(… K. möchte ein geachtetes Mitglied seiner inneren Öffentlichkeit sein…)*

Quelle.

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Manche Jokes und dgl. ermüden nicht nur deshalb, weil sie häufig wiederholt werden, und was K. hier mit „und dgl.“ meint, weiß er selbst nicht genau, aber auch diese Wendung scheint ihm sehr literarisch, so dass er neuerlich mit sich gehen möchte, aber ihre Eltern sind dagegen.

Ach, die vielen Leute insbesondere in den Nahverkehrsmitteln, die nur noch auf ihre Smartphones starren und nicht mehr miteinander kommunizieren!!!**

Usw. Die immer erneute satirische Darstellung dieser Situation fängt ganz langsam ein ganz kleines bisschen an zu nerven, und K. hat des Öfteren den Eindruck, dass es nicht nur ihm so geht.

Erstens nämlich hat K. erhebliche Zweifel an der diesen Satiren eingefalteten Annahme, die Leute hätten vor der Smartphondierung der Gesellschaft, und zumal in U-, S- und Straßenbahnwagen sowie Bussen, deutlich mehr miteinander kommuniziert.

Zweitens kann K. den Gedanken nicht weg drücken, was er immer wieder versucht, denn auch er möchte doch zumindest hin und wieder im Mainstream schwimmen, dass am anderen Ende der per diverser Apps hergestellten Verbindungen, von denen diese Smartphoniker quasi-autistisch absorbiert scheinen, immer Menschen sind. Okay, manchmal spielt jemand das eine oder androide Game, aber die oder der gehören nicht zur Mehrzahl der User.

Das heißt, man könnte oder gar müsste eigentlich konstatieren, dass durch die massenhafte Nutzung von external high tech brains die Kommunikation zwischen Menschen eher stärker oder dichter oder intensiver geworden sein dürfte oder wie immer man diesen Tatbestand zu charakterisieren versuchen vermag.

(… hähähä… garstige Hobbitse, garstige Hobbitse…)

Das Problem sieht K. in diesem Kontext an ganz anderer Stelle. – Dazu wieder ein kleines Beispiel aus der Praxis, denn „Kriterium der Wahrheit ist die Praxis“, wie Dr. Karl Marx gesagt hat; war nicht alles schlecht, *hüstel*…

(… im Auge behalten, den K. – plant den Umsturz… zunächst beabsichtigt er, aber das ist alles geheim, in Berlin-Kreuzberg für die CSU zu kandidieren…)

In einem der in unregelmäßigen Abständen, aber meist nur alle paar Monate erlebten Augenblicke, in denen K. aus seiner chronischen leichten Trance heraus tritt und häufig gewisse „Aha!“-Erlebnisse hat, hat K. verblüfft, wenn nicht befremdet wahrgenommen, dass Leutinnen und Leute schon wenige Minuten und wenige Dutzend Meter nach Verlassen ihrer Wohnungen das Handy am Ohr hatten, um Personen aus dem eben verlassenen Personenkreis zu kontaktieren.

Dadurch aufmerksam geworden, musste K. feststellen, dass dieser Handy-Handgriff eher die Regel als die Ausnahme zu sein schien. Zudem aber oder gar vor allem schien ihm immer wieder, dass die Handgriffe etwas Zwanghaft-Getriebenes hätten.

Warum aber scheinen sich Leutinnen und Leute schon nach kurzer Zeit ihrer Kontakte, Beziehungen, Bindungen, Arrangements usw. vergewissern zu müssen?

(… Jetzt. Fängt. Der. Wieder. Mit. Seinem. Züchoscheiß. An…)

Vielleicht verweisen diese Beobachtungen, die K. nicht vermeiden konnte, denn er kann sich nicht auch noch die Augen quasi zustopfen, auf Langzeitwirkungen der massenhaften Traumatisierungen im XX. Jahrhundert, bei denen tatsächlich abrupte Abbrüche von Kontakte, Beziehungen, Bindungen, Arrangements usw. erlebt wurden, wie, als Beispiel, von K.’s unmittelbar vorgesetztem Vorfahren.

Unabhängig davon jedoch, dass Herr K. sich natürlich darüber im Klaren ist, dass derartige Höhenflüge wie der eben absolvierte immer auch Versuche sind, seine chronischen Minderwertigkeitsgefühle zu kompensieren, indem er das Wunderkind oder vielmehr den postpubertär-präsenilen Wunder-Opa gibt, kann und will K. das Empfinden nicht unterdrücken, mit seinen amateurphilosophisch-privatpublizistischen Erwägungen nicht völlig daneben zu liegen. – Oder so ähnlich.

So weit wieder das Wort zum Sonntag als Klugschiss to go aus der Unterschicht!

(… wie bereits an anderer Stelle bemerkt, hat K. die Wende verpennt und daher neuerlich postsozialistischen Planvorsprung [POSOPLAVO]…)

** K. kann jedoch, wie mittelkürzlich bereits angedeutet, nicht Soziologie studieren, weil er über keinen Führerschein verfügt und daher keinen Taxischein erwerben kann. K. wagt übrigens gar nicht mehr zu fragen, ob ihm jemand einen rationalen Grund dafür nennen könne, warum „Fahrerlaubnis“ in „Führerschein“ umbenannt wurde; aber das wirklich am Rande. Dennoch und erst recht sind das marginale Sperenzchen, die sich bei genauerer Betrachtung als nicht nur sperenzig erweisen könnten. Oder so. Bla.
** Selbstverständlich ist K. neidisch und eifersüchtig, weil er kein Smartphone hat, und er hat auch oder gerade hier wieder keinen Zugang zu seinen Gefühlen; furchtbar, der Typ! So weit wieder die sozusagen durchschnittlich zu erwartenden Rückmeldungen zum Thema. K. hat insgeheim, denn bei ihm ist alles geheim, für derartige Vorwegnahmen den Begriff „Mental-Ökologie“ kreiert und erwägt zuweilen, ihn rechtlich schützen zu lassen, aber das alles wieder nur am Rande und zur allgemeinen Verspannung. Oder so ähnlich…

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