(… w i r d  K. noch „Phantasie lernen“…)

Eine Frage, die, *hüstel*, viele Leutinnen und Leute beschäftigt, weswegen sie hier verhandelt werden soll…

Gestern nämlich hat K. ein bisschen in Daniel Kehlmanns „Vermessung der Welt“ gelesen; zunächst diagonal, oder wie man da sagt, und da sind ihm wieder Gedanken gekommen, die ihm schon des Öfteren durch den Kopf gegangen sind.

Zunächst hat K. neuerlich bestätigt gefunden, dass es sich meist lohnen dürfte, mit dem Lesen von Büchern, dem Sehen von Filmen, dem Spielen von PC-Games usw., und seien sie noch so angesagt, zu warten, bis sich gewissermaßen das Marketinggetöse gelegt hat; dies garantiert deutlich unvoreingenommenere Wahrnehmung als beim dynamischen Schwimmen im Mainstream, *plätscher*.

Dann aber wiederholte sich eine weitere Wahrnehmung. In wenigen Tagen läuft nun K.’s Kurs im „Kreatives Schreiben“ aus; d. h., auch die 36 Monate kostenlose Verlängerung sind vorbei, heule heule heule. K. hat, immerhin, gnihi, den Kurs vollständig abgezahlt, und er hat nun von 36 Lektionen 6 bearbeitet, immerhin Themen wie Plotten oder Entwurf von Protagonist und Antagonist enthaltend. Zum Teil wurde er dabei sehr gelobt, was ihm, Überraschung, unangenehm war, zumal der Tutor nicht bemerkt zu haben scheint, dass K., Überraschung, nicht im Mindesten gedichtet hat, sondern sozusagen eins zu eins authentische Erlebnisse halbwegs sprachlich aufbereitet, oder so ähnlich. Es sind in der Tat Ereignisse dabei, von denen K. inzwischen selbst bemerkt hat, dass es schwerfallen könnte, sie als vom Au-Tor wirklich und wahrhaftig eigenkörperlich durchlebt zu akzeptieren.

Eins jedoch steht fest und muss gesagt werden – man kann das Handwerk lernen. Das Argument ist schon etwas aufgebraucht, aber dennoch zutreffend, dass es schließlich für Musiker und Maler Akademien gäbe usw. In den USA gibt es an jeder High-School derartige Kurse, während sich in D, boah, die Szene erst in den letzten etwa 20 Jahren enorm entwickelt hat, und K. kann es nicht unterlassen, klug zu scheißen mit der Behauptung, auch das wäre eine Langzeitfolge der berüchtigten zwölf Jahre.

K. fällt in diesem Kontext immer wieder Jack London ein. Auch der wurde mit Briefen junger Autoren traktiert, und einem dieser Schriftsteller-Azubis hat London sinngemäß geschrieben, der solle aufhören zu lamentieren und lebendige Bilder vor das geistige Auge des Lesers stellen. Das versteht K. nun überhaupt nicht, *kraftvoll hüstel*, allein, das ist es

Das ist K. auch gestern wieder bereits nach dem Überfliegen der ersten Seiten von Kehlmanns Roman gekommen, Herr Gauß erhebt sich von seinem Lager usw., gnihi; da sind sofort Bilder da, die innere Kamerafrau in Ottilie Normalleserin springt entzückt im Dreieck usw.

Korrekt – das war das Wort zum Sonntag aus der Unterschicht!

PS: Im nächsten Leben wird K. auf keinen Fall wieder Spießer, des seiest Du gewiss, herbe Dame Welt; in diesem Leben gilt es nun, wir berichteten mehrfach, milde zu verdämmern und dabei die Zahl der biografischen Unfälle (Prof. Kruse) möglichst gering zu halten.

Dieser Beitrag wurde unter Bücher, Literatouris-Tic veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu (… w i r d  K. noch „Phantasie lernen“…)

  1. Herr Ösi sagt:

    Bravo! Bravo!

    Aber…

    … wäre es ohne Kurs nicht gegangen?

    • Herr Koske sagt:

      … die „Bravo“ habe ich nie richtig gelesen…

      (… Witz, komm raus, Du bist schon wieder umzingelt…)

      Ha! Gute Frage (ohne Irokasmus und so)…

      Vermutlich wollte ich, im Rahmen des für mich Erträglichen, eine, igitt, Anbindung… außerdem bin ich als ewiges Kind auch immer wieder gern Schüler… na ja, und dann das gute Gefühl, alles bezahlt zu haben, chch… in der in drei Wochen insolvenzverfahrenen Konkursmasse (so sagt man, man sagt: „Konkursmasse“, *hüstel*), sind zwei oder drei nicht bezahlte Kurse enthalten…

      • Herr Ösi sagt:

        … und dann das gute Gefühl, alles bezahlt zu haben…

        Sehr schön, sehr schön.

        Wenn unser Geldsystem in nächster Zeit kollabiert (warum nicht? überfällig wäre es längst) kann man sagen: An mir hat es nicht gelegen. Ich hab ja alles gegeben und versucht, die Welt am Laufen zu halten…

        …äh … fast vergessen

        chchch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.