(… 10 000 Wörter… [Fragezeichen]…)

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Das waren gestern 3010, Herr K.! – Geschummelt, weil die Überschriften Headlines bereits mitgezählt sind… Dabei hat K., inclusive geschmäcklerischer Korrekturen, mindestens acht Stunden in die Tasten gedroschen; da ist viel Wut, da ist viel Wut.

(… K. möchte an die Grenzen gehen, da er mit 50+ begriffen haben will, dass er oft das Mehrfache des Normalen leisten muss, um überhaupt in die Gänge zu kommen… sooo süüüß, der Opa Ron…)

Manchmal erlebt K. Momente, in denen er zu seiner Verblüffung gewahr wird, dass er plötzlich keine Lust hat auf mentalen Auto-Masochismus (MAMA), und dann hat er gar Erkenntnischen.

Gemeint sind nicht Erkennt-Nischen, sondern Erkenntnis-chen. K. hat lange nicht mehr den im Ostpreußischen überaus oft gebrauchten Suffix „-chen“ verwendet, und er wollte dies nun wieder einmal probieren, kann sich jedoch sein tägliches Löffelchen Sarkasmus nicht verkneifen, indem er neuerlich darauf hinweist, dass „Suffix“ nichts mit Alkoholabusus zu tun hat.

„Der Junge hat Humor!“, hätte Tante Paula gesagt, wenn es sie gegeben hätte.

Das wäre doch ’n Ansatz für den phantasielosen oder vermeintlich phantasielosen K., „Phantasie zu üben“, siehe auch Header, indem er sich, zum Beispiel, die (Groß-)Familie sozusagen zu erschreiben versuchen würde, die er nicht hatte? – Bla.

Ähnlich hat es Gorki gemacht; er hat sich „Die Mutter“ erschrieben, die er nicht hatte, und K. hat immer wieder den Gedanken, dass auch oder vielleicht sogar vor allem deshalb dieses Buch derart erfolgreich war.

Das hat auch gar nichts damit zu tun, dass Stalin befohlen hat, Gorki hätte quasi den sozialistischen Realismus erfunden. Gorki war lange vorher als großes Talent bekannt; es gibt diese Bilder, auf denen er etwa mit Tschechow oder Tolstoi abgebildet ist, und es ist augenfällig, dass die beiden großen Meister den neuen Meister kommen sehen. Leo Tolstoi übrigens, nicht Alexej.

Nein, das ist kein Größenwahn, es geht ums Prinzip. Angeblich ist das übrigens typisch männliche Denke, aufs Prinzip zu pochen; K. hat aber vergessen, was jedoch nichts mit dem Alter zu tun hat, denn er war schon immer so, wer das gesagt hat.

Nehmen wir ein im mehrfachen Sinn näheres Beispiel für das Problem, das K. eben oben anzuschneiden zu wollen vorgibt, die, aua, Autorin mit Biss Stephenie Meyer; meine Güte, ist Herr K. heute wieder ein Wort-Spieler vor dem Herrn fürwahr!

Frau Meyer ist eine, äh, jetzt nur nicht politisch unkorrekt werden, überdurchschnittlich viel Raum füllende körperliche Erscheinung, und indem sie über elfenhafte Wesen und deren ätherische Mädchenphantasien schreibt, also über die, siehe letzte Postings des K., für sie ausgeschlossene Wirklichkeit, erreicht sie unzählige junge Mädchen mit ähnlichen Sehnsüchten jenseits der durch die Umstände vorgegebenen Orte und Personenkreise usw.

(… K. kennt sich mit dergleichen sehr gut aus, denn er ist nach wie vor ein ausgezeichnet pubertierendes Mädchen…)

Es scheint also auch hier nicht oder nicht nur um den sachlichen Inhalt zu gehen, sondern um, sorry, Psycho-Club, ha!

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Wieder vollführt K. die übliche masochistische Übung des Tausendfüßlers, über das Setzen der Füße nachzudenken und infolgedessen nicht von der Stelle zu kommen, und wahrscheinlich möchte K. dafür jetzt auch noch bemitleidet werden und den Schnuller rein geschoben bekommen. Zudem hat K. neuerlich keinen Zugang zu Gefühlen wie Neid und Eifersucht und kann und will das nicht wahrhaben, ha!

Schließlich ist „Meyer“ eine seinen letztens geäußerten Gedanken zu Palmen und ihrem Roman entsprechende Assoziation, was K. ebenfalls nicht wahrhaben kann und will; natürlich wünscht K. mit der Autorin mit Biss, Herrschaftszeiten, die einschlägigen Dummheiten auszuführen usw.

K. bedankt sich im Voraus für diese und ähnliche von Anna Lyse & Co. zu erwartende Rückmeldungen und meldet sie gleich selbst rück, denn er kann es, was zumindest die Verbalisierung emotionalen Inhalts als Bestandteil der therapeutischen Trias angeht, ohnehin oft besser, und auch das ist kein Größenwahn.

Auch will sich K. keineswegs über die „Biss“-Romane lustig machen, im Gegenteil war er unangenehm überrascht einsehen zu müssen, in welchem Maße auch er von Klischees gebeutelt wird, über die er glaubte, erhaben zu sein. K. musste schon nach wenigen Minuten der ersten zaghaft-misstrauischen Lektüre des ersten „Biss“-Romans feststellen, dass der sich weg futtern ließ wie warme Semmeln, um wieder einmal Fähigkeit und Bereitschaft zu volkstümlicher Diktion vorzutäuschen.

(… daran erkennt man übrigens sehr wahrscheinlich den Schrift stellenden Dilettanten- bzw. Onkel… er lacht sich während des Schreibens über sein eigenes Geschreibsel scheckig… hoffentlich holt hier nicht jemand die Bullen Kameraden Volksschützer, Zitat Fühmann; der senile Bekloppte da oben hat wieder seine Lachflashs…)

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K. hatte mit den eben ganz oben erwähnten „Erkenntnischen“ etwas Anderes gemeint als das eben Dargelegte, und er hatte dieses eigentlich ins Auge Gefasste vergessen bzw. „vergessen“, jetzt ist es ihm jedoch wieder eingefallen, und diese milden Fehlleistungen haben, um auch das zu wiederholen, nichts mit seinem Alter zu tun, vielmehr K. schon immer so war, o schöner Schmerz von edler Tiefe.

K.’s „Pensum“ ist größer als das vieler Profis…

Ha! Ha!!! K. hat neuerlich etwas Positives über sich gesagt und erwartet nun neuerlich und mit allem Recht der Welt, dass im Sinne von Meta Phorisch der Blitz einschlägt oder dergleichen, denn so was geht ja gar nicht, Alter…

K. ist das bereits aufgefallen nach seiner Phase der mit dem MAGIX MUSIC MAKER erstellten Sound-Pics, wobei „bereits“ eigentlich eine zynische Verniedlichung ist, denn es hat etliche Monate gedauert, bis K. zu dieser Wahrnehmung in der Lage war und bereit schien.

In etwa fünf Jahren hat K. etwa 320 dieser Klangbilder erstellt, wobei sehr viele sehr lang sind.

Damit hat K. jedoch das Mehrfache dessen geleistet, was Profis bringen, die alle zwei, drei Jahre ein neues Album mit einem Dutzend Titeln auf den Markt werfen. Nein, es geht nicht um die künstlerische Qualität und unbewusste Größenideen des K., Superstar von West-Südoberbayern werden zu wollen usw., sondern, schon wieder, ums Prinzip.

Beim Schreiben ist das, milde formuliert, ähnlich. K.’s Wochenpensum als Schrift Stellender beläuft sich oft auf das Mehrfache dessen, was ein professioneller Journalist selbst einer kleinen Zeitung wöchentlich veröffentlicht, wobei „klein“ keineswegs ein Werturteil sein soll, sondern sich auf die Reichweite des Printmediums bezieht. Kleine Zeitungen haben weniger Mitarbeiter, die dementsprechend öfter mal was raus hauen, Alter.

Wo ist das Problem? – Es ist keine Arbeit, was K. da macht. K. ist arbeitsscheu und asozial und wird täglich mit Mentalfunksprüchen des Inhalts traktiert, er solle wieder arbeiten gehen, er würde aufgenommen als einfacher Arbeiter, er solle bei der Müllabfuhr anfangen usw.; ewig murmeln Bataillone von Murmeltieren, weiter voran auf bewährtem Kurs, K. erfüllt immer nur seine Pflicht.

Aus psychosozialprophylaktischen Gründen geht K. jetzt auf Kurs, und zwar joggender Weise die Sonderfreifläche Theresienwiese weiträumig umrundend, sonst schmeißt er wieder Milchtüten auf Intellektuelle, wobei die possierlich persönlichkeitsspezifische Pointe hier war, dass er nicht einmal getroffen hat und trotzdem gehen musste, heule heule.

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Beim Tippen der letzten Absätze kam wieder hämisch-gelassen-überlegen: ‚Kuckuck?!!!‘ per Mentalfunk.

Du wirst uns nie erreichen, aber wir schießen Dich doch immer wieder hoch, damit Du Dich lustiger, weil sinnloser Weise dennoch weiter abstrampelst, um uns zu erreichen.

Etwa diesen Inhalts ist die eingefaltete Botschaft bei solchen Mentalfunksprüchen, und getriggert werden ist geschmeichelt.

K. spürt in der Tat jedes Mal in der Art, in der man etwa plötzlich niesen oder, mit Verlaub, kotzen muss, gewaltige Wut aufsteigen und würde am liebsten etwas an die Wand klatschen, was er übrigens nach Beginn des Budenzaubers 1986 tatsächlich immer wieder getan, worauf kurioserweise aber nie jemand reagiert hat.

Das hat 1986 mit der Jugendfreundin aus der Prignitzer Prärie angefangen, es geht um eine Art subtiles Schreibverbot. Wozu aber hat K. Jahre lang diversen Fachkräftinnen und Fachkräften des Freudeskreises Anna Lyse die Ohren voll gelabert, um diesen „Spuk“ zu beschreiben? Eine rein rhetorische Frage wieder einmal, versteht sich. Die wollen oder können nicht schnallen, dass K. nicht psychotisch ist, nicht pseudologia phantastica unterliegt usw.

Na ja, auch ein Leben, wie gesagt, und es gibt Schlimmeres, wie ebenfalls gesagt, und das berechtigt K. nicht dazu, Scheiben einzuwerfen, aber das wird man ja wohl noch sagen dürfen.

Noch vierzehn Jahre nach seinem gewaltsamen Übergriff auf Sachwerte nach Sturztrunk denkt K. jede Woche mindestens einmal daran; derartige Schuldgefühle sind überaus typisch für Psychopathen, aharhar. – Dieser Zynismus ist, wie ebenfalls bereits gesagt, das mentale (Über-)Lebensmittel des K., wir bitten um diskrete Anteilnahme.

(… der „Hypnotiseur“, bitte die Anführungsstriche beachten, ist ein Psychopath… der kann gar nicht kapieren, was er macht… höhöhöhö, bildet sich ein, er wird vonna Stasi hüpposiert, höhöhöhö…)

Bla.

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