(… das grauhaarige Kind täuscht wieder Entwicklung vor…)

Quelle. – Klick ins Pic macht dieses big. Yeah – oder so ähnlich!

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K. ist vorbei gegangen… An der hochklinischen Einrichtung, in der er neuerlich Symptome bündeln wollte, auf dass die Forschung betreffs emotional Unerreichbarer neues Material erhalte. Er ist rechtzeitig aufgebrochen und angekommen, aber vorbei gegangen, wobei man anzumerken sich beeilen sollte, dass dieses Verhalten nicht gerontopsychiatrisch relevantes bockig Sein ist, vielmehr K. schon immer so war.

Was soll er da? – Der Budenzauber geht nicht weg, auch nicht durch lecker Smarties.

Eigentlich ist K. das auch schon lange klar, aber er wollte ein bisschen Compliance entwickeln und auf die Vorschläge des Sozpäd eingehen, der bewundernswerter Weise Herrn K. auf den letzten Metern seines Weges begleitet. Zudem kam das auch vor ein paar Stunden per Mental-Funk, dass es kein Entkommen gäbe.

Schließlich hat K., wie erst höchstens zwanzig Mal erwähnt, über etliche Umdrehungen des dritten Planeten des Systems um das Zentralgestirn der Spektralklasse G hinweg*, sie nennen es „Jahre“, einem halben Dutzend Mitgliederinnen und Mitgliedern des Freudeskreises Anna Lyse betreffs Budenzauber mehr Ohren abgekaut, als denen beim gegenwärtigen Stand der Wissenschaft wachsen dürften. Das hätte K. sich jedoch sparen können, denn die haben offensichtlich bzw. offenhörlich oft gar nicht zugehört.

Und was würde denn geschehen, wenn es K. gelingen würde, jemanden davon zu überzeugen, dass er nicht spinnt, nicht psychotisch ist, nicht Pseudologia phantastica entwickelt usw.? Wie soll die oder der Betreffende Herrn K. dann aus dem Budenzauber heraus helfen? Geht doch gar nicht…

Rein rhetorische Fragen; wie üblich.

Aber dann konnte K. tatsächlich noch einen lächerlichen Abklatsch letzten schwachen Empfindens von „Freiheit“ erleben, was er nie für möglich gehalten hätte, und er hat sich denn auch nicht unelastisch durch das Weichbild der Stadt nahe der Münchner Freiheit bewegt.

Schon seit vielen Jahren hat K. sich vorgenommen, denn auch im Alter hat man noch Pläne, das Gebiet einmal gelassen zu durchwandern, durch das er gerast ist während seiner Monate als Briefkurier im Norden von M, Hauptversammlungsplatz der Bajuwaren; durch die Siedlung „Alte Heide“, einem prachtvoll grün überwuchertem Quartier, dann durch das ebenfalls streckenweise wie ein mit Wohnblocks durchsetztes Urwäldchen anmutende Quartier an der Berliner Straße und am Schwabinger See usw.

Ja. Na ja… – Schööön!

So aber vergehen die Tage, die auf Erden ihm gegeben sind fürwahr! Nachdem K., grotesker wie bezeichnender Weise beginnend am Heiligabend 2021, wieder einmal paar Wochen lang geackert hat, nämlich an seinen völlig überflüssigen Büchlein, zum Teil weit länger als über die normale Tagesarbeitszeit hinaus, hängt er nun ziemlich doof und schlapp in der Gegend rum und schielt schräg aus der Wäsche.

Nein, er wollte nicht berühmt werden, Super-Au-Tor von Mittelsüddeutschland oder dergleichen, er wollte „nur“ in die ominöse „wahre Erdkrume“ Martin Edens aufgenommen werden, chch.

Süüüß, diese Polterprolls mit der nicht tot zu kriegenden Sehnsucht nach einer geistigen Ebene, nicht wahr, ts ts ts…

* Auch interessant: „Als Merksatz für diese Spektralklassen dienen die Sätze: Hauptreihe (O B A F G K M): ‚Opa Bastelt Am Freitag Gerne Kleine Männchen'“ usw.; guckst Du hier, nich‘. – Im nächsten Leben wird K. auf keinen Fall wieder durchgeknallter Spießer, des seiest Du gewiss, herbe Dame Welt!

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3 Antworten zu (… das grauhaarige Kind täuscht wieder Entwicklung vor…)

  1. Herr Ösi sagt:

    Ich gebe zu bedenken, dass wir, du und ich… sowie viele andere (aber um die geht es nicht) in den letzten Jahren einiges an Textlichem abgesondert und ins Internet hinein gestellt haben…

    Ist das nix?

    Oder anders gesagt: Wer schreibt vor, dass dieser oder jener Job ausgeübt werden muss?
    Die Gesellschaft?
    Vielleicht…

    Was aber, wenn die Gesellschaft irrt?

    • Herr Koske sagt:

      … au weia… dazu gibt es sehr viele Beiträge von wirklich informierten und im positiven Sinne gebildeten Leuten – ich lass das lieber…

      • Herr Ösi sagt:

        So war das nicht gemeint. Gemeint war, dass es auf diese Frage viele Antworten gibt. Nämlich die eines jeden einzelnen. Was für den einen als erstrebenswert erscheint, muss nicht für einen anderen gelten.
        Wir werden von den Mächtigen seit Jahrhunderten zurechtgebogen, so, wie man uns haben möchte. Viele merken das, sprechen vom Hamsterrad, heben aber resigniert die Schulter. Glücklich ist meiner Meinung derjenige, der sich mit den Unzulänglichkeiten halbwegs arrangieren kann…

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