(… sie hatte tatsächlich einen Vogel…)

Quelle.

K. hatte gestern wieder die Möglichkeit, seinem Sozpäd die ausgeprägte Fähigkeit zu monologischer Argumentation zu demonstrieren, und da dieser Sozpäd von K. einiges Wesentliche begriffen hat, geht er mit ihm immer nach draußen.

So begab es sich, dass K. zum ersten Mal in seinem Leben richtig in einem Biergarten gesessen ist und dort allerdings Kaffee getrunken hat; vorsorglich, versteht sich, um die Leute nicht mit der Intonation dynamischer Wanderlieder zu irritieren, *hüstel*.

(… man sagt „gesessen ist“, nicht „gesessen hat“… das ist süddeutsch… nämlich…)

Allerdings war der Biergarten, dem Großen Energiefeld sei Dank, fast leer, und trotzdem und erst recht hatte er was. Altehrwürdige Bäume, es waren wohl Kastanien, jedenfalls einheimische Großgehölze, überschatteten das kiesbestreute Terrain, und ringsherum waren Waldstückchen, und während K.’s Texteruptionen rieselten Blütenblätter hinab. Ha, vortrefflich, das!

Ja, und dann dachte K., oder in ihm dachte es, die vorbei radelnde Frau hätte eine Vogelskulptur vor dem Lenker, also vor dem Lenker des Fahrrads, versteht sich; es war jedoch ein echter Papagei, der sogar unter einem kleinen Sonnenschirm gesessen ist.

Wahnsinn! Mehr davon! Bei Hermann Hesse, den K. jetzt dauernd erwähnt, was er, K., gar nicht erst versuchen will zu deuten, gibt es viele solche Originale, die in dieser unserer Zeit der in immer mehr Lebensbereichen zunehmenden Normierung überaus wohltuend wirken dürften nicht nur auf K.

Die Frau ist etwas wild geradelt, hat heftige Selbstgespräche geführt, was K. irgendwie bekannt vorkommt, und hat natürlich voll aufgedreht nicht nur in der Lautstärke, als sie an Herrn K. vorbei mäandert ist, was übrigens den coolen Papagei völlig kalt gelassen hat, gnihi.

Ein Zeichen!!!

„So, Herr K., wären Sie im mehrfachen Sinne zugange, wenn wir Sie nicht ferngelenkt bebudenzaubern würden!“, könnte ihm die dauerhaft kommentierende virtuelle Diensteinheit (DAUKOVIDI) der Hauptverwaltung Budenzauber (HAUBUZ) mitgeteilt haben wollen.

Überhaupt ist K., wir berichteten, eine undankbare Charakterruine, denn er sollte doch froh sein, dass da wer auch immer dergestalt zugange ist, stattdessen der stumpfe Spießer in ihm diesen Scheiß weg haben will…

Nachher ist dann eine noch nicht ganz alte Frau, also nicht so alt wie Herr K., an besagtem K. vorbei gelaufen, sich dabei leicht auf einen Gehstock stützend. Herr K. wurde durchaus gewahr, immerhin, denn zuweilen realisiert er die Existenz von Mitmenschen, dass die Frau feine, ja, wie K. als lebendes Fossil zu formulieren geneigt war, edle Gesichtszüge hatte.

K. würde zudem gern sagen, es wäre ein Frauchen gewesen, aber das wäre ja wieder sexistisch, weswegen K. diese, Zitat Erwin Strittmatter sen., „Benamsung“ durchaus unterlässt.

„Dann durchfuhr es, ihn, Komma, und er spürte es, Punkt“, wie wiederum Jack London geschrieben haben könnte… – War das die ganz kürzlich erwähnte Jugendfreundin Agenten-Sachbearbeiter-Tochter (JUFRASABETO)?

(… der Typ hat echt ’n Ding an der Glocke… nachher frisst er doch noch meinen Hamster… im Auge behalten…)

Ebenfalls mittelkürzlich hatte K. die Befürchtung, und hat diese zudem nicht nur unernst geäußert, dass man ihn für latent antisemitisch halten könnte, weil er schöpferisches Denken vorgetäuscht hat mit der launigen Vermutung, Moses‘ Tafeln könnten E-Book-Reader gewesen sein. Nun jedoch muss K. wieder einmal feststellen, dass in der Tat alles gesagt ist, siehe Header dieses seines Blogs, und bei Pinterest überhaupt alles schon mal da gewesen.

Quelle. Auch hier unterdrückt K. seinen Korrektouristic.

Wozu also überhaupt noch schreiben oder überhaupt noch irgendetwas tun? – Nun, K. kann wirklich nicht anders, er muss Text rauslassen; wir bitten um diskrete Anteilnahme.

Tja, so vergehen die Tage, die auf Erden ihm gegeben sind; K. ist gespannt, ob er neugierig ist.

PS: Eine neue Rückmeldung – ‚Imponiergehabe‘. Großartig! – Ansonsten jedoch das Übliche. ‚Will nich abeitn, weilla Abitur hat!‘, ‚Schreibta wieda Berichte, hatti Wende verpennt!‘, ‚Geh‘ nich‘ arbeiten, mach einfach weiter!‘, ‚Willa wieda hierbleim!‘, ‚Ruf‘ Frau X an!‘, ‚Hält sich Tatsache für ’n Züchoteerahpeuten!‘

Und so weiter und so weiter und so fort! Ewig murmeln Bataillone von Murmeltieren, und immer wieder fragt sich K., wie lange Leute, die ihm etwa unterstellen, er würde den Simulanten spielen, so was durchstehen würden; bei K. sind es in zwei, drei Wochen 36 Jahre, und das macht ihm so schnell keiner nach.

(… hoho, Herr K. hat etwas Positives über sich gesagt… Weltpremiere, he he…)

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8 Antworten zu (… sie hatte tatsächlich einen Vogel…)

  1. Herr Ösi sagt:

    E-Book-Reader als Steintafeln. Keine schlechte Idee. Moses hätte weniger herum schleppen müssen, wir hätten uns die Periode der Buchdruckkunst erspart und stünden – womöglich – heute ganz woanders.

    • Herr Koske sagt:

      … na ja… – Andere machen aber aus so was was… oder so ähnlich… zum Beispiel findet man ’ne Schraube auf dem Mond, und es wird schnell klar, dass die nicht von Menschen sein kann… und so… ach, so was würde ich gern schreiben… richtig spinnen, dichten usw…. heule heule heule… jammer jammer jammer…

      (… wenn ich aus dem mit den E-Books-Readern was machen würde, würde garantiert die Antisemitismus-Keule geschwungen werde, wetten…)

      (… das ist übrigens mindestens erstaunlich, dass es mir als Absolvent der DaDaeR, Prädikat „Genügend“, milde formuliert, bekannt vorkommt, dass man sich bei jedem, mit Verlaub, Furz, vorher nach allen Seiten absichert; das hat bestimmt wieder was mit Psycho-Club zu tun… uaaaah… siehtasichwieda als Teerahpeut… uäääh…)

      Guten Tag!

      • Herr Ösi sagt:

        Naja, das Absichern nach allen Seiten musst du (nur) tun, wenn du groß rauskommen willst. Erübrigt sich aber in unserem… äh… in meinem Alter…

        Alter Falter… chchch

        • Herr Koske sagt:

          … nee, das tun fast alle, fast überall, so sie denn im sogenannten Licht der Öffentlichkeit stehen; meine Güte, wie poetisch… das ist wirklich des Merkens würdig, denn das kenne ich tatsächlich von den Nossinnunnossn…

          • Herr Ösi sagt:

            Würde man politische Korrektheit als Maßstab nehmen, dürfte ich gar nix veröffentlichen. (Dazu aber ist mein Büchlein schon zu weit fortgeschritten… chchch)

            • Herr Koske sagt:

              So so. Aha. Na dann! Warum nicht?! – Bei mir klemmt es total; mein Kommicksbüchlein schenke ich mir selbst zu Weihnachten, höhöhö…

              (… der is‘ nur bei sich selbst, der is‘ nur bei sich selbst… furchtbar, der Mensch…)

              Ich will eigentlich nicht groß rauskommen (das hätte mit 25 oder so kommen müssen, da hätte es mich noch gekratzt), aber es wäre toll, wenn ich mein täglich Brot und veganen Aufstrich mit Schreiben verdienen könnte, nicht mit Kohlen Schippen oder Teller Waschen oder Zeitungen Stecken oder Schlüssel raus Geben* usw…. aber wenn Du nicht entweder Hohlbein oder Grass heißt, kannst Du vom Schrift Stellen nicht leben im Lande der Dichter und Denker…

              War diese Auskunft für Sie zufriedenstellend? – Drücken Sie doch einmal Ihre Nachbarin!

              * Schreibt man das alles groß? – Da haben wir es doch wieder: ich werde nie Diplom-Autor, heule heule heule!

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