(… die Weltgeistin winkt wieder mit der Maschendrahtrolle…)

Quelle.

Es scheint selbst K. zynisch verniedlichend, von „Wink mit dem Zaunpfahl“ zu sprechen oder gar zu schreiben; kurzum hat neuerlich ein Großeinsatz der Hauptverwaltung Budenzauber (HAUBUZ) stattgefunden, und K. war fast im Freien.

Es lässt sich wieder schwer ausdrücken; wieder hat K. das Empfinden, dass es sich um Phänomene handeln könnte, die mit dem Archetypischen zu tun haben könnten, das C. G. Jung zu erörtern sich bemüht hat. Überhaupt hat Herr K. in letzter Zeit noch stärker als sonst den Eindruck, dass der Budenzauber mit dem kollektiven Unbewussten zu tun haben könnte, obwohl der Begriff von Jung wohl kaum in der Weise gemeint gewesen sein dürfte, wie K. ihn jetzt verwendet.

Egal – Gott ist tot, es lebe die Göttin!

Letztens aber hat Herrn K.’s Sozpäd eine Bemerkung bemerkt, von der K. sagen würde, sie hätte ihn umgehauen, wenn er nicht das sichere Empfinden hätte, mit dieser Wortwahl wieder einmal in plumper Weise Massennähe vortäuschen zu wollen. Des Öfteren schon hat sich K. in seiner zum Himmel stinkenden Arroganz gefragt, warum viele Sozpäds nicht einmal wüssten, was Alpha und Omega in der Gruppendynamik bedeuten würden und was zum Beispiel Übertragungen wären, obwohl sie mit denen jeden Tag zu tun hätten, usw. usf.

Ungeheuerlich! Der Loser soll doch froh sein, dass er ’n Bett über dem Kopf hat, oder wie man da sagt! Ist doch so, echt; diese undankbare Charakterruine!

Es ist übrigens immer wieder erstaunlich zu sehen, was Leutinnen und Leute sich unter „betreutem Wohnen“ vorzustellen scheinen…

Herr K. hat in einem nicht nur nach seiner Wahrnehmung zauberhaft-altertümlich-abgewohntem Haus auf dem Hof ein klischeehaft klassisches Dichte-, Denk- und Darbe-Dachstübchen (KLIKLADIDEDADA), und zweimal in der Woche kaut K. seinem Sozpäd mehr Ohren ab, als dem überhaupt wachsen können; das ist alles.

Trotzdem hat K. natürlich Schuldgefühle, denn das kostet was; andererseits Herr K. natürlich froh ist, dass er wieder einmal weiß, warum er Schuldgefühle hat.

Dieser Sozpäd aber merkt immer wieder Anmerkungen an, die es in sich haben, was K., Überraschung, schon wenige Stunden nach ihrer Äußerung bemerkt, har har.

Letztens beispielsweise hat er, immer der Sozpäd, etwas angemerkt wie, sinngemäß, man könne nicht los gehen, wenn man keinen Startpunkt hätte, man könne nicht abspringen, wenn man nicht irgendwo drauf stehen würde, man könne sich nicht lösen, wenn gar keine verlässliche Bindung da gewesen wäre. Wie gesagt – so ähnlich!

Wird K. gesehen? Wahnsinn!

In K. macht sich der Verdacht breit, dass er, K., doch noch irgendwie in Bewegung kommen könnte, wenn er, der Sozpäd, ihn, Herrn K., noch ’ne Weile aushält. K. bewundert ihn, den Sozpäd, denn er, K., hätte diese Textüberflutung nicht derart lange ausgehalten. Dabei ist ja bekannt, dass Kinder viel reden, wenn sie sich nicht zu fragen getrauen, wo die Kinder herkommen; kleiner Scherz zur Auflockerung, wie Oberstleutnant Sanftleben gesagt hätte, har har.

Worum geht es? Hat Herr K. eine Art Thema? – Nun, K. ist wieder einmal benannt worden, und er hat daher gestern eine Wohnung besichtigt. – Boah, Wahnsinn, geht doch; K. kann zum Thema kommen und sich halbwegs verständlich artikulieren, Alter!

Ähm… – ja….

K. stellt übrigens wieder einmal fest, dass es ihm, milde formuliert, schwer fällt, dieses vermaledeite Stimmungsmäßig-Atmosphärische in Worte zu fassen, während er während dessen Erleben quasi fertige Sätze im Kopf hatte, oder so ähnlich. So kommt man zu nichts als, O-Ton Erwin Strittmatter sen., „Aufschreiber“, aber das wieder am Rande und zur Verspannung Entspannung.*

Es ging schon los auf dem Weg. Jemand kam K. entgegen geradelt, den K. nicht kannte; ein relativ junger Mann mit eben zuzuwachsen beginnender Kunstglatze, der K. aber zu kennen schien, und der fast auf dem Rad herum gehüpft ist und heftige Selbstgespräche zu führen begonnen hat, als er des K. ansichtig geworden ist.

Ein Zeichen, gewiss! ‚Zieh‘ nicht da hin, da wohnen Glatzen!‘ Allerdings stehen auf der Etage fast nur ausländische, vornehmlich türkische Namen auf den Türschildern. Damit hat K. nun überhaupt kein Problem, im Gegenteil er, seinen diesbezüglichen Erfahrungen entsprechend, zu einem wirklich guten Kaffee kommen könnte statt zu der Plörre, die er für sich zuzubereiten pflegt, andererseits immer wieder überlebt hat.

K. hat natürlich, er kann nicht anders, ein bisschen spioniert. Da er aus Prinzip nicht nur nicht über einen Fernseher verfügt, sondern auch nicht über eine Armbanduhr, hat er eine junge Mutti, die mit Kind im Kinderwagen aus der Tür kam, nach der Uhrzeit gefragt, und zu seiner Überraschung war er 24 Minuten vor dem vereinbarten Termin leibhaftig erschienen. Das war sehr beunruhigend, weil K. seit Jahrzehnten zu allen wichtigen Terminen zu spät zu kommen pflegt; das ist bei ihm ab Werk eingebaut und da kann man nichts dran schrauben.

Die Tür stand eine Weile offen, nachdem besagte Mutti, nicht rothaarig, weswegen kein Grund zur Beunruhigung bestehen dürfte, sie geöffnet hatte, und K. hat sich ins Haus geschlichen, um schon mal so zu gucken, nich‘.

Nachher ist er noch ein wenig steif-majestätisch durchs Gelände geschritten, wie es seine Art ist, und hat sehr wahrscheinlich den Schein von Bedeutung verbreitet, die er sehr wahrscheinlich nicht einmal erreicht hätte, wenn er einen sogenannten geraden oder geordneten Lebenslauf gehabt hätte. Allein, es ist eh‘ alles Probe und im nächsten Leben geht es anders lang und vor allem war kaum jemand da, der Herrn K.’s, Zitat Dr. Sch., „Charakterkopf“ hätte bewundern können, *hüstel*.

Natürlich hatte K. dann den Gedanken, bzw. es dachte in ihm, denn er macht ja nichts, dass er den mit der Ermöglichung der Besichtigung beauftragten Berechtigten (MIDERDERBEBEBE) verpasst haben könnte, weil er anachronistisch flanierend das Gelände durchstreift hatte. Es dachte dann natürlich des Weiteren in K., dass er das ja wieder sauber hinbekommen hätte, aber siehe: es ward gut, der MIDERDERBEBEBE erschien auf die Minute nach Ablauf des akademischen Viertels, ha!

Das Gelände hat was, entsprechend der mindestens merkwürdigen Maßstäbe des K., versteht sich. Ein verwildert überwuchertes Fleckchen, fast schon nicht mehr Park, sondern eher Wald, und die „Häuschen“, sogenannte Würfelhäuser mit zwei Obergeschossen, sind etwas verwittert, aber K. findet dergleichen bekanntlich, igitt, romantisch.

Die Wohnung ist ein Kämmerchen, aber mit Balkon, und verfügt über einen Verschlag für die Küche im Flur sowie eine Art Besenkammer mit Duschkabine, Waschbecken und diesem durchaus auch ästhetisch ansprechendem Keramikbecken zur zivilisierten Entsorgung der Stoffwechselendprodukte. Sie nennen es „WC“, und ist denn Herrn K.’s Command Center durchaus unterrichtet.

Tja, K. findet dergleichen jedoch cool, und zwar nicht, weil er überhaupt ’ne eigene Wohnung will; ihm ist nicht zu helfen. Wenn andererseits in diesen Kämmerchen Muttis mit Kindern wohnen, dann ist K. wohl immer noch nicht bedürftig genug, um in Frage zu kommen, zumal immer noch, wie höchstens 32 Mal erwähnt, die erfolgreiche Beendigung des Insolvenzverfahrens abzuwarten wäre, bla.

K. wird mal kieken, dann wird er ja sehen; es gilt nun wieder, der Lieblingsbeschäftigung aller Marginalpersonen zu obliegen, dem Warten.

Und es ging weiter mit den Fehlleistungen, und das war urst fetzig. Nachdem K. einmal die nötigen Unterlagen nicht im Copy-Shop seiner Wahl kopieren konnte, weil er die Brieftasche, har har, vergessen hatte, denn die nehmen da keine Hosenknöppe, sondern sogenannte Münzen, musste K. beim zweiten Anlauf neuerlich unverrichteter Dinge umkehren, weil er das Passwort für seinen Onlinespeicher, har har, vergessen hatte, das ihm dann aber bezeichnenderweise vor dem heimischen PC sofort wieder eingefallen ist.

K. vergisst dauernd, dass er Angst hat vor Alzheimer, aber das waren einfach lehrbuchreife Abläufe nach Anna Lyses bekanntem Motto: „Freud Euch des Lebens – es lebe die Libido!“

Dann ist K. eingefallen, dass er hier im Hause, bei einem WGling in der ersten Etage, schon einmal derartige Kopien gezogen hatte, weswegen er nun dem Mitbewohner neuerlich leibhaftig erschienen ist, der sich gern dem Kopiervorgang gewidmet hat. Das war aber nicht die Pointe; die bestand darin, dass ein weiterer Mitbewohner Herrn K. versicherte, dass er, K., sich diesbezüglich auch an ihn, den weiteren Mitbewohner, hätte wenden können, was K. in den bei ihm bekanntlich seltenen Zustand der Sprachlosigkeit versetzt hat. Besagter weiterer Mitbewohner hatte K. nämlich am Tag zuvor heftig getriggert, indem er K’s. Gruß nicht nur nicht erwidert hatte, sondern sich gebärdet, als wäre K. unsichtbar und unhörbar, was zudem einer der krassen Eigenarten von K’s ferngelenkten Träumen entspricht.

So sind sie, die designierten Weltretter! Sehen sich als Therapeuten der Lokalen Gruppe und kommen nicht einmal mit der adäquaten Wahrnehmung banaler sozialer Signale im kleinen häuslichem Kreis klar, furchtbar! So was gehört doch in die Einrichtung, echt!

Das Problem wird nicht geringer dadurch, dass K. mittelkürzlich mehrfach auf einen ähnlichen, milde formuliert, Widerspruch zwischen Theorie und Praxis bei sogenannten großen Menschen wie Hesse, Alice Miller und Erwin Strittmatter sen. hingewiesen hat.

(… sollte man die, ha, Liegenschaften des Kommandos Spezialkräfte in Calw in „Herrmann-Hesse-Kaserne“ umbenennen… neuerlich ein kleiner Scherz zur Auflockerung, wie Oberstleutnant Sanftleben gesagt hätte, was jetzt, in diesem Kontext, passt wie die Faustwaffe aufs Auge… oder so ähnlich…)

Die Serie der Fehlleistungen ging jedoch weiter, und K. weiß durchaus, was das bedeutet. Er muss auf der Hut sein, um nicht wieder voll die vornehmlich rückwärtig ausgeschiedene Fäkalie von zumeist pastenartiger Konsistenz zu bauen, weswegen er zur Besichtigung auch unterirdisch nahverkehrt war und nicht mit’m Radl da, ja ja!

Zunächst hatte er nachgefragt, immerhin, ob er die für die Werbungsbewohnung Wohnungsbewerbung nötigen Unterlagen on- oder offline absenden sollte, um dann nach der Auskunft, man wäre an der Onlinesendung interessiert, feststellen zu müssen, dass er, har har, vergessen hatte, sich nach der Emailadresse zu erkundigen.

Nun hat K. versucht, die ausgedruckten Unterlagen ins Büro zu bringen, hat dieses auch zehn Minuten lang in der richtigen Straße gesucht, aber leider auf der diesen Büros gegenüberliegenden Straßenseite. Dabei wurde er von drei intensiv pubertierenden Frollein voll gelöffelt; möglicherweise hatten die wahrgenommen, was K. im Augenblick des Geschehens fast nie wahrnimmt, dass er wie ein Tiger im Käfig, der Angst bekommt, das Bedürfnis verspürte, geflissentlich beim Weibchen aufzuhucken. Herrn K. ist es jedoch gelungen, dieses Erlebnis angemessen zu verarbeiten, indem er sich im Anschluss in bewährter Weise zum Zwecke des Schluchzens in ein Geschirrtuch zurückgezogen hat.

K. ist sich sehr wohl darüber im Klaren, dass dergleichen nicht nur auf Außenstehende urst lustich wirkt, sondern von Meistern wie Konigsberg oder von Bülow einer Lösung zweiter Ordnung zugeführt werden würde bzw. zugeführt worden wäre durch künstlerische Gestaltung.

„Ach.“, Zitat von Bülow.

Am Nachmittag ist K. dann doch mit dem Rad zwar nicht ins, aber ans Büro gefahren, um nach einem Telefonat die Unterlagen in den Briefkasten vor dem Bürogebäude zu stecken. Es könnte jedoch sein, dass es der falsche Kasten war, weil K., obwohl er nunmehr senil-schwul ist, enorm abgelenkt war durch eine wunderschöne, jetzt nur nichts Falsches sagen, farbige Mitbürgerin mit Migrationshintergrund im superkurzen Röckchen und Glitzerstrumpfhosen, scheiß Sexist!

Dann wurde K. vom Wortführer einer vier- oder fünfköpfigen Gruppe männlicher Vertreter der rezenten Hominiden auf dem dritten Planeten freundlich, ohne Ironie und Sarkasmus usw., mitten auf der Straße gegrüßt; K. kannte niemanden der Herren, hat aber dergleichen, Überraschung, auch nicht zum ersten Mal erlebt.

Das Leben des Neurotischen! Er braucht keine Abenteuerreisen inclusive, aua, Ausflug im Wingsuit, denn für ihn werden kleine, banale, alltägliche usw. Abläufe zu epischen Herausforderungen, was auf Außenstehende allerdings, wie zu Recht bereits erwähnt, regelmäßig sehr erheiternd zu wirken pflegt.

(… und natürlich ist Herrn K. klar, was die Weltgeistin ihm mit dieser Fehlleistungskontrolle mitteilen wollte… lass das mit den Wohnungen, zumal Du ja sowieso genau weißt, dass Du vor dem Ende des Insolvenzverfahrens keine bekommst, und komm‘ im Haus richtig an… usw…. bla bla bla…)

***

Quelle.

„So was brauchen Sie, Herr K.; richtig was zum Anlangen, nicht immer Ihre Nymphchen und Elfchen!“

Fxxxx Euch selbst! – Und kriegt überhaupt erst einmal selbst ’ne tragfähige Partnerschaft zustande, bevor Ihr die anderer Leute aus angeblich therapeutischen Gründen runter macht, Ihr diplomierten… äh… – Fachkräftinnen!

(… hähähä, denen hat es K. gegeben… hähähä…)

(… over and out… yeah…)

PS: Bla.

* Herrlich! Freud Euch des Lebens! „Entspanung“, gnihi! Passt schon!

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4 Antworten zu (… die Weltgeistin winkt wieder mit der Maschendrahtrolle…)

  1. Herr Ösi sagt:

    Chchch… chchch… chchch…

    Höxt vergnüglich, mein lieber K.

    • Herr Koske sagt:

      Ja, von außen – das meine ich ja; irgendeine Instanz in mir bekommt immer mit, dass mein weltliches Weben und Wirken (habe ich das nicht schön formuliert; schier poetisch, hach) mindestens tragikomisch ist, wenn nicht lustich… aber ich komme da nicht raus…

      • Herr Ösi sagt:

        Macht nix. Bei mir ist auch viel komisches drinnen.

        Besser komisch als verbittert…

        • Herr Koske sagt:

          so was habe ich auch schon gedacht; ohne Faxen – eigentlich könnte ich nach meinen sehr grenzwertigen Erlebnissen verbittert sein, bin ich aber nicht wirklich, oder nur ganz gelegentlich ganz bisschen…

          (… süüüüüß…)

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