(… „Name und Dienstgrad, oder ich schreib Sie auf!“…)

Ein sehr zu Recht sehr bekannter Therapeut hat vermutet, sinngemäß, dass Mielke bereits an Symptomen altersbedingten zerebralen Abbaus gelitten hätte, wozu K. anmerken muss: „Das verstehe ich sehr gut!“, der sich besonders in seiner je nach Standpunkt des Betrachters berühmten oder berüchtigten in dieser Rede abgegebenen „Liebeserklärung“ zeigen würde.

Die Frage, die sich K. hier stellt, und der darf das, denn er, O-Ton vox populi, „spielt den Simulanten“, ist die, was mit einem Menschen geschehen sein muss, und zwar auch bereits oder insbesondere in seiner Prägungsphase in der frühen Kindheit, dass er seine Liebe zum Menschengeschlecht, Agape, in Abgrenzung vom Eros, der geschlechtlichen Partnerliebe, oder wie immer man diese Katastrophe nennen mag, ausagieren muss durch geradezu zwanghaftes Streben nach totaler Kontrolle von allem und jedem. – Herr K. projiziert, oder? Tut er das wirklich, Frau Dr. Anna Lyse?

(… rein rhetorische Fragen, wie immer…)

(… hier sieht sich der K. neuerlich als Gesellschaftstherapeut von Südwest-Oberbayern, verständigen Sie bei Bedarf kraftvolle Fachkräfte…)

Und ist das, milde formuliert, in dieser Rede augen- bzw. ohrenfällige Problem eines durch plötzliches Volkskammerflimmern „raus aus der Spur“, „Silly“, gekommenen oder vielmehr geworfenen immer nur seine Pflicht Erfüllenden, nun ein ökonomisches, ein politisches, ein ideologisches oder eines von „Psycho-Club“?

(… eine rein rhetorische Frage, wie immer…)

(… hier sieht sich K. neuerlich als Nachfolger von Dr. Uljanow, achten Sie auf dieses markante Profil einer nur nachlässig gespülten Kantinen-Untertasse der weiland MITROPA… er wünscht, immer besagter K., im Unbewussten, als mittelgroßer Vor-, Bei- und Nachsitzender der interstellaren Arbeiterklasse die Milchstraße revolutionär zu verbarrikadieren… verständigen Sie bei Bedarf kraftvolle Fachkräfte mit Kanülen sedierenden Inhalts…)

***

Zu Mielke fällt K. jedoch noch Etliches ein, nicht nur das Gesicht, was er seiner völlig zu Recht unübersehbaren Nichtleserschaft keineswegs vorenthalten möchte.

Bekanntlich hätten die bewussten Teile der siegreichen Arbeiterklasse, wie bereits diese Bezeichnung sagt, über kein Unbewusstes verfügt; es handelte sich um Überbleibsel der alten Gesellschaft, die im Zuge der gesetzmäßigen Entwicklung überwunden werden würden, wie hier die geradezu zu Textbausteinen erstarrten Floskeln lauteten.

Wie K. bereits an anderer Stelle anzumerken nicht vermeiden zu können schien, scheinen etliche Absolventen der DaDaeR mit derartigen Bausteinen geradezu gesteinigt worden zu sein; zudem gilt auch oder gerade hier, dass sie, wenn sie nicht gestorben sind, immer noch überwinden.

(… ‚Bildet sich ein, er is‘ im Märchenland, höhöhö!‘… das kam nicht jetzt per Mentalfunk, aber schon des Öfteren…)

Mielke ist, verlässlichen Quellen zufolge, zu geselligem Beisammensein, zum Thema „Textbausteine“ siehe eben oben, immer in derselben „Verkleidung“ erschienen, als Leierkastenmann.

Da, liebe Nossinnunnossn, ist es jedoch, zum Beispiel, das angeblich nicht vorhandene Unbewusste; „Weiter voran auf bewährtem Kurs, denn auch auf der Stelle Treten ist dynamische Bewegung!“

Jede Bewegung scheuende Menschen, und „Bewegung“ im wörtlichen wie im übertragenen Sinne, sind jedoch nicht unbedingt „verdorbene Greise“, Zitat Biermann, sondern häufig schwer Traumatisierte; schon wieder „Psycho-Club“, igitt…

(… Herr K. projiziert, oder… tut er das wirklich, Frau Dr. Anna Lyse…)

Dann ist da Mielkes Prozess; er ist nicht verurteilt worden wegen der Verstöße gegen Menschenrechte während seiner Jahrzehnte als Minister, sondern wegen der Polizistenmorde 1931.

War das Absicht? – K. scheint das genial. Mielke ist bestraft worden für etwas, das er getan hatte zu einer Zeit seines Lebens, die man mit Worten Thomas Manns aus dem „Tonio Kröger“ charakterisieren könnte, „Damals lebte sein Herz…“

(… Herr K. projiziert, oder… tut er das wirklich, Frau Dr. Anna Lyse…)

***

K. hat sie echt nicht alle, oder?

K. war schon immer voll stasigeil, echt. Beispielsweise hat er während seines Dienstes in der NVA, im Felde ungeschlagen, mit einem Tagesgenossen* zusammen, besser gesagt mit dessen sehr der Dissidenz verdächtigem Vater, einen Klappfix gebastelt, d. h., einen sehr satirisch gemeinten Abklatsch des berüchtigten Dienstausweises der Genossen Tschekisten.

Darin kamen als Witz mit sehr langem Bart die berühmten zwei Paragrafen vor; § 1: „Der Vorgesetzte hat immer Recht.“ und § 2: „Sollte der Vorgesetzte einmal nicht Recht haben, tritt automatisch § 1 in Kraft.“

(… Lachen einstellen, nach unten wegtreten…)

Besagter Tages- und Zimmergenossen-Vater aber hatte einen Kartoffelstempel angefertigt, mit dem die Passbilder der unprofessionellen Klappfixe „professionell“ gestempelt wurden; im Stempelabdruck stand im oberen Halbkreis: „Kunst ist Waffe!“ und im unteren Halbkreis: „Waffenreinigen ist Massenkunst!“

Urst lustich, oder? Der obere Satz ist von Friedrich Wolf, der untere von K., was deutlich zeigt, dass K.’s persönlichkeits- sowohl als auch störungsspezifischer Größenwahn bereits manifest war. Zudem zeigt sich deutlich, dass auch K. schon immer im Widerstand war, *kraftvoll hüstel*.

Mit diesen Klappfixen sind zwei seiner Tagesgenossen und K. sogar einmal nach Mitternacht durch die Wache am Kasernentor gekommen, und K. hat dabei zudem in einem Dederon-Beutel vier Granaten verbotener Weise ins Camp verbracht.

Was waren wir herrliche Helden! Was haben wir männlich-herb gesoffen! Was war unsere Jugend konstruktiv abenteuerlich, boah!

(…. *denkbar kraftvoll hüstel*…)

(… es hat sich nachher heraus gestellt, dass der Wachhabende und weitere Feldwebel und Offiziere völlig absorbiert waren von einem besonderen Vorkommnis in den östlich an das Kasernengelände anschließenden Wohnblocks für Berufssoldaten…)

Das ist noch nicht die Pointe! Die bestand vielmehr darin, dass K. mehrfach, wenn er voll breit war und der kleine Führer im Jedermann in ihm hoch gekommen ist, „Ansprachen“ gehalten hat, und immer wieder hat auch K., denn niemand entgeht der Prägung durch seine Umwelt ganz, Floskeln gebetsmühlenartig repetiert, und einer seiner Textbausteine lautete: „Wir stehen vor einer Wende in der Geschichte des Abendlandes!“

Das war 1982 oder 1983; es gibt, Schehksbier heute, Dinge zwischen Penis und Vagina, von denen sich unsere Spermien nichts träumen lassen…

(… der wieder mit seinen Räuberpistolen, höhöhö… diese Münchhausiaden der Histrionischen, hähähä… ein Prophet und Vordenker, hihihi… ja – denkste… auch hier war und ist nichts Ausdruck von Pseudologia phantastica… das ist so abgelaufen und es gibt etliche Zeugen… allerdings hat K. den starken Verdacht, dass die diese besonderen Vorkommnisse vergessen bzw. „vergessen“ haben…)

Was wollte uns der verhinderte Dichter nun damit sagen? – Im nächsten Leben geht’s anders lang! In diesem jedoch gilt es nun, wir berichteten mehrfach, milde zu verdämmern…

PS: Kriegt K. jetzt die Stelle als Teilzeit-Gespenst im Berliner Stadtschloss?

* Ein Grundwehrdienst oder Wehrdienst auf Zeit Leistender, der noch ebenso viele Tage zu dienen hatte wie der sie „Tagesgenosse“ Nennende, in diesem Fall K.

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