(… K. nimmt im Alter ärztliche Anweisungen immer ernster…)

Sind das Torschlusspanickerchen oder präsenile Pubertätlichkeiten? Die Pläne des K. schwanken mehrere Male innerhalb einer Umdrehung des Planeten; sie nennen sie „Tag“, worüber K. sein Command Center durchaus bereits unterrichtet hat. Bzw. „Pläne“, denn es sind eh‘ meist Luft-Wochenendhäuser; von „Luftschlössern“ zu sprechen würde selbst K. als größenwahnsinnig erscheinen, was nicht nur ihm erstaunlich erscheinen dürfte.

Fortbildung, Ausbildung, Abbildung, Umschulung, Tanzschule, Schreibgruppe, Fitness-Center-Abo, Studium, in Teilzeit Großfamilie gründen, Werk zur Produktion die Photosynthese effizient technisch nachbildender Anlagen aufbauen, kleiner Nobelpreis zum hier Essen, usw. usw. usf.*

Der hat sie echt nicht alle! – Sollte man es doch noch einmal mit hochwertigen Produkten der ekstatisch schwarze Zahlen schreibenden pharmazeutischen Industrie versuchen? Wenden Sie sich freudvoll an Dr. Anna Lyse!

Dann aber folgt folgerichtig ein Absturz; nichts mehr zu machen, ab ins Seniorenheim, mit Option auf dinosäuerlichen Einzug in den fossilen Schachtelhalm-Park des nächsten Gnadenhinterhofes usw.

So geht das schon seit etlichen Monden, oh schöner Schmerz! – K. muss allerdings immer an einen ehemaligen Mitbewohner denken, der plötzlich aufgetaucht und sichtbar geworden ist, präsent und im mehrfachen Sinne ansprechbar geworden, nachdem sich alle daran gewöhnt hatten, dass er wie ein unwirscher Geist durchs Gebäude geschlurft ist.

Mit Sicherheit, immerhin jedoch nicht mit Staatssicherheit, hat nicht nur K. etwas gedacht wie: ‚Ha, sieh‘ an, da geht noch was; der Mann startet nochmal durch!‘ usw., aber ein paar Tage später ist diese schwarze Limousine vorgefahren, um die sogenannten sterblichen Überreste diskret fachgerecht zu entsorgen.

Es war tatsächlich, und auch das nicht nur nach K.’s Empfinden, als wären sozusagen die Lebensgeister des Mannes völlig unerwartet hochtourig gelaufen, aber es war nur ein letztes Aufbäumen, ein letzter Versuch zu zeigen, was eventuell noch hätte drin sein können, und dann war Schicht im Schacht und Ende Gelände und der beeindruckend hoch Getourte wurde in die ewige Großgruppe abberufen.

(… K. schließt sich der Meinung des Herrn Konigsberg an, der fast wörtlich gesagt hat, er hätte keine Angst vor dem Tod, er wolle nur nicht dabei sein, wenn es so weit wäre… was K. betrifft, denn er redet so selten über sich und möchte das wieder einmal probieren, so dürften in diesem Kontext seine weiblichen Anteile besonders stark ausgeprägt sein, indem er nicht wissen wird, was er anziehen soll… ja ja, scheiß Macho…)

K. scheint in der Tat eher der frühreife Typ zu sein, *kraftvoll, ja schier dynamisch hüstel*…

Natürlich ist K. klar, dass seine extreme Entwicklungsverzögerung, um den Tatbestand milde zu umschreiben, nicht nur auf seine rigide psychische Struktur zurückzuführen sein dürfte, sondern sehr wohl etwas mit der DaDaeR zu tun haben. Biermann hat von ihr als einem „Kindergarten“ gesprochen, was K., ohne Ironie gesprochen, verblüfft hat, denn er hat insgeheim die Bezeichnung „Kinderheimkombinat“ benutzt, was er immerhin für sich behalten hat.

Wie hier wieder die Wahrnehmung eines Künstlers, über den man sich geeinigt hat, dass er ein bedeutender wäre, mit der eines durchgeknallten Kleinbürgers wie K. erstaunlich korrespondiert! Neuerlich fühlt K. sich geborgen im stürmischen mitgerissen Werden im Strom der Zeit, nicht zu verwechseln mit Mainstream, platsch platsch, und mit dem Großen und Ganzen erregend verbunden! Alles ist vernetzt, ha!

(Setzt Alu-Hut auf. Abhang Vorhang. Minutenlanges tobendes Schweigen. Die Delegierten erheben sich und schrauben die Sitze ab.** Buh-Rufe aus der Requisite. Bananenschalen aus dem Vertrieb.)

Wirklich schöpferische Menschen aber sind meist ihrer Zeit voraus, *abschließend hüstel*…

***

Nun hat sich K. wieder einmal schriftlich entladen, und ihm ist durchaus klar, dass ihm die Gruppierung seiner Wortgruppen zuweilen mit Geschick gelingt, oder so ähnlich; allein, es hat niemand was davon, den Scheiß liest kaum jemand, geschweige denn, dass K. Kohle dafür einfährt, Alter.

Nach wie vor keine richtige Literatur, keine wirklichen Geschichten, *jammer*, *schnief*, *heul*. Aufhören mit so was kann K. jedoch nicht, was er weiß, weil er es -zig Mal versucht hat, denn ohne mäandernd-kaskadierende Textouren geht es K. noch übler und er wird schlimmstenfalls von dem Drang überwältigt, Witwen zu grillen, die Schenkel schön knusprig.

Wer ist schuld? – Die Stasi, die Eltern und Erich! K. hat nichts gemacht, außer natürlich regelmäßig das, was er gegessen hat.

„Was tun?“, wie schon Dr. Uljanow fragte, sich auf Tschernyschewski beziehend. – Erst einmal wieder ein bisschen hinlegen vielleicht; friedlich, doof und konstruktiv…

Nein, K. fängt nicht bei der Müllabfuhr an; korrekt, das kommt gerade wieder dauernd per Mental-Funk.

Komische „Hallus“, wie erst höchstens 20 Mal bemerkt…

Und auch das sei nochmals angemerkt – Hut ab, wer immer da zugange ist! Allein, K. macht nicht mit, er sucht die „Insel des Vergessens“, hier beschrieben; war nich‘ alles schlecht.

PS: Das Posten des ärztlichen Videos, siehe oben, deutet nicht auf K.’s diskreten Konsum gewisser Genussmittel; er ist und bleibt im mehrfachen Sinne Theoretiker, kurzum unrockbar, und meint dergleichen immer nur poetisch-metaphorisch, oder so ähnlich.

** Wie mehrfach bemerkt, denn man wiederholt sich im Alter, wie mehrfach bemerkt, ist nicht nur ausreichend, sondern aus Gründen zu viel Kohlendioxid da, und die Sonne wird noch viele Millionen Jahre auf Gute wie auf Böse scheinen, ach; immer wieder fragt sich K., warum man hier nicht mehr in die Forschung investiert. Ach so, ja, man braucht ja die Kohle für „Peng Peng!“ und „Rums!“ zum Beispiel in der Ukraine; es ist doch echt alles zum abrupten Umkehren der Transportrichtung der Speiseröhrenperistaltik und K. legt sich wirklich gleich wieder ’n bisschen hin. Na ja, oder er hebt an zu joggen; er muss das erst mit seiner inneren Gruppe durcharbeiten.
** Freudvolle Fehlleistung des Tages: „…schreiben die Sitze ab.“ K. erwägt, Erheiterung zu zeigen.

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2 Antworten zu (… K. nimmt im Alter ärztliche Anweisungen immer ernster…)

  1. Herr Ösi sagt:

    Naja, Kohle einfahren ist nicht das Wichtigste.

    Die Freude an der Freude ist’s…

    • Herr Koske sagt:

      … ja, schon klar, aber es wäre schon schön, wenn man paar Euronen mit dem Schrift Stellen verdienen könnte und nicht wieder lohnfronen müsste… bla…

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