(… das ist die Lösung…)

Den Spieß umdrehen; die haben uns Jahrhunderte lang an den Arsch gefasst, jetzt treten wir den Typen in die Eier…

Abgesehen davon, dass K. keine Eier hat, wie ein führendes Mitglied des Freudeskreises Anna Lyse heraus zu arbeiten wusste, sieht K. in diesem Kontext ein Problem z. B. in der mangelnden Übereinkunft darüber, was männlich und was weiblich wäre. Herr K. weiß durchaus, man glaubt es kaum, dass der Mann einen Penis hat und die Frau eine Vagina, ja, auch der Humor kommt nicht zu kurz; darum geht es jedoch nicht, es geht um, igitt, Psycho-Club.

K. findet die Frau beeindruckend, um auch das auszusprechen, aber ist das die Lösung?

Jedoch hat K., natürlich, wieder eine kleine Theorie zum Thema, oder zumindest ein paar lose gebündelte Thesen, und er kann und will es auch hier und heute nicht unterlassen, eine erstaunte Öffentlichkeit über seine mentalen Konstrukte gründlich zu unterrichten.

Jahrzehnte lang war sich K. sicher, dass er, siehe bzw. lies eben oben erwähnte Rückmeldung, „kein richtiger Mann“ wäre, weil er nie mithalten konnte, und es insgeheim wohl auch nicht wollte, wenn Geschlechtsgenossen in nach ihrer Auffassung anerkennendem Ton tönten: Hat die ’n paar Glocken, Alter!“ – Und so weiter; das muss nicht weiter erörtert werden, dergleichen kennt, leider, jede(r).

(… „Merkt nich‘, dissa schwul is‘, hähähä!“…)

Vor einigen Jahren aber schien K., dass er exploriert, reflektiert und verbalisiert hätte, worum es in diesem Kontext gehen könnte.

Korrekt, wenn man mit 50+ derartige Probleme auch nur für sich zu erörtern versucht, dann bringt man es zu nichts, nicht wegen zu wenig Geld oder weil man „arbeitsscheu“ ist usw.; das ist schwer zu vermitteln, wie selbst der, *hüstel*, große Aufklärer K. einsehen musste.

K. hat ein, milde formuliert, besonders ausgeprägtes Beispiel für einen derart „anerkennend Rückmeldenden“ erlebt, und dieser Mann war ein extremer Muttersohn, und zwar, was K. verblüfft hat, nicht nur nach seiner Wahrnehmung, sondern auch nach der etlicher Mitbewohner und Alltagsbegleiter.

Da ist K., um wieder einmal volkstümliche Ausdrucksweise vorzutäuschen, ein Seifensieder aufgegangen.

Diese Männer müssen Frauen runter machen, verächtlich machen, sie als Objekt sehen, als sozusagen schönes Fleisch wie Marktschreier kommentieren usw. usw. usf.; sie brauchen diese anmaßend aggressive Abgrenzung, weil ihnen sonst die symbiotische Verschmelzung droht, in der sie sich seelisch mit der Mutter befunden haben oder immer noch befinden, und eine solche Symbiose würde schlimmstenfalls zu sogenannter psychotischer Symptomatik führen.

(… K. muss kurz innehalten, um seiner tiefen Weisheit innig nachzuschwingen… oder so ähnlich… und, natürlich, um seine Knutschflecken vom Spiegel zu wischen, versteht sich… „Was ist der Junge pfiffig!“, hätte Tante Paula gesagt, wenn es sie gegeben hätte…)

Natürlich erfolgt auch hier wieder die quasi übliche Verdrehung ins Gegenteil, allerdings in wahrhaft skurriler Zuspitzung, indem K. unterstellt wird, O-Ton vox populi, „so was von Muttersöhnchen“ zu sein.

In Wahrheit hat K., und er berichtet erstaunlicherweise ohne Selbstmitleid darüber in seinen sinisteren Schriften, bis etwa zu seinem neunten Lebensjahr fast täglich stundenlang im Sessel geschaukelt und über Jahre hinweg auch im Liegen im Bett, obwohl die Mutter in der Wohnung oder sogar im Zimmer anwesend war, was auf eine denkbar innige Mutter-Kind-Bindung hindeuten dürfte, *rülps*.

(… was machen Sie jetzt wieder zu, Herr K.das ist was ganz Altes, bringen Sie das in die Gruppe… ja, Herr K. hat sich auch pappesatt, ist ja gut, ihr Psycho-Gouvernanten…)

(… gewiss, auch der Humor kommt nicht zu kurz… an dieser Stelle wird zudem neuerlich deutlich, dass und wie sehr die vielen Löffel Zynis- und Sarkasmus für K. [Über-]Lebensmittel waren und sind…)

Das war das Entscheidende bei der Ausbildung der Weltwahrnehmungsmuster des K., nicht die 5-Pfennig-Semmeln und das 52-Pfennig-Mischbrot und die 40-qm-Altbau-Ofenwohnung für 25 Mark usw. usw. usf….

Wobei K. überhaupt nicht abstreiten will, dass, zum Beispiel, diese Preise eine grandiose Errungenschaft waren, nur hat man leider mit der Befreiung von Unterdrückung da aufgehört, wo man hätte anfangen müssen nach der Etablierung derartiger materieller Basisleistungen, auf der eigentlich menschlichen Ebene, der des Psycho-Clubs.

Dies gilt völlig unabhängig von der überaus tief unwohlgeborenen Person des K., der „nur“ ein besonders zugespitztes und oft überaus tragikomisches Beispiel für die eben angedeutete Diskrepanz von materieller Absicherung und mangelhafter seelischer Versorgung darstellt.

K. hat gar immer wieder den Verdacht, dass mit den ewigen Klagen unserer Menschen über Versorgungslücken eigentlich derartige Lücken der seelischen Versorgung gemeint gewesen sein könnten. Allein, man ist „kein Psycho-Club“, und es wäre zu schmerzhaft, sich auf eine Ebene zu begeben, auf der derartige subtile Schieflagen auch nur wahrgenommen werden könnten.

Korrekt, das war das Wort zum Feiertag als Klugschiss to go aus der Unterschicht!

Wieder ist es K. gelungen, seine chronischen Minderwertigkeitsgefühle halbwegs und zumindest temporär zu kompensieren, indem er sich in seine üblichen Größenideen bis zur Selbstwahrnehmung als Therapeut der Lokalen Gruppe, ha, aufgeschaukelt hat, und wieder einmal bewirkt er damit nahezu nichts, o schöner Schmerz von edler Tiefe…

Nun aber geht Herr K. wieder joggen, um seinen animalischen Trieb zu unterdrücken, in Schulhofpausen an Schulpausenhöfen vorbei zu schleichen und die Schlüpfer-Blümchen auf den Blümchenschlüpfern „minderjähriger Witwen“, Zitat Brecht, zu zählen, was allerdings regelmäßig zu seiner ganzheitlichen leibseelischen Entspannung führt.

Okay, heute ist Feiertag und die Schulen sind leer, aber das kann alles befohlen werden; ja, auch der Humor kommt nicht zu kurz!

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