(… „Der spielt den Simulanten!“…)

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Man schreibt das Jahr 2022 nach der Geburt des furchtbar erhobenen und gepeinigten zugleich Joshua aus Nazareth, wenn es jedoch um „Psycho“- geht, wähnt man sich etwa in 1822 zugange…

Nicht, dass K. sich einbilden würde, Andere hätten dieses Problem nicht wahrgenommen, aber er wird ständig mit ihm konfrontiert und weigert sich daher postpubertär-präsenil, das Verlangen zu unterdrücken, seiner völlig zu Recht unübersehbaren Nichtleserschaft seinen Klugschiss to go zum Thema zu präsentieren, wir bitten um diskrete Anteilnahme.

Fragt man eine Ottilie Normalverbraucherin nach „Psycho“-, kommt immer noch und immer wieder in vielen Fällen, wenn nicht in den meisten, etwas mit „Kuckucksnest“ oder „Schweigen der Lämmer“.

Das sind jedoch keine Dokumentationen, sondern Kunstwerke; „subjektiv gebrochene objektive Realität“, wie der gute alte Hauenschild gesagt hätte, war nicht alles schlecht.* Natürlich gibt es nicht wirklich objektive Realität, aber K. will, um wieder einmal Fähigkeit und Bereitschaft zu volkstümlicher Ausdrucksweise vorzutäuschen, nicht vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen, zumal jeder verstehen dürfte, was gemeint ist, obwohl der hier gepostete Text von K. getextet wurde.

Wer psychische Probleme hat, psychisch gestört ist usw., muss geistesschwach sein, andernfalls ist er wie K., der solche Beiträge erstellt wie das eben oben gepostete Kommick, ein Simulant bzw. „spielt den Simulanten“, um immer wieder einmal die vox populi zu zitieren.

Na ja…

(… eine der Mitgliederinnen des Freudeskreises Anna Lyse, denen K. mehr Ohren abgekaut hat, als ihnen je wachsen konnten, hat sich immer furchtbar aufgeregt, wenn K. seine Sätze mit „Na ja“ angefangen hat… wie man sieht, befindet sich K. anhaltend im dynamischen Prozess mentaler Emanzipation, den er günstigstenfalls noch vor seinem geflissentlichen Ableben abschließen wird… *hüstel*…)

Es gab nur einen Punkt in K.’s Lebens-Slalom-und-Hindernis-Lauf, an dem sich psychische Probleme auf seine geistige Fähigkeiten negativ ausgewirkt haben. Bei seinem ersten, in PAF unternommenen Versuch, als Fernstudent Hagen zu wagen, musste K. feststellen und hat immerhin auch festgestellt, dass er Mühe hatte, sich länger als eine Viertelstunde auf geistige Arbeit wie Lektüre oder Exzerption von Texten usw. zu konzentrieren.

Allerdings hat K. bereits während dieses Erlebens seine sarkastischen Haken geschlagen, indem er auch sich selbst darauf hingewiesen hat, dass seriöse Untersuchungen die Unfähigkeit vieler moderner Schüler belegt hätten, sich länger als eine Viertelstunde auf Lernaufgaben zu konzentrieren, was darauf zurückzuführen wäre, dass man nach etwa einer Viertelstunde Fernsehen einer Werbeunterbrechung sicher sein könne.

Die persönlichkeitsspezifisch tragikomisch-blöde Pointe ist hier, dass K. seit seinem Auszug aus dem Elternhaus, und zwar bewusst und absichtsvoll, bis auf einige Monate kein Bewegtbild-Empfangsgerät besessen hat, sie nennen es „Fernseher“.

Passt schon… Bei Filmen geht das, da kann man akzeptieren, dass auch mental nicht völlig regelrecht arbeitende Menschen hohe Leistungen bei vorwiegend geistiger Werktätigkeit erbringen können, wobei man diese Regeln wenigstens hin und wieder als zeit- und kontextabhängig wahrzunehmen versuchen sollte.

Nein, K. ist nicht, auch nicht im Unbewussten, seinen Größenideen erlegen, indem er hier etwa auf „A Beautiful Mind“ verweist. Dieser ausdrücklich auf authentischen Geschichten beruhende Film zeigt einen Mann, der zwar hin und wieder psychotische Episoden wie etwa optische Halluzinationen erlebt, aber trotzdem überragende Leistungen als Wissenschaftler und Dozent erbringt.

Bei Filmen geht so was, wie gesagt, denn hier wirkt der schon von Freud erörterte „Es kann Dir nix passieren!“-Effekt, durch den man der haarsträubendsten Geschichten gewahr werden kann und doch immer im Warmen und Trockenen und bequem auf der nicht-analytischen Couch sitzt, die eine Hand an der Bierbüchse, die andere an Muttis Büchse.

(… „Buh! Sexisten in die Waschküche!“… „Machos an die Suppentöpfe!“… „Schluss mit schwanzheitlichen Geilungsversuchen!“…)

Ohnehin hat K. „A Beautiful Mind“ nur angesehen rezipiert, ach, drauf defäkiert, rein gezogen wegen Mrs. Connelly, denn K. spielt im Unbewussten im Ausagieren seiner histrionischen Strukturanteile immer wieder Helden aus Büchern und Filmen Printmedien und audiovisuellen Medien nach, z. B. „Noodles“.

(… aber ganz im Ernst – Hammerbraut, Alter… Ooopa?!! Dein Prostata-Tee!“…)

Leones Opus Magnum in der eben oben angedeuteten Weise nachzuspielen wurde K. mit einiger, aua, Sicherheit unterstellt bereits zu einem Zeitpunkt, als er nicht nur diesen im mehrfachen Sinne monumentalen Film noch gar nicht rein gezogen hatte, sondern nicht die kleinste Episode der Geschichte kannte. Allein, das kann alles befohlen werden… Ja, auch der Humor kommt nicht zu kurz!

(… dergleichen wäre ja immer wieder ganz lustig, wenn es nicht immer wieder auch und vor allem entsetzlich nervend dämlich wäre…)

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Seid doch froh, liebste Leistungs- sowie Nadelstreifenanzugträger, denn was kann unterhaltender und lustiger sein als die Wahrnehmung plan-, ziel-, struktur- und erfolglos durch diese unsere dynamische Postmoderne wuselnder sogenannter Unterschichtler, Prekarier, sozial Schwacher, Abgehängter usw.? Live und in Farbe 24/7 kostenloses Entertainment vom Unfeinsten fürwahr!

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Während aber K. das hier gepostete Posting in die Tasten gedroschen hat, da ist viel Wut, kam mehrfach per Mentalfunk: ‚Will nich‘ arbeiten!‘; unter anderem, versteht sich.

K. hatte für einige Viertelstunden kein Ohropax in den, Überraschung, Ohren, da er immer einmal wieder in den Keller musste, übrigens ein, kein Joke, fast bunkerartig massives und daher sehr wahrscheinlich bombensicheres Gewölbe, weil er eben seine, hach, duftigen Dessous usw. maschinell hat durchwalken lassen, *hüstel*.

Dann hatte K. Ohropax in den, Überraschung, Ohren, und dann wurden wieder Mentalfunksprüche gesendet wie: ‚Dreh‘ durch!‘, ‚Bleib hier, Du bist kurz vorm Durchbruch!‘

Usw. usw. usf. – Und ewig murmeln Bataillone von Murmeltieren.

(… ja, K. erlebt immer wieder auch sozusagen positive Halluzinationen… da kann er sich aber ooch keen Blumentopp nich von koofen, Keule… bla…)

Wann könnte es K. gelingen, eine diplomierte oder promovierte Fachkräftin oder Fachkraft des Freudeskreises Anna Lyse davon zu überzeugen, dass er nicht spinnt, nicht psychotisch ist, nicht simuliert, nicht pseudologia phantastica unterliegt usw.?

In Anbetracht der Tatsache, dass sein Lebens-Slalom- und Hindernislauf eine Asymptote beschreibt, dürfte dieser Zeitpunkt, o schöner Schmerz von edler Tiefe, im Unendlichen liegen.

Dennoch und erst recht weist K. nochmals darauf hin, dass seine Hallus irgendwie komisch sind. Er hat bereits davon berichtet, aber man wiederholt sich im Alter, wie K. wiederholt angemerkt hat, dass „Das weiße Rauschen“ ein Schock für ihn war, und dies ohne Ironie, Sarkasmus und dgl. gesagt. K. musste feststellen, und er hat immerhin auch festgestellt, dass, aua, normale Irre Stimmen in der Art zu hören scheinen, als wären die Sprecher im Raum usw.

(… wenn K. Filmrezensent wäre, was er zum Glück vor allem für alle Unbeteiligten nicht ist, würde er übrigens an dieser Stelle etwas anmerken wie: „In der Hauptrolle gewohnt souverän ein großartiger Daniel Brühl!“… aber ganz ohne Flax und Faxen gesagt, ist Mr. Brühl mit dieser Rolle sehr zu Recht sehr bekannt geworden… und jetzt kommt womöglich ganz demnächst ein Mentalfunkspruch wie etwa: ‚Siehta sich wieder als Filmregisseur, höhöhö!‘…)

Die von K. empfangenen Mentalfunksprüche jedoch sind manchmal gerade noch hörbar, kommen immer aus einer gewissen Distanz, oft von draußen, und sehr häufig oder sogar fast immer handelt es sich um sogenannte Pseudo- oder Quasi-Halluzinationen.

Das heißt, dass die Leute tatsächlich unten oder draußen oder ein Stück weit weg reden und K. sich rational sehr wohl darüber im Klaren ist, dass er nicht den Nabel der Welt darstellt, weswegen die Leute nicht ständig über ihn reden. Dennoch und trotzdem hört K. die Leute zwar nicht immer, aber sehr häufig über ihn reden, als würde sozusagen in einer Art mentaler Trägerfrequenztechnik auf real gesprochenen Text ein anderer und immer aggressiverer Text aufgespielt.

Was K. aber vor allem misstrauisch macht bei diesem pseudopsychotischen Erleben, ist dessen Ähnlichkeit erstens mit den Auftritten des in gewissem Sinn und Maß die Handlung zusammenfassenden Chors im antiken Drama, zweitens insbesondere mit dem Ton realer Kommentare von Genossen Tschekisten bei der Observation zum Beispiel feindlich-negativer Personen, und schließlich drittens mit dem sozusagen bösartigen Raunen, in dem seine unmittelbar vorgesetzten Vorfahren als entwickelte sozialistische Persönlichkeiten in der Regel im Wohnzimmer und hinter verschlossenen Türen über Abwesende herziehen, um auf diese mindestens seltsame Art etwas zu versuchen, das sie tragischerweise wahrzunehmen gezwungen scheinen als „Klärung ihrer Beziehung“.

Den immer nur für den Weltfrieden gemeinten Werktätigkeiten der Genossen Tschekisten kann man übrigens auf YouTube einigermaßen nach gruseln in mehreren Lehrvideos, von denen K. eines endlich wiedergefunden hat.

(… zum Thema „Paranoia“ nochmals der Hinweis, dass K. vor der Wende, sooo süüüß, Leute für paranoid gehalten hat, die ihm zu erklären versucht haben, dass die Firma Telefone abhören und Wohnungen überwachen würde…)

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Was aber nun wollte uns der verhinderte Dichter mit alldem sagen?

Gott ist tot – es lebe die Göttin!!!

(… in diesem Sinne – „An Guadn!“…)

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PS: Da K. sich im Ausagieren seiner narzisstischen Strukturanteile immer einmal wieder innig mit sogenannten Promis verbandelt fühlt, hier noch einmal der Hinweis, dass man keinem trauen soll, der über 30 ist.

(… hähä… garstige Hobbitse, garstige Hobbitse…)

* H. war Lehrer für Deutsche Sprache und Literatur, und das wurde „vorn groß geschrieben“, während der Zeit, als K. als Abitourist schließlich völlig abgedriftet ist, und der Mann war, und dies im besten Sinne und keineswegs nur nach K.’s Wahrnehmung, ein lebendes Fossil, die personifizierte „Epochenverschleppung“ nach von Rezzori, „Freundschaft!“„Herr K., Sie projizieren!“ – Ja ja, Freud Euch des Lebens; es lebe die Libido!

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