(… „Tschüss!“ hat sie gemacht, „Tschüss!“…)

Eine sehr alte Frau, also noch älter als K., die K. auf keinen Fall kannte, aber K. war sich nicht sicher, ob er das korrekt wahrgenommen hat. Wieder ein Beispiel für den Übergang von Dichtung und Wahrheit, wie K. erst ca. fünfzig Mal seiner völlig zu Recht überhaupt nicht geneigten Nicht-Leserschaft zu erklären versucht hat, den er in Vollzug seines störungsspezifischen Größenwahns (?) für ein typisches Merkmal dieser unserer Zeit hält, denn ganz tief drin ist K. doch eine Art Fühlosoph, ha.

Sie war klein und ist gekrümmt gelaufen, an einem dieser Rollatoren, und das hat K. auch schon des Öfteren erlebt. Wenn der Budenzauber so eskaliert ist wie heute, kamen immer Leute rückmeldend in K’s Blickfeld, die bei K. eine Art Beißhemmung ausgelöst haben, falls er doch austicken sollte, weil er aus dem Budenzauber auszusteigen wünscht, obwohl er eigentlich wissen müsste, dass das nicht geht.

Die ganze Stimmung hat darauf hingedeutet, dass es wieder voll abgehen würde, budenzaubertechnisch. K. hat das schon das sehr oft erlebt, heute aber war ihm von Anfang an klar, dass eine voll krasse Rückmeldung der dritten Art erfolgen würde oder dergleichen, und dennoch war er dann überrascht, als das schließlich geschehen wurde.

Es lag was in der Luft, aber nix mit Kaffee oder so; diese Stimmung, wenn es heiß ist, alles auf Regen hindeutet, der aber auf sich warten lässt, und es knistert förmlich und man wartet auf irgend eine Entladung und Entspannung, und „man“, nicht nur K., bla.

Kurzum, wieder eines dieser nicht nur im meteorologischen Sinne atmosphärischen Phänomene, die sich ganz schlecht in Worte fassen lassen, und das reimt sich jetzt, aber das ist nicht beabsichtigt, zumal es um unerhörte Ungereimtheiten geht, zefix.

K. ist sich aber, wie gesagt, nicht wirklich sicher, ob die Schreckschrulle das gesagt hat, zumal sie es, wenn sie es gesagt, eher geknurrt hat. Dichtung und Wahrheit und der fließende Übergang zwischen beiden, wie ebenfalls gesagt; man wiederholt sich im Alter, wie wiederholt bemerkt.

In den allermeisten Fällen weiß Herr K., ob etwas echt ist oder ob er spinnt; einer der wesentlichen Unterschiede zwischen Schizophrenen und Schizotypischen, dass bei Letzteren die Ebene der Realitätsprüfung adäquat ist, was konkret heißt, dass K. meist diese Unterscheidung zwischen „real“ und „ballaballa, Smarties nehmen“ gelingt, höhöhö.

Der vorvorletzte Vorsteher des Hauses der ewigen Kindheit hat K. diese Diagnose gestellt, der letzte dann diese sowie diese, und hier konkret F 33 nach ICD 10, was K. für zutreffend hält, denn es rezidiviert immer wieder aufs Unangenehmste.

Wie K. in Vollzug der nach Dr. Marx „fanatischen Bosheit des Spießers“ bereits bemerkte, muss er nun nur noch zwei weitere Fachleute konsultieren, um mindestens drei weitere Diagnosen zu erhalten. Dieser Joke ist übrigens gar nicht von ihm, und überhaupt spielt er den Simulanten, wie Leute einschätzen können, die nicht zwei Minuten mit ihm gesprochen haben, und wieder ist K. sehr froh, dass er kein Leut ist, oder wie „Leute“ in der Einzahl heißt.

Dieses „Tschüss!“ aber hat die Jugendfreundin aus der Prignitzer Prärie immer zelebriert, wenn sie nach ihrem vermittlungsstelligen Feierabend vor dem Glaskasten vorbei gehuscht ist als wie ein elfenhafter Schemen fürwahr, in dem K. als Halbwachmann 1986 seine Werktage hienieden fristete.* Jedes Mal hat es K. förmlich vom Stuhl gezogen, was er noch nie erlebt hat und auch danach nicht mehr.

Eine der vielen Interpretationsversuche des Geschehens von K. ist, dass ihm damals, hinterm roten Mond, sein Selbstbild unvermittelt und ungeschützt zerstört wurde. K. hat sich immer, und unbewusst, unartikuliert, nicht verbalisiert, was eben das Problem war, für einen sensiblen Schreibertypen gehalten, denn er will nicht von „Schriftsteller“ reden, weil er sich nichts ausdenken kann, sondern nur berichten; in Wahrheit aber war oder ist er ein triebhaft-animalischer Typ mit erstaunlicherweise nicht abzutötender Sehnsucht nach einer geistigen Ebene.

(… „Höhöhö, merkt nich‘, dissa spitz is‘; geht in die Klapse, damit er was zu ficken hat, höhöhö!“… O-Ton vox populi, und zwar, siehe eben oben, real…)

Eine der vielen Interpretationen, wie gesagt; es ist erstaunlich, dass eine total banale Episode einen, siehe oben, Leut völlig aus der Bahn werfen kann, was übrigens von unseren sozialistischen Menschen real, siehe eben oben, rückgemeldet wurde. „Hat die Kennung verloren, der Typ, höhöhö!“ kam beispielsweise von Passanten, die K. noch nie gesehen hatte.

Kurz nach dem vorbei Schlurfen der Rollator-Pilotin kam K. dann ein körperlich sehr großes Pärchen entgegen. Beide erstreckten sich vertikal wohl über jeweils zwei Meter, und sie blickten K. in der Weise an, wie er es Dutzende Male in seinen Träumen bzw. „Träumen“ erlebt hat. Alle erwarten etwas, was für alle selbstverständlich scheint, nur K. schnallt es nicht.

„Bindungsloser Psychopath“, O-Ton vox populi, und, siehe eben oben, real. „In der Tiefe unerreicht im Sinne Ammons!“, bla bla bla bla. – Und nun gehen wir alle mal schön kacken!

Du kommst nie „rein“, Du gehörst nie dazu, „Und wer’s nie gekonnt, der stehle/weinend sich aus diesem Bund!“, Schiller, jetzt hebt K. ab, verständigen sie Fachkräfte, aber wir werden Dich nicht in Ruhe lassen, wir werden Dich immer wieder anstacheln, damit Du Dich abstrampelst, usw. usw. usf.

Das geht seit 86, auch ein Leben, aber – es gibt Schlimmeres

Bla.

PPS: Stuhlgang heute zunächst stockend; insgesamt jedoch zufriedenstellend.
PPS: Im nächsten Leben geht’s anders lang, da wird K. auf keinen Fall wieder durchgeknallter Spießer; in diesem Leben gilt es nun, die letzte Runde halbwegs anständig und ohne Kollateralschäden zu absolvieren…

* „Vermittlungsstellig“ wird nicht als Fehler angezeigt, und das ist wirklich „faszinierend“ nach Mr. Spock, bildet sich K. ein, unbedingt anmerken zu müssen.

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