(… wie K. sich für die Unterdrückten einsetzt… *hüstel*…)

Quelle.

***

Was war das? Was ist passiert? Was geht, Alter, mach locker? – Voll schwul, Digga, kriegst ’ne Rastung!

Es war ein bisschen wie in der Schmonzette mit Nietzsche und dem Pferd, allerdings hat K. keinen prachtvollen Handfeger unter der Nase, keine Syphilis, wovon auch, gnihi*, und ist mitnichten in Tränen ausgebrochen; der Klient muss es lernen, *schüttel*, *würg*, *rülps*, in der Gruppe den Schmerz zuzulassen, um auf diese Weise neu integriert zu werden ins Hier und Jetzt. Wenn denn die Geschichte überhaupt wirklich stattgefunden hat

Gibt es noch irgend etwas, das noch als glaubwürdig gelten kann von den überlieferten Legenden? Ist das reihenweise herunter Holen von legendierten Persönlichkeiten von Denkmälern usw. ein, igitt, Zeichen der Zeit? – Das am Rande!

Eine gute Tat; dennoch und trotz allem, ha! Wir Pioniere sind immer hilfsbereit; war nich‘ alles schlecht. Etwa nach zehn Minuten seiner erweiterten Runde um die Sonderfreifläche Theresienwiese bemerkte K., wie erst eine Frau und dann ein Mann einen Hund schlugen, stießen und schüttelten, und dann ist etwas passiert, das K. nicht verstanden hat und immer noch nicht versteht.

K. ist aus seiner Rolle des abwartend distanziert Beobachtenden heraus gesprungen; er ist igitt, sichtbar geworden, „Sie sind nicht sichtbar geworden, kommen Sie in die Tanztherapie!“, und niemand war mehr überrascht als K., dass er abrupt den Lauf abgebrochen und den „Hundehalter“ angebrüllt hat, das wäre kein Fußabtreter, den er da vor sich hätte. Anschließend hat K. erst einmal abgewartet, ob ein Blitz vom Himmel fahren oder er vom Erdboden verschlungen werden würde, was offensichtlich nicht statthatte.

Und jetzt wurde es erst richtig „interessant“! Der Mann war sofort an der Decke, in Sekundenbruchteilen funktionierte das allüberall unwohl bekannte sich gegenseitig hoch Schießen. K. wurde nun seinerseits angeschnauzt; das ginge ihn nichts an und er solle sich raushalten. K., und er war wieder selbst am meisten überrascht, brüllte zurück, dem Mann stünde es nicht zu festzulegen, wann er, K., etwas zu sagen hätte, und völlig unabhängig davon wäre das da, wie gesagt, ein Hund und kein Fußabtreter.

(… immer noch fuhr kein Blitz vom Himmel – ganz erstaunlich… höhöhö, der hatse doch nich‘ alle… so was gehört doch in die Geschlossene, höhöhö… das kam jetzt nicht, auch nicht per Mental-Funk, wurde aber schon des Öfteren „gesendet“… oh, schöner Schmerz…)

Dies aber war eine der Szenen, wie K. sie „liebt“, bitte Anführungsstriche beachten; vor allem deshalb, weil man wie in einer Scherbe die halbe Welt fokussiert gespiegelt findet nicht nur im wörtlichen Sinn.

Das Szenchen war fast noch krasser, Alta, als das vor einigen Monaten von K. beobachtete, in dem ein Nadelstreifenanzugträger neben seinem Porsche Cabrio fast ein Veitstänzchen aufgeführt hat, weil ein Lieferwagen ihm die Vorfahrt genommen hatte, und dies möglicherweise nicht einmal absichtlich, sondern, weil der Lieferant im Stress war, denn Lieferanten aller Art sind die Sklaven der Postmoderne, was selbst der janz weit draußen herum agierende K. geschnallt hat.

Wohlbemerkt war der von Tobsucht gebeutelte Mann kein prekär Abgehängter, heule heule, wie K., sondern sehr wahrscheinlich ein Leistungsträger, was die winzige Szene über den banalen Einzelfall hinaus interessant erscheinen lassen könnte. War dieser Mann „glücklich“ im Sinne etwa ganzheitlich leibseelischer Entspanntheit?

(… höhö, der wieder mit seinem Zücho… hält sich Tatsache für ’n Therapeuten, höhöhö…)

Hinter den hübschen Fassaden kocht es und brodelt es überall und beim geringsten Anlass gehen Leute hoch; incl. K., was der gar nicht leugnet. Vielleicht könnte es Sinn machen, hier anzusetzen, nicht bei der Verbesserung der Technik der Bereitschaftspolizei, wenn wieder einer völlig ausgestiegen ist.

Und dann diese implizite Mitteilung, tausend Male variiert, dass das, was man in seiner Partnerschaft oder Familie tun würde, niemanden etwas angehen würde usw. Genau da sieht K. in seiner Hybris als „Höhöhö, Hilfstherapeut!“ das Problem; da wird der über -zig Generationen unabhängig vom ökonomischen oder politischen Kontext weiter gegebene Müll immer wieder Wehrlosen über gekübelt.

Es scheint K. mitnichten unangemessenes Psychologisieren oder ein unzulässiger Versuch einer Art „Ferndiagnose“, wenn er sich sicher ist, dass der Hund etwas abbekommen hat, was unausgesprochen zwischen dem Pärchen stand, milde formuliert, und immerhin hier „nur“ ein Hund, nicht ein Kind, wie es jeden Tag unzählige Male in dieser unserer dynamischen Postmoderne geschehen dürfte.

Dazu fallen K. zwei sozusagen Kommentare ein; „Die schlechten Sitten haben sich ins Private zurückgezogen.“, Heinz Kahlau, Ossi, sowie „Das Private ist das Politische!“, unter anderem Rainer Langhans, Wessi.

(… weiter im Auge behalten, den K…. plant den Umsturz… *hüstel*…)

Endlich einmal hat Herr K. seine Wut in relativ angemessener Form raus gelassen; bitte Hervorhebung beachten. Weder ist er tätlich geworden noch hat er beleidigende verbale Eruptionen produziert wie etwa „Geh‘ doch zu Hause, Du alte Scheiße!“ usw. Herr K. hat sich nicht heftig ins Knie geschossen, wie in den letzten Jahrzehnten mindestens ein Dutzend Male tragikomisch praktiziert, indem er mit seinem Arsch eingerissen hat, was er sich teilweise über Jahre hinweg aufgebaut hatte, siehe etwa ARO 66.

Eine derartige Übersprunghandlung hat K. in seinem Leben bisher nur einmal erlebt, in einer seiner persönlichen Ur-Geschichten, die sich, Überraschung, gewissermaßen in Coverversionen ständig wiederholen bzw. von K., igitt, unbewusst reproduziert werden. Auch das Alter hält Überraschungen bereit fürwahr, des seiest Du gewiss, herbe Dame Welt!

Allein, K. traut, Überraschung, dem Frieden nicht. Unzählige Male hat er in den letzten 36 Jahren erlebt, dass durch ein Frauchen oder ein Herrchen und deren bzw. dessen Hund sozusagen spiegelnde Szenen vorgeführt wurden, mit denen etwas rückgemeldet werden sollte wie etwa: „So, jetzt kommst Du wieder an die Leine!“ oder „Schön hierbleiben, es wird nichts mit ohne Herrchen durchs Leben gehen!“ usw. usw. usf.

Nein, Herr K. hält sich nicht für den Nabel der Welt und entwickelt nicht das psychotische Symptom des Empfindens von gemacht Werden der Realität, vielmehr versucht er, wie erst höchstens 50 Mal angemerkt, seit 36 Jahren zu ermitteln, wer da wie und warum zugange ist und sieht sich immer wieder veranlasst, mit anachronistischer Ritterlichkeit anzumerken: „Hut ab, Dr. Milton Erickson wäre stolz auf seine Jüngerinnen und Jünger!“**

Was wollte uns der verhinderte Dichter damit sagen? – Er wünscht ein Bienchen ins Große Galaktische Klassenbuch (GROGALAKLA), er liebt Euch alle und er bemüht sich doch… – Alles klar, Herr Kommissar!

PS: K. musste wieder einmal feststellen, dass, um bei eben oben bereits verwendeten Bildern zu bleiben, die Leine locker gelassen wird immer genau dann, wenn K. sich, wie in den letzten Tagen wieder, ernsthaft bemüht um Kontakt zu einem einschlägig promovierten Mediziner zwecks neuerlicher Einverleibung von Smarties.

Komischer Zufall, nich‘?

Drauf defäkiert – alles Haschen nach Wind und es geschieht nichts Neues unter der Sonne…

Bla.

** Hier entwickelt der Klient einen ersten Einblick in den Kern seiner Problematik.
** Es scheint K. mindestens interessant, dass „Jüngerinnen“ nicht als Fehler angezeigt wird – Postmoderne schööööön!

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