisenhüttenstadt erlebt man mitten in der Stadt große Grünflächen, auf denen früher Wohnblocks standen… das wird man ja wohl noch sagen dürfen…)

Zwischendurch überkommt K. immer einmal wieder irgendwas, völlig unerwartet auch für ihn selbst, und er drückt auf die Tränendrüse, wie besagter Vater verächtlich amüsiert bis wütend angeekelt sagen würde.

Tja… – „Das haben Sie so hergestellt, Herr K.!“

Das streitet besagter K. gar nicht ab, Frau Dr. Anna Lyse, deren wahrscheinliche Rückmeldung K. in einer skurrilen Form vorauseilenden Gehorsams wieder einmal selbst anbringt, wobei Frau Lyse hier für etwas steht, nämlich für die gesamte Population der Mitgliederinnen und Mitglieder des Freudeskreises Anna Lyse.

K.’s unmittelbar vorgesetzter Vorfahre war überaus talentiert; er hatte vor allem diese goldenen Hände, mit denen er zum Beispiel buchstäblich aus Resten ein Mini-Luftgewehr gebaut hat oder einen riesigen Spielzeug-Kipper für K. als Vierkäsebreit, der doch ohnehin nicht wirklich spielen konnte.

Dieselben Hände hat er aber auch benutzt, um K. zeitweise regelmäßig „windelweich zu prügeln“, wie seine, des Vaters, eigene Formulierung lautete.

Das war eines der Probleme, mit denen sich K. insbesondere als Vorschulkind fast täglich konfrontiert fand; die Frage, ob diese Hände, die überaus zärtlich sein konnten, jetzt streicheln oder schlagen würden. Das war, unter anderem, prägend für K., nicht die Semmeln für fünf Pfennig oder die krass subventionierten Mieten usw. usf. – Allein, das ist Psycho-Gedöns und kann weg…

K. ist immer wieder verblüfft, an was er sich, scheinbar plötzlich, erinnern kann; er staunt immer aufs Neue, was sein Gehirn gewissermaßen hinter seinem Rücken gespeichert hat. K. erinnert sich etwa deutlich an einige vor 1980 über einen „Abba“-Titel gemachte Bemerkungen seines Vaters, mit denen der ein überaus sicheres Gespür für musikalische Effekte bewiesen hat.

Zudem ist K. wieder eingefallen, als er vom Tod seines Vaters erfahren hat, dass sein Vater an seiner teuren Anlage mit Stereo-Radio, Plattenspieler und Kassettendeck halbe Nächte lang leidenschaftlich etwas betrieben hat, was man als Vorstufe der Tätigkeit eines DJs bezeichnen könnte.

Das heißt, der Vater hat sich an etwas sehr Ähnlichem versucht wie K. bei seinen zeitweise monomanisch betriebenen Experimenten mit Samples. Jetzt ist diesbezüglich wieder alles vorbei bei K., und der wundert sich, dass er das gemacht zu haben scheint, und dürfte sich dementsprechend nicht wundern, dass Leute nicht glauben, dass er das gemacht hat, ach ach…

Mit diesen Experimenten hat K. jedoch, um diesen scheinbaren Esoscheiß zu bekräftigen, sozusagen aus dem Nichts angefangen nach dem Tod seines Vaters, von dem K. gar nichts wusste.

Das ist nicht die einzige Stelle, an der K. sich, um endlich auch diesen Text durch einige Löffelchen Zynismus und Sarkasmus zu verfeinern, demonstrativ erheitert gefragt hat, ob es so was wie ein Unbewusstes womöglich tatsächlich geben könnte.

Während seiner seltsamen Versuche des sozusagen Probewohnens in Iron Hut City 2008 und 2014 hatte K., und es war ihm peinlich, so dass er dieses Erleben gleich wieder runter machen musste, die stärksten Gefühle seit vielen Jahren, die vor allem über Wochen angehalten und ihn im positiven Sinne auf Trab gehalten haben. Wahrscheinlich ist K. auch deswegen wieder geflüchtet, nicht nur wegen der seltsamen für ihn bedrohlichen Fehlwahrnehmungen und Missverständnisse nicht nur auf seiner Seite.

Es war, als hätte K. im wörtlichen und im übertragenen Sinne in dieser Stadt Platz nehmen können, da seine Eltern weg gezogen waren und damit Lebens- und Wachstumsverbote hinfällig oder jedenfalls kaum noch wirksam.

(… manche Leute scheinen ihr Leben lang beschäftigt, ihre Eltern bestrafen zu wollen, hat Dr. R., der Teilzeit-Chassid, 1985 angemerkt… sinngemäß, fast wörtlich und eindeutig in Richtung des K…. K.’s Gehirn hat auch diese Episode gespeichert und K. hat jahrzehntelang nichts davon gewusst… „Faszinierend!“, Zitat Mr. Spock…)

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Während des in die Tasten Dreschens des hier geposteten Postings trotz Ohropax in den, Überraschung, Ohren hat K. besonders viele Mentalfunksprüche empfangen, unter anderem: ‚Geh‘ betteln!“

Es wirkt eine Art subtiles Schreibverbot, das auf einer Art Vernetzung der Antriebe vieler Menschen zu beruhen scheint, aus denen Literatur im Sinne von Dichtung entstehen könnte. Ja ja, Verschwörungstheorie, verständigen Sie Kräfte! – Aber das alles nur wieder am Rande und zur kulturellen Umrahmung.

Einer der notorisch wiederholten dieser Mentalfunksprüche enthält die sinngemäße Behauptung, K. würde sich für einen Vatersohn halten.

Wann und wo aber, so fragt sich K. immer wieder, soll er das behauptet haben?

Er hat vielmehr allein in diesem Blog mehrfach darauf hingewiesen, dass er als Vierkäsebreit, weil ihm nichts Anderes übrig geblieben ist, immer mit dem gerade anwesenden Elternteil symbiotisch verbandelt gewesen wäre, wobei aber der Vater gewissermaßen Überhang gehabt hätte, weil er konstruktive, „positive“ Antriebe, Neigungen usw. in K. geweckt hätte, wie die Liebe zu Büchern, zu Katzen, zu Spaziergängen sowie Wanderungen, zu Wortspielen usw.

(… korrekt, es waren fast nie beide leibliche Eltern gleichzeitig anwesend, was K. immerhin eben wieder aufgefallen ist und was natürlich schon was sagt…)

Man könnte etwas unbeholfen formulieren, so denkt K., dass die Beeinflussung durch Vater und Mutter etwa im Verhältnis von 60% und 40% erfolgt wäre.

Das ist das K. am heftigsten auf den Zeiger gehende Merkmal des Budenzaubers, und K. wiederholt sich auch damit bewusst, dieses beim Mentalfunk Schwanken zwischen für „Hallus“ mindestens merkwürdigen Volltreffern und Blödsinn; K. möchte hiermit eine Eingabe machen, *hüstel*…

***

Warum aber verwendet K. immer wieder die Bezeichnung „unmittelbar vorgesetzter Vorfahre“ für seinen Vater?

Nun, natürlich aus Bosheit, denn K. ist bekanntlich ein, O-Ton vox populi, „bindungsloser Psychopath“; garstige Hobbitse, garstige Hobbitse

Aus mehreren Gründen sprechhandelt K. in dieser Weise.* Erstens scheint ihm das passend, weil sein Vater aus K. gern einen Kadetten gemacht hätte, obwohl er wissen musste, dass die Kadettenschule der DDR einige Monate, bevor K. das Licht dieser Welt in Gestalt einiger Leuchtstofflampen von VEB Narva matzerathlos** erblickt hat, geschlossen worden war.

Das hatte zur Folge, dass K. bereits vor Beginn seiner Schulzeit einige Monate lang wie ein Rekrut in seiner Kampf-Kemenate Päckchen packen musste; d. h., seine Kleidung und Wäsche vor dem zu Bett gehen auf einem Hocker auf Kante zusammen legen. Na ja… – Leider ist aus K. trotzdem nichts geworden.

Zweitens und vor allem aber ist eines der realen Erlebnisse, das K. in deutlicher Annäherung zumindest an Ansätze eines Gefühls gebracht hat, das man mit einigem guten Willen eventuell als „Wut“ bezeichnen könnte, die Unterstellung, K. würde lügen wie gedruckt. Das würde sich zum Beispiel an K.’s Behauptung zeigen, sein Vater wäre Berufssoldat, während der doch vielmehr Entwicklungsingenieur gewesen wäre.

Na ja. Tausende Male ist K.’s Vater fast ein Vierteljahrhundert lang in Uniform gesehen worden. Na ja. Das sind familiäre Narrative; Wirklichkeit wäre, worüber sich die jeweilige Gruppe geeinigt hätte, dass es Wirklichkeit wäre (???)… – Na ja.

(… manche Leute scheinen ihr Leben lang beschäftigt, ihre Eltern bestrafen zu wollen…. siehe eben oben…)

Wie ebenfalls bereits bemerkt, ist eine der Mitgliederinnen des Freudeskreises Anna Lyse, der gegenüber K. zu verbalisieren versuchen durfte, was ihm gerade durch Herz und Hirn gegangen war, immer an die Decke gegangen, im Sinne von Meta Phorisch, versteht sich, wenn K. einen Satz mit „Na ja“ angefangen hat.

Es kann daher als sicher gelten, dass K. sich in einem permanenten dynamischen Prozess der Emanzipation befindet, und das ist ja nicht nichts, nich’…

In diesem Sinne – häff fann usw.!

** „Sprechhandelt“ wird nicht als Fehler angezeigt, ha! „Faszinierend!“, Zitat Mr. Spock.
** ‚Höhöhö! Spielta wieda Blechtrommler! Hähähä!‘ – Das kam nicht jetzt, aber schon des Öfteren…

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