(… gemeint ist  h i e r  die „wintergrüne, ausdauernde krautige Pflanze“…)*

Zum Liedermacher Gundermann hat K. sich bereits geäußert, und nun soll noch einmal Einer sagen, K. könne sich nicht kurz fassen; er könnte doch vielmehr mit seinem diesbezüglichen Aphobongramm ein grundsätzliches Problem des RealSoz auf den Punkt gebracht haben, und er hielte es daher nicht für unangemessen, wenn man ihm einen mutterländischen Zuverdienstorden zusprechen würde; man muss den nicht einwickeln, K. isst ihn gleich hier.

(… der hat Tatsache die Wende verpennt, höhöhö…)

***

K. war heute wieder sehr nachtragend, was sich dergestalt äußerte, dass er, seinem inneren Ideal einer fabelhaften Amélie mit Schwanz in dürftigen Ansätzen folgend, einem schier an den Rand von M, Hauptversammlungsplatz der Bajuwaren, gezogenem ehemaligen Mitbewohner dieses erstaunlichen Hinterhauses die Post nachgeliefert hat.

‚Ach, wie erliegt man selbst als Universal-Marginalperson blöden Klischees!‘, dachte es in K., und es schmeckte ihm kösklich köstlich, dass er wieder einmal wusste, warum er Schuldgefühle hatte, ha!

Es scheint in vielen größeren Städten, wenn nicht in allen, diese verrufenen Quartiere zu geben, oder zumindest zwielichtige, und dann muss man feststellen, dass man diesen Klischees immer noch anhängt, wenn sie schon längst nicht mehr zutreffen, und „man“, nicht nur Herr K.

K. wollte dünken, er wäre auf dem Dorf; von bestimmten Standpunkten aus sieht man dann zwar die Platten, siehe folgende, buchstäblich augenfällig von Herrn K. eigenhändig gefertigte Lichtbilder, und Klick ins Pic macht dieses big, yeah, aber – trotzdem!

Es duftet nach gemähter Wiese, und nach bunter Wiese, nicht nach grüner, zwischendurch gibt es kleine Waldstücke, die K. nutzen konnte, um sein Angstwasser abzuschlagen, Prostata, und er konnte verstohlen an Feldrändern entlang schnüren, bei deren Anblick und Duft alles wieder da war, diese Sehnsucht und Hoffnung usw., die da immer wieder in mächtigen Wellen in ihm aufgestiegen waren, als er, noch keine hoffungsvolle Zukunft hinter sich habend, in seiner körperlichen Jugend zumindest im Sommer fast täglich über die Felder und Wiesen um seine Heimatstadt geradelt ist als wie ein fescher Springinsfeld fürwahr!

*Hüstel*… Allein, das ist alles immer noch irgendwie da tief drin, es ist ganz erstaunlich!

Nicht erstaunen konnte K. hingegen, dass er neuerlich den Eindruck hatte, von durchaus kleidsam gewandeten „Kameraden Volksschützern“ (Franz Fühmann) argwöhnisch gemustert zu werden, was nicht paranoid gewesen sein dürfte, denn K. kennt das, er hat es vor und nach der Wende, im Osten wie im Westen, immer wieder erlebt.

Er verstößt immer noch und immer wieder, wenngleich in immer größeren Abständen, gegen ein neurotisches Gesetz, „Du sollst nicht aus der Spur kommen!“

Genau das hat er heute wieder einmal getan oder zumindest versucht, im wörtlichen, städtisch-räumlichen Sinne wie im übertragenen, und er scheint daher, im Unbewussten, wie immer in solchen Momenten zaghaften sich in die Welt Entwerfens (Dr. K.), Schuldgefühle auszustrahlen, auf die Bullen wachsame Beamte immer wieder reagieren, weil sie verständlicherweise vermuten, dass K. etwa einen Bruch gemacht hätte oder einen solchen zu unternehmen eben im Begriff wäre.

(… sind ja auch nur Menschen, ja ja…)

Dergleichen hat K. erlebt bei einem seiner größten derartigen „Aufbruchsversuche“, als er sich am 03.09.1984, für alle überraschend, auch für ihn, auf den Weg begeben hat in seine erste Psychotherapie in Berlin-Hirschgarten.

Es ist ihm viel später gleichfalls widerfahren in M, Hauptversammlungsplatz der Bajuwaren. Vor nunmehr auch schon wieder etlichen Jahren ist K. nach dem frühmorgendlichen Zustellen von Printmedien auf geradezu schräge Weise vom Weg abweichend in seine damalige karge Klause geradelt und prompt von Kameraden Volksschützern barsch angefahren worden, was er, und dies scheint ein vom jeweiligen ökonomischen und politischen Kontext völlig unabhängiger polizeilicher Standardsatz, hier machen würde.

(… er hatte gar nichts gemacht… seine Prostata hatte noch Normgröße, har har har…)

Und dann, wie gesagt, diese Ganovenfresse des K.; angeblich ein Charakterkopf….

Auch heute hat K. sich ein bisschen verlaufen, ist dann jedoch zu seiner anhaltenden Überraschung innerhalb weniger Tage zum zweiten Mal an der richtigen Adresse angekommen, und hat sich aber über weite Strecken voll esomäßig treiben lassen.

Ein Schmunzeln hat seine Züge verziert, unter seiner nunmehr Corona bedingt sichtbaren Maske nicht sichtbar, als er ein Werbeplakat wahrgenommen hat, denn zuweilen hebt er durchaus seinen Blick vom Bauchnabel, mit dem die Betrachter aufgefordert wurden zu Entdeckungen in der eigenen Stadt.

Auch das aber gab es, war nich‘ alles schlecht, bereits im Osten, damals, hinterm roten Mond, ha, „Entdeckungen bei uns zu Hause!“

(… „Immer bereit!“…)

(… K. fällt hier ein urst lustiger Ost-Witz ein, ejh… aufgeregter Anruf im Pentagon: „General, Sir, die Russen streichen den Mond rot an!!!“… nach kurzer Pause der Befehl: „Abwarten, bis sie fertig sind! Raumtransporter mit weißer Farbe unterwegs – schreibt: ‚Coca-Cola‘ drauf!“… das Tragikomische ist – irgendwie ist es so gekommen, wenn vielleicht auch nicht auf dem erfreulicher Weise, ach, immer noch gülden schimmernden Erdtrabanten…)

(… während des Tippens kam bis hier andauernd per Mental-Funk: ‚Lauf!‘, was K. senil-infantil boshaft-bockig im Widerstand befindlich nun eben nicht tun wird… garstige Hobbitse, garstige Hobbitse… außerdem kam wieder irgendwas mit ‚Tagebuch Schreiben‘… die schnallen es einfach nicht, die budenzaubernden Deppen… Bloggen ist nicht Tagebuch Schreiben… ob man es doch noch einmal mit Haldol versuchen sollte… nee nee nee… außerdem ist K. ja eh‘ dafür bekannt, dass er „den Simulanten spielt“…)

Heute hat K. zudem etwas erlebt, was sich gleichfalls wie ein roter oder vielleicht eher schwarzer Faden durch seinen Lebens-Slalom-Lauf zieht. Während er durch die Randgebiete dieser nördlichsten Großstadt Italiens getappt ist, damit die Leute denken, er würde arbeiten gehen, haben sich unablässig Sätze in seinem Neocortex gebildet, die ihm alle viel besser schienen als die ihm beim in die Tasten Dreschen möglichen, obwohl er sich kaum noch an ihren Wortlaut erinnern kann.

(… das so Tun, als würde man zur Arbeit gehen, während man in Wahrheit Schlendern geht, hat K.’s unmittelbar vorgesetzter Vorfahre tatsächlich vollzogen… wat et nich‘ jibt, Keule… ja ja, Herr K. will einfach nicht einsehen, dass er ’n Muttersöhnchen is‘, furchtbar…)

(… eben kam: ‚Geh‘ betteln!‘… die Budenzauberer haben K.’s Unbewusstem gewissermaßen ein Arbeitsangebot gemacht und dieses Ubw hat es sozusagen weg geschlagen… K. wird es immer wieder wiederholen – Hut ab, wer immer da zugange ist…)

Schließlich aber wollte K. schier ein inniges inneres Schluchzen anfallen; allein, er wusste ihm zu wehren, des seiest Du gewiss, herbe Dame Welt!

Auf einem U-Bahnsteig positionierte sich vor K. ein etwa 13 oder 14 Jahre altes Mädchen, das offenbar eben im Begriff war, sich in die Welt zu entwerfen, Dr. K., siehe eben oben; mit einem riesigen Rucksack auf dem Rücken, der fast größer war als es, um in zugegebenermaßen dürftiger Abwandlung Christian Morgenstern zu zitieren.**

Nein, Herr K. ist nicht pädo, schöne Grüße nach Friedrichshagen, was immer schöne Grüße sein mögen, sonntags mit Schleifchen, und er wollte mitnichten schnackseln; darum geht es auch überhaupt nicht, es geht um etwas Emotionales, etwas auf der Kontaktebene, um die Anima im Sinne C. G. Jungs usw.

(… Herr K. weiß das ja alles, er ist ja so schlau, wow…)

Das gar artige Mägdelein fein, und übrigens auch nicht rothaarig, war an der Stelle im Wortsinn zugange, an der K. zum Teil arretiert wurde, zum Teil sich selbst arretiert hat, als er in ihrem Alter war, um, im Unbewussten, die Eltern zu bestrafen; allein und fröhlich-forsch ist sie in die weite Welt gegangen und gefahren, tandaradei!

Dann aber hat K., das grauhaarige Kind, wieder einmal als typischer Charakter in typischer Situation agiert. Neuerlich hat ein Schmunzeln seine Züge verziert, neuerlich unter seiner nunmehr Corona bedingt sichtbaren Maske nicht sichtbar, als er bemerkt hat, dass sich das, yeah, girl on the road, Mund und Nase mit Schal und Jacke zuzuhalten versuchte.

Immerhin hat K., was er auch wahrgenommen hat, sich nicht angesprochen gefühlt, von wegen herb-aromatischer Opa und so, aber um was es ging, ist ihm erst in der U-Bahn klar geworden, als ein Mann, der noch älter war als K., was Manchem schier unmöglich erscheinen könnte, dem Mädchen eine Maske gereicht, worauf es sich gar manierlich bedankt hat, denn es gibt doch noch nette junge Menschen, *hüstel*.

Da hilft keine Therapie; Herr K. ist und bleibt nur bedingt realitätsdienstfähig (BRD), und man sollte ernsthaft über seine Unterbringung in einer Einrichtung nachdenken, sollte man nicht?

So vergehen die Tage, die K. auf Erden gegeben sind, und in diesem Sinne – Gott ist tot, es lebe die Göttin!

** Kiekste.
** „In der Bahnhofshalle, nicht für es gebaut,/geht ein Huhn/hin und her“, gnihi.

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