(… wieder einmal im Draußen verlaufen…)

Quelle.

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Seit geraumer Zeit bereits ist K. darauf eingestellt, obdachlos zu werden und bzw. oder in eine Einrichtung zu kommen.

Wie schon gesagt, denn man wiederholt sich im Alter, wie mehrfach erwähnt, ist es mindestens erstaunlich, was sich manche Leutinnen und Leute unter betreutem Wohnen vorzustellen scheinen. Ein oder zwei Mal in der Woche, meistens zweimal, kaut K. einem Sozpäd mehr Ohren ab, als dem je wachsen werden, was ihm, immer K., selbst auf den Zeiger geht, und das ist die Betreuung. Na ja…

(… das kommt auch dauernd per Mental-Funk, ‚Labert die Leute voll!‘… komische Hallus, inhaltlich voll zutreffend… ach so, ja – K. spielt den Simulantenalles klar…)

In der sogenannten Realität geht gerade was, es scheint immer wahrscheinlicher, dass K. tatsächlich noch an einer richtigen Aus- oder Fortbildung teilnehmen kann; warum nicht, vielleicht lernt er doch noch ’n anständigen Handwerksberuf, z. B. Quantenmechaniker. In wenigen Tagen hat er wieder einen Termin in einer diesbezüglichen Einrichtung, die sogar K. bekannt ist als äußerst fit in der (Re-)Integration auch schwieriger Fälle in den Prozess der Steigerung des Brutto-Sozialprodukts.

Die Mitglieder der dauerhaft kommentierenden virtuellen Diensteinheit (DAUKOVIDI) interessiert das jedoch alles überhaupt nicht; die ignorieren die sogenannte Wirklichkeit und generieren weiter ihre Mentalfunksprüche wie etwa: ‚Bemüht sich doch gar nicht um ’ne Bewerbung!‘ usw. usw. usf.

Täglich murmeln Bataillone von Murmeltieren… – Lesen Sie lieber nicht weiter, liebe völlig zu Recht zahlreiche Nichtleser, es kommt in den koskatörichten Aufzeichnungen immer dieselbe gequirlte vornehmlich rückwärtig ausgeschiedene Fäkalie von zumeist pastöser Konsistenz, der Typ ist unrockbar

Man unterhält sich quasi mit dem Unbewussten des K., aber der bekommt gewissermaßen seine eigenen Parts im „Dialog“ nicht mit, und auch das geht seit 1986, o schöner Schmerz von edler Tiefe. Oft „errät“ K., was nach der jahrzehntelangen Übung nicht verwundern kann, wer der Absender des Mentalfunkspruchs sein dürfte; beim Beginn des Tippens des hier geposteten Postings kam etwa: ‚Rüpel!‘, und K. war sich sicher, sofort festgestellt zu haben, wer da „gesprochen“ hatte; keine Namen, es geht ums Prinzip.

Immer wieder kommt dann in K. die Frage auf, wie lange Ottilie Normalverbraucherin dergleichen durchgehalten hätte; ja ja, das ist wieder der typische Wettbewerb, wem es am dreckigsten geht, bla bla.

Nun, heute im Traum kam wieder, denn dergleichen wird in letzter Zeit häufig gesendet, etwas mit Massenunterkunft oder Notunterkunft oder dgl.; gegen Letztere spricht allerdings, dass der Raum mit etwa 10 Stockbetten von Frauen und Männern belegt war, was, natürlich, nicht der Realität entspricht.

Flüchtlingsunterkunft? Notschlafsaal nach Naturkatastrophe? – Das wurde nicht wirklich klar. Übrigens ist K. nicht überzeugt, dass es das jetzt schon gewesen sein sollte mit den Pandemien, aber er ist halt ein misanthropischer Miesepeter (MIMI) und gehört ins Tierheim, Abteilung fossile Schachtelhalme.

Jedenfalls, um auch das zu wiederholen, denn Kundenpenetration ist die Mutter des Verkaufserfolgs, ist K. ständig in Bereitschaft und innerlich auf dem Sprung; es kann jederzeit ein völlig unerwartetes Ereignis über ihn kommen, das ihn neuerlich gewaltsam aus seinem augenblicklichen Kontext des Wohnens und Lebens werfen wird, dessen scheinbare Sicherheit ohnehin trügerisch wie dünnes Eis ist.

Dergleichen zum Beispiel bestimmt jedoch das sozusagen Weltempfinden weitaus stärker als zum Beispiel das Monatseinkommen; das ist schwer zu vermitteln, gewiss, aber K., der kleine Mentalheld, versucht es mit ihn selbst verblüffender Hartnäckigkeit immer wieder zu erörtern, bla.

Eine Punkerin oder Dark-Gothic-Lady spielt in der Traumszene mit, etwa 25 und mit bunten Haaren, grün und türkis usw. Ihr Erscheinen ist aber eher ein Huschreiz am Rande des Gesichtsfeldes, der K. allerdings durchaus behagt, denn natürlich möchte er gern mit Abiturientinnen und Studentinnen zum Beispiel ein Museum besuchen usw., *hüstel*…

K. verlässt den traumhaften Schlafsaal und geht auf die Straße und muss dazu durch eine Art Vorhalle, die ihm schon im Traum bekannt vorkommt. Hier könnte die Eingangshalle eines, ohne Ostalgie gesagt, prachtvollen Gebäudes von den Traumdesignern verwendet worden sein, in dem K. die, ach herrje, schönsten Monate seines Lebens verbracht hat; es handelt sich um ein landsitzartig weitläufiges Schulhaus.

Dann könnte es sich auch um die Vorhalle eines Hauses handeln, in dem sich K. für eine ihm besonders alters- und persönlichkeitsgerecht erscheinende Wohneinheit beworben hat; er macht sich allerdings nicht allzu viele Hoffnungen, denn die scheinen ihn da nunmehr tatsächlich für ziemlich abgedreht zu halten. Zudem kam in den letzten Wochen immer wieder der Mentalfunkspruch: ‚Bleib hier, die machen Dich da fertig!‘

Außerdem hat K. Monate danach festgestellt, dass jedes Mal, wenn er sich in Iron Hut City für derartige und ähnliche Wohneinheiten beworben hat, entsprechende Prüfungen in Träumen von wem und wo auch immer gesendet wurden, und zwar überaus deutliche, umso tragikomisch bezeichnender die Verspätung dieser Feststellungen erscheinen dürfte.

Das mit dem ‚fertig machen‘ aber ist keineswegs paranoid, vielmehr K. erfahren durfte, dass er seine Eltern angeschissen hätte, was nicht nur eine üble Unterstellung ist, sondern möglicherweise und wieder einmal die „übliche“ Verdrehung ins Gegenteil. K. knobelt immer einmal wieder, wo er die angeschissen haben soll, vielleicht am Backwarenstand oder im Blumenladen; har har, urst lustich, in der Tat!

(… komische Hallus, oder… was meint Ihr dazu, liebe diplomierte und promovierte Fachkräftinnen und Fachkräfte… rein rhetorische Frage, versteht sich…)

Schließlich, als K. im Traum vor dem Unterkunftsgebäude auf der Straße steht, erlebt er wieder dieses Atmosphärische, von dem er schon oft erklärt hat, dass es schwer oder gar nicht in Worte zu fassen wäre. K. sieht nach rechts, von wo aus ein Bus kommen muss, und er erblickt in etwa 100 Metern das Wartehäuschen einer Haltestelle. Es ist aber noch kein Bus zu sehen und K. beschließt zu tun, was er auch in der sogenannten Realität in dieser Situation getan hätte, nämlich zur nächsten Haltestelle zu laufen.

Schon im Traum bemerkt K., dass er alles vermasselt hat, denn er ist, wenn nicht aus der Situation heraus gefallen, so doch im wörtlichen und im übertragenen Sinn aus ihr heraus gegangen, und das war es wieder, Klappe, die achthundertsechsundsiebzigste.*

Es ist Nacht, die Straße ist leer und die Stimmung ist, siehe eben oben, in Worten kaum zu beschreiben, aber sozusagen die Weltwahrnehmung in grandioser Vollendung erzeugend, die K. in der sogenannten Realität nur einige Male für Augenblicke und in deutlichen Anklängen erlebt hat. Diese Straße schlängelt sich, vom Gebäude aus gesehen, in gewaltigen Serpentinen nach links und relativ steil abwärts.

Die Traumkulisse erinnert an die nach Pullach führende Grünwalder Brücke, die übrigens offiziell so heißt. K. ist sich jedoch sehr unsicher, ob diese Straße im Traum gemeint ist, zumal sie in der Realität westlich der Brücke in Serpentinen aufwärts führt, wenn K. sich richtig erinnert, was hin und wieder der Fall zu sein scheint.

K. hat sich, zumal bei ihm alles geheim ist, einmal für einen Job im Pullacher Gymnasium beworben, in dem, aua, mit Sicherheit auch bundesnachrichtendienstliche Kinder sozialisiert wurden.** Unweit des Schulgebäudes aber befand sich ein Spielplatz mit einem großen Schild, auf dem man sinngemäß lesen konnte, dass Spielen und Lärmen usw. von Kindern ausdrücklich erwünscht wären.

Wieder einmal hat K. seine Wahrnehmung bestätigt gefunden, dass das Materielle immer auch für etwas steht.

Die schicken Villen wohlhabender Bürger, ihre im mehrfachen Sinne blühenden Gärten, die oberklassigen Kraftfahrzeuge, das gleichfalls prachtvolle, aber hier schier futuristische Schulgebäude usw. erschienen dem pseudopublizistisch in die Tasten tastenden Privat-Philosophen K. als der Kontext, der bestimmte Muster der Wahrnehmung der Welt und der Reaktion darauf überhaupt erst ermöglichten, siehe ein derartiges, für das deutsche Schildbürgertum erfrischend untypisch beschriftetes Schild.

(… das dürfte wieder keiner nie nich‘ verstanden haben, aber das ist K. Wurscht… ph…)

Eben hatte K. wieder eines der mindestens seltsamen Erlebnisse, die er seit 1986 ohne Übertreibung tausende Male erleben dürfen musste und die er schon des sehr Öfteren beschreiben wollte, aber nie beschrieben hat, denn es ist alles geheim.

K.’s Blick fällt beim Überfliegen eines, hier seines, Textes zufällig bzw. „zufällig“ auf ein Wort oder eine Wortgruppe, und damit wird von der semiotischen Guerilla etwas mitgeteilt. Eben war das das weiter oben verwendete Wort „obdachlos“.

Ja ja, er spielt den Simulanten„Semiotische Guerilla“ aber ist, wie ganz kürzlich erwähnt, ein Begriff von Umberto Eco, den der in anderem Sinne gemeint hat als in dem, in dem K. ihn hier unverschämter Weise verwendet, aber K. covert den ecologischen Begriff gern, zumal man im Zeitalter der Coverversionen lebt, bla.

Demnach geradezu im buchstäblichen Sinn verläuft sich alles im Sande im Traum. Wie originell! Das hatten wir überhaupt noch nicht!!!

Könnte es sein, dass K. irgendwie irgendwo ein bisschen festklemmt? – Jaharhar, auch der Humor kommt nicht zu kurz!

Eben kam per Mentalfunk: ‚Wo willan jetz wieda hin?‘ sowie, ebenfalls sehr origineller Weise, etwas mit ‚… Tagebuch führt.‘

K. gibt es auf darauf hinzuweisen, dass Tagebuch führen und Bloggen nicht ganz dasselbe sind, allerdings auch hier wieder eine „zutreffende Hallu“ folgte, ‚Dichtet doch nich‘!

Auch ’n Leben! Allein, es gibt Schlimmeres!

In diesem Sinne – Gott ist tot und K. hat auch dauernd dieses Stechen hinten links unten!

** Hier sieht sich der K., im Unbewussten, neuerlich als Rehschissör; wenden Sie sich bei Bedarf an kraftvolle Fachkräfte.
** Zu dieser Zeit war der Hauptsitz des BND in Pullach.

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