(… K. ist der Schwanz abgefallen…)

Quelle. – Und er hat wieder einmal Recht…
Auch fehlen wieder einmal Kommata, zefix!

***

Oder er wurde abgeschnitten, das ist nicht klar. – Endlich ein nahezu klassischer Freudvoller Traum!

K. trägt das gute Stück auf einer dieser Pappschalen vor sich her, auf denen früher Bockwurst mit Senf serviert wurde, wenn man sie am Kiosk gekauft hat. Das heißt, womöglich wird ’ne Bockwurst noch heute derart angeboten; K. weiß das nicht, denn er hat schon seit Jahrzehnten keine Bockwurst mehr am Stand zum hier Essen gekauft, schon lange vor seiner Umstellung zu veganymedizinischer Selbstbehandlung nicht mehr.

Diese Erörterung, entweder freie Assoziation oder Gedankenflucht, ist keineswegs Abweichen vom Thema, vielmehr der Traum über weite Strecken an einem Kiosk und in dessen Umgebung spielt. K. hat bereits erwähnt, dass er zunehmend überzeugt wäre, dass man gar nicht vom Thema abweichen kann, vielmehr alles in einem bestimmten Kontext Gesagte immer irgendwie mit diesem Kontext zu tun hat, und sei es auch „nur“ in diesem vertrackten Unbewussten.

Der Kiosk steht auf einem Bahnsteig, das ist sicher, denn Herr K. sucht nach einer Weile seinen Penis auf einer Treppe, die in einen Bahnhofstunnel führt.

K. hat, natürlich, seinen Schwanz schließlich gänzlich verloren, indem er ihm auch noch vom Pappdeckel gefallen ist, muaha.

Sein Glied wirkt „versorgt“ in der Weise, dass es nicht blutet, keine Schnittspuren und keine Narben aufweist usw., als hätte man es sorgfältig fachmännisch abgetrennt und präpariert, um es als Anschauungsobjekt im Anatomiesaal zu verwenden.

Die Deutung oder „Deutung“ des Kiosks jedoch ist einfach, weil buchstäblich naheliegend; man braucht keine freudvollen Übungen mit Anna Lyse auf der Couch absolviert zu haben, um „Bahnhof“ oder „Bahnsteig“ mit „Aufbruch, Reise, unterwegs Sein, Erkunden im doppelten Sinne neuer Räume, aus der Spur Kommen“ zu assoziieren. Das hat aber alles keinen Zweck; K. ist unrockbar, heule heule heule.

Nachher helfen sogar zwei junge Frauen, Zugbegleiterinnen oder dergleichen, Herrn K. beim Suchen seines Penis; die eine murmelt dabei halb ernsthaft, halb scherzhaft etwas wie: „Womöglich steckt er noch in einem Arsch!“

K. muss es immer wieder wiederholen – Hut ab! Die, milde formuliert, nicht unwahrscheinliche operative Bearbeitung durch die Genossen Tschekisten war offenbar äußerst effektiv.

Diese Vermutung ist nicht paranoid, denn erstens hat K. als nützlicher Idiot vor der Wende Leute belächelt, die ihm erklärt haben, die Stasi würde Wohnungen überwachen und Telefone abhören, und zweitens hat etliche Jahre nach der Wende ein stellvertretender CIA-Direktor sinngemäß angemerkt, von der Effizienz der Stasi könne er in seinem Dienst nur träumen. Sinngemäß, wie gesagt, und, wie ebenfalls gesagt, hat das ein CIA-Chef erklärt, nicht ein, Zitat Dipl.-Psych. A., „begabter Halbpsychotiker“ wie K.

K. hat diese beiden Episoden bereits erwähnt. Einmal ist er 1999 am Hauptbahnhof in M von einer Frau, die er noch nie gesehen hat, angefahren worden: „Milieutherapie!“ Erst Jahre später ist K. klar geworden, dass die sich womöglich eingebildet hat, „Milieutherapie“ hätte etwas mit „Milieu“ zu tun, wie beispielsweise „Bahnhofsmilieu“.

Lustich!!! (???) – Und dann diese Episode 2014, als K. in seiner Heimatstadt an einem Wohnblock in der Magistrale vorbei gelaufen ist und irgendwelche Teenies ihm etwas hinterher gerufen haben, was sich eindeutig auf Stricher und dgl. bezogen hat.

Könnte dergleichen tatsächlich mit der, ach, es wird wieder courths gemahlert, Elfenkönigin mit den roten Haaren bis zu den Oberschenkeln mit festem Klassenstandpunkt zu tun haben, in die sich K. 1984 verhängnisvoller Weise in der psychotherapeutischen Station in Berlin-Hirschgarten verknallt hat?

Die hat sehr wahrscheinlich histrionische Rollenspiele getätigt; sie hat der Darstellerin der Christiane F. in dem sogenannten Kultfilm sehr ähnlich gesehen. K. hingegen, der Jugendfreund von der traurigen Gestalt ohne Furcht und Tadel, kannte weder Buch noch Film, und war dann aber von der Projektion der besagten märchenhaften Jugendfreundin betroffen, hinter der jedoch reale Macht stand, denn ihr Vater war hauptamtlicher Mitarbeiter im Range eines Stabsoffiziers in der Hauptverwaltung Aufklärung, der Elite der Elite usw.

K. hat in seinem Büchlein diese Geschichte beschrieben.

Den Scheiß braucht keiner und liest keiner, aber K. ist doch in gewissem Maße erleichtert, alles aufgeschrieben zu haben. Schließlich war dieses „Irgendwann werde ich alles aufschreiben!“ eine der geradezu Standardfloskeln, die K. in seiner körperlichen Kindheit und Jugend Dutzende Male von seinem unmittelbar vorgesetzten Vorfahren gehört hat, der aber sehr wahrscheinlich nicht nur nicht „alles aufgeschrieben“ hat, sondern gar nichts.

Auch will Herr K. besagtes Büchlein noch einmal gründlich überarbeiten, bla.

Zum Abschluss des gewohnt tragikomischen Berichts aus dem Leben einer unterschichtig-prekären Universal-Marginalperson sei noch erwähnt, dass K. nach dem Aufwachen sich verstohlen zunächst und dann erleichtert überzeugen durfte, dass sein Penis noch vorhanden und funktionstüchtig war; K. soll ja üben, das Positive zu sehen.

(… aharhar…)

***

Was will der Typ denn eigentlich? Will er als Opfer gesehen werden und ’ne Entschädigung? – Entschädigungen haben rein symbolischen Charakter; wie soll K. denn wirklich für die 36 Jahre Budenzauber entschädigt werden, höhö? Geht doch gar nicht!

Wie ebenfalls bereits erwähnt, kann man, wenn man inhaftiert ist, und sei es im Gelben Elend in Bautzen oder in einem U-Boot in Hohenschönhausen, sich immer noch in seinen seelischen Innenraum zurückziehen.

K. kann das nicht, denn da ist ja der Budenzauber; die „Hallus“, von denen K. immer wieder überzeugt ist, dass sie nicht wirklich psychotische Symptome sind, sondern gewissermaßen künstlich erzeugt, dieses aufgeschreckt Werden beim hinein Gleiten in gewissermaßen eigene Traumbilder beim Übergang in den Schlaf, und schließlich und vor allem das immer wieder erlebte Empfinden des gemacht Werdens von Realität, das zumindest jeder sozusagen konservative Psychiater sofort als psychotisches Symptom werten und hierauf die Einnahme hochwertiger Produkte der pharmazeutischen Industrie dringend empfehlen würde, auf dass die Wirtschaft brummen möge, yeah.

***

Nun hat sich K. wieder einmal schriftlich entladen, und wieder einmal hat niemand etwas davon außer K., der nun wieder einmal davon abgehalten wurde, einen Bruch zu machen oder Upskirt-Fotos einer reichen Witwe zu posten usw., was man eben tut als mit einer abnorm animalischen Natur ausgestattete Marginalperson usf.

Nie ist der Widerstand der Budenzauberer größer als beim in die Tasten Dreschen des K. Herr K. hat, natürlich, Ohropax in den, Überraschung, Ohren, aber sein Getippsel wird heftig „kommentiert“.

Schreiben ist verboten, oder es ist überflüssig oder so was, weil man den Antrieb, aus dem heraus Literatur entsteht, auf K. immer noch unverständliche Weise zu einer mentalen Vernetzung neuen Typus nutzt.

(… ja ja, Verschwörungstheorie… [Setzt Alu-Hut auf.]…)

Zudem kommen die üblichen Mental-Funksprüche, wie sollte es anders sein. ‚Dichtet doch nich‘!‘, was, wie mehrfach von K. erwähnt, sogar zutrifft, was, wie ebenfalls mehrfach erwähnt, mindestens seltsam erscheinen könnte für „Hallus“; ‚Will berühmt werden mit Tagebuch Schreiben!‘; ‚Willa wieda hierbleim!‘, K. sollte irgendwo hinwollen und es hat nicht gefunzt, weil er die entsprechende Traumprüfung nicht bestanden hat; ‚Will nich‘ arbeiten, weilla Abitur hat!‘; ‚Tut nur so, als wenna Bewerbungen schreibt!‘; ‚Hat Tatsache die Wende verpennt!´‘; ‚War nich‘ beidastasi!‘

Usw. usw. usf.! – Und ewig murmeln Bataillone von Murmeltieren.

K. nimmt durchaus wahr, dass diese steile These mit dem Schreibverbot im Gegensatz dazu steht, dass immer mehr Leute immer mehr schreiben. Insbesondere die Fantasy- und SF-Literatur boomt insbesondere nach der Durchsetzung der E-Book-Produktion als einer der klassischen Form der Veröffentlichung gleichwertige Publikationsmöglichkeit belletristischer Texte. Selbstverständlich ist K. wieder neidisch und eifersüchtig und hat keinen Zugang zu seinen Gefühlen; furchtbar, der Typ, gehört doch in die Einrichtung

Wie von K. angedeutet, erfolgten bereits zweimal nach seinen Versuchen, eine der Geschichten seines Lebens aufzuschreiben, die mit dem Lampionumzug, Interventionen der Budenzauberer. Es geht um den von ihm mit etwa 12 unbewusst und daher unausgesprochen getätigten inneren Schwur, nicht mehr mitspielen zu wollen, mit dem K. eben nicht das Oskarchen matzerathlos histrionisch „nachgespielt“ hat, denn er kannte den Blechtrommler nicht einmal vom Hörensagen, geschweige denn Buch und Film über ihn.

Beim ersten Mal, in A, Hauptversammlungsplatz der Sueben, ist K. einen Tag nach der Niederschrift dieser Geschichte unweit seiner gewohnt kargen Klause auf ein Arrangement mit Lampions auf einem Schulhof gestoßen, auf dem ein Clown K. geradezu demonstrativ auf Pupille angestiert hat, als wollte er fragen, ob K. ob dieses Szenario auch wirklich wahrgenommen hätte.

Nach dem zweiten derartigen Versuch der Niederschrift bzw. Niedertippe dieser Geschichte in M, Hauptversammlungsplatz der Bajuwaren, ist K. einige Stunden danach in einen Lampionumzug etwa zehnjähriger Kinder an der Sonderfreifläche Theresienwiese im Wortsinne gelaufen, weil auf seiner üblichen Runde gejoggt.

Was soll das? Ist das die „psychotische Symptomatik“ des Empfindens des gemacht Werdens von Realität? – K. weeß ja nich‘, Keule…

Man muss hinzu fügen, dass K. derartige vermeintliche Zufälle nicht zweimal, sondern viele Dutzend Male erlebt hat seit dem Beginn des Budenzaubers; diese Lampion-Geschichte ist „nur“ ein im mehrfachen Sinn besonders starkes Beispiel.

Zudem haben diese scheinbar psychotischen Symptome eine Eigenheit, die milde formuliert, stutzen machen könnte. Insbesondere die beiden erwähnten Episoden haben etwas von der therapeutischen Intervention Wiedergutmachung.

Ähnliches gilt für die mittlerweile tausenden von K. erlebten „Prüfungsträume“. Es geht darum fast immer um das Anbahnen einer Beziehung zu einer Person oder einer Werktätigkeit. Die Befähigung, oder Wiederbefähigung, des Klienten zum Lieben und zum Arbeiten ist jedoch seit Freud ein Grundanliegen von Therapie.

Wie soll man dergleichen nun als „psychotische Symptomatik“ einordnen? – Rein rhetorische Frage; K. hört sich gern reden bzw. sieht sich gern Worte auf den Monitor praktizieren…

***

Was aber wollte K. nun mit alldem sagen?

„Mama sagt, ich soll nicht am Puller spielen, davon kriege ich Pickel! Euer Forrest!“

Ja, dieses Geblödel muss sein, damit K. nicht platzt, bla.

Möge das Große Energiefeld mit Euch sein, folks! Gott ist tot – es lebe die Göttin!

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4 Antworten zu (… K. ist der Schwanz abgefallen…)

  1. Herr Ösi sagt:

    Wenn wir glauben, Elon Musk, der glaubt, dass wir in einer Matrix leben, hat recht und wir leben tatsächlich in einer Matrix, dann müsste, da es niemals ein fehlerloses Computerprogramm geben kann (weiß ich als ehemaliger Software-Entwickler), dein Budenzauber ein Softwarefehler in einer vom Rechner erfundenen Person Namens K. sein, der sich in anderen budenzauberfreie-erfundenen Personen (z.B. meine Wenigkeit), warum auch immer, nicht eingenistet hat, dann verstehen wir, dass dieser Freud, ebenfalls eine Computersimulation, nach heutigem Kenntnisstand längst überholt, aus seinem engen Denkschema nicht ausbrechen konnte, wir wir anderen auch, bis sich unser Denken weiter und weiter entwickelt, bis hin zu jenem Punkt, wo eine klitzekleine Kleinigkeit einen totalen Reset einläutet, der das Spiel von neuem beginnen lässt… oder so ähnlich…

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