(… K. hat versagt und möchte darüber sprechen, denn dies ist Poesie…)

Quelle.

Auch dieses Bild hat nur bedingt mit dem Thema des folgenden Postings zu tun, es ist, nun schon zur Tradition geworden, eher kulturelle Umrahmung. K. trainiert weiterhin das planmäßig ganz spontane Ansprechen von Frauen, und die heutige Übung ist: „Wenn Sie mich dann bitte zuführen möchten, Frau… äh… – sehr vermutlich Oberleutnant!?“*

***

Wobei K. immerhin wahrnimmt, wie flach sein Wortwitz ist, es habe sich auch insofern um Poesie gehandelt, als er etliche Dutzend Sekunden lang auf ihren Po konzentriert war, weil er hinter ihr hergelaufen ist; als Jogger, zefix.

Es sind eigentlich sogar zwei Wortwitzchen, wie K. ebenfalls wahrnimmt, ebenfalls immerhin; einmal das mit der, Sexisten raus, Poesie, und dann das mit dem, Machos in die Waschküche, hinterher Laufen.

Sie kam K. bekannt vor, und zumindest diese Wahrnehmung ist adäquat. Sie hat lange unter einer Brücke etwa 10 Minuten Jogging-Strecke entfernt genächtigt; Hut ab, als Frau obdachlos, und das war nicht witzig gemeint und es ist auch nicht lustig.

Vor einigen Monaten aber hat sie K. angesprochen, und witziger Weise fast an der Stelle, an der er heute ihr Gesäß zu mustern nicht völlig vermeiden konnte; als er an ihr vorbei gejoggt ist, hat sie etwas wie „Capuccino?“ gefragt, und zwar mit deutlich südlichem Akzent, sehr wahrscheinlich italienischem, was insofern verständlich erscheinen muss, als M. bekanntlich die nördlichste Stadt Italiens ist.

K. war vollkommen sprachlos und ist auch im Wortsinn nicht raus aus der Spur gekommen und einfach weiter gejoggt, was durchaus eine Nachricht ist im Sinne des durchgekauten und dennoch diesen je nach Standpunkt des Betrachters berühmten oder berüchtigten wahren Kern enthaltenden Klischees, „Hund beißt Mann“ wäre keine Nachricht, „Mann beißt Hund“ wäre eine.

Hatte sie ihn wahrgenommen, wenn er an ihrer Lagerstatt vorbei gelaufen war? – Meist hatte sie unter einer Decke gelegen, wenn er an ihr vorbei getappt war. K. war aufgefallen, und das musste seiner preußischen Polizistenseele auffallen, dass sowohl sie als auch ihre paar Habseligkeiten trotz ihrer wirklich prekären Lebensumstände keineswegs ungepflegt wirkten, nochmals: „Hut ab!“

Für seine Vermutung, dass sie K. wahrgenommen hatte, sprach ein Erlebnis einige Tage später, als sie K. lautstark „Arschloch!“ genannt hat; wie K. durchaus klar ist, nicht ohne Grund, denn woher sollte sie wissen, dass sie es bei ihm mit einer, *hüstel*, sensiblen Künstlerseele zu tun hatte und nicht mit dem Typen, den man beim gewahr Werden seines nach Dr. Sch. „Charakterkopfes“ in ihm vermuten könnte.

Das ist vielleicht das Dilemma des K.; er ist dergestalt eine Art Gegenstück zum Hochstapler, als er gern ein kleiner, unscheinbarer Mann wäre, der kaum wahrgenommen werden würde und überall gewissermaßen unter dem Radar durch kommen, und das meint er völlig ernst.

Stattdessen kommen immer wieder Äquivalente zu diesem: „Sieht aus wie ’n Direktor, bloß druff hatta nüscht!“; einer realen Rückmeldung der vox populi bereits etwa 1982, als K. noch keine hoffnungsvolle Zukunft hinter sich hatte.

K. hat danach seine Laufstrecke nicht geändert, denn das Durchbrechen seiner Routine würde ihm gerade beim Laufen als seinem derzeit einzigen im Sinne des Freudeskreises Anna Lyse freien Bereich beträchtlich, schon wieder ’n flacher Wortwitz, aus der Bahn werfen, aber er hat zumindest die Straßenseite gewechselt. Dies weniger aus Feigheit, sondern vor allem deshalb, weil die Nutzung seiner Person als Projektionsfläche und mobiler Container für Übertragungen zu dieser Zeit wieder einmal eskalierte. K. wollte es nicht darauf ankommen lassen auszurasten, weil er sich damit erfahrungsgemäß selbst ins Knie zu schießen pflegt.

Warum erzählt K. das nun, abgesehen davon natürlich, dass es sich um das Abspulen eines schier zwanghaften Rituals mentalen Auto-Masochismus‘ (MAMA) handelt?

Nun, seit einigen Wochen geht ihm ein Gedanke durch den Kopf, den er hier zu äußern zumindest zu versuchen ansetzt.

Vor geraumer Zeit hat K. über berühmte Stimmenhörer einen Beitrag gepostet, und ihm ist jetzt auf- bzw. eingefallen, dass Leute wie Freud, Churchill, Sokrates usw. die Gemeinsamkeit hatten, dass sie janz weit draußen waren im Sinne des Lebens und Wirkens deutlich außerhalb von „normalen“, „durchschnittlichen“, „bürgerlichen“ usw. Kontexten, und man beachte die Anführungsstriche.

Was, wenn nun dieses Stimmenhören oder „Stimmenhören“ eine neue und in gewissem Sinn und Maß höhere Form der Vernetzung und Kommunikation darstellen würde? – Ja ja, Verschwörungstheorie (Setzt Alu-Hut auf.)…

K. hat erst in einem seiner letzten Postings eine seiner steilen Thesen geäußert, mit denen er immer wieder Originalität vorzutäuschen versucht; er ist, wie mehrfach erwähnt, sehr leicht zu durchschauen, sogar von sich selbst.

Eigentlich wäre „Ende der Geschichte“ ’ne Verdrehung ins Gegenteil, denn eigentlich wäre der Mensch in allen Bereichen seines Lebens nicht über das Säugetier hinaus gekommen, was besonders deutlich wäre bei der Ernährung, die immer noch durch „Jagen“ und „Erlegen“ von Tieren und Abernten von Pflanzen gewährleistet würde; eigentlich wie in der Steinzeit, „nur“ mit hoch entwickelter Technik und Technologie.

So.

Obdachlose sind ebenfalls janz weit draußen, und vielleicht deshalb hat die Frau, siehe oben, K. wahrgenommen, obwohl er fast immer an ihrem Lager vorbei getappt ist, wenn sie mit geschlossenen Augen unter der Decke gelegen hat…

Warum aber als Visual die Frau der IDF? – Auch wieder leicht zu durchschauen; K. kommt sich neuerlich als Adolf-Verschnitt vor; „jüdische Weltverschwörung“ usw., siehe eben oben, und nun gibt er den g’schamsten Diener, süüüß.

(… außerdem hat er neuerlich einen Plot angedeutet, den er nicht ausgestaltet, weil er im „Zerrbild einer Kunstproduktion“ verharrt, Zitat Professor Freud…)

***

Der Geburtsname der 1934 in Deutschland geborenen blonden und blauäugigen leiblichen Mutter von K. lautete übrigens „Hitzler“. Wie erwähnt, hat man sie möglicher Weise, insbesondere als fesches deutschbündiges Mädel, entweder gehänselt oder es hub, was K. für wahrscheinlicher hält, dieses mystische Raunen und Wabern und Weben an, wie es für gesellschaftliche Großsymbiosen charakteristisch ist.

Ist es unzulässiges Psychologisieren und eine schräge Abart von unangemessener „Ferndiagnose“, wenn K. es für möglich hält, dass diese Frau an K. im Unbewussten in der Tat sozusagen etwas weiter gegeben haben könnte?

Ohnehin scheint K. unterstellt zu werden, er wäre ein Muttersöhnchen, was unter anderem dadurch bestätigt werden dürfte, dass K. bis etwa zu seinem zehnten Lebensjahr fast täglich stundenlang im Sessel und in der Vorschulzeit auch im Bett geschaukelt hat, obwohl die Mutter in der Wohnung oder gar im Wohnzimmer anwesend war, was auf eine überaus innige Mutter-Kind-Bindung hindeuten muss.

(… aharhar…)

Bla.

* „Was? ‚Sehr vermutlich‘? Schutzanzug an! Eingraben! Zeit: 15 Minuten!“ – Hier zeigt sich neuerlich der subtil latente Antisemitismus des Klienten; im Auge behalten

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