(… „Meinst Du, die Russen wollen Krieg?“…)*

Quelle. Auch und gerade hier dient das Bild der kulturellen Umrahmung und
bezieht sich nicht unmittelbar auf die im Folgenden folgenden Wortgruppen.

Wie schafft man das? Morgens aufstehen und dann sofort mit Jemandem, und konkret einer Jemandine, über die Welträtsel sprechen können?

Sollte man promovieren etwa in Philosophie, auf dass man prachtvoll profimäßig parlieren kann? – K. hat diesbezügliche hochschulische Übungen keineswegs aus den Augen verloren, des seiest Du gewiss, herbe Dame Welt, zumal es in seinem biblischen Alter nach, gnihi, 84 Wartesemestern nun wirklich nicht mehr drängt.

Gestern allerdings kam wieder etwas über Mental-Funk mit ‚Straßenfeger, hähähä!‘ K. hat daraufhin erwogen, ein wenig ins Geschirrtuch zu schluchzen, aber es war ihm dann doch zu anstrengend. Die Küche ist voll mit Gerätschaften und Utensilien etlicher Vorbewohner dieses im positiven Sinne illustren Hauses, und konkret mit Geschirrtüchern kann man sich zuschmeißen; es hat halt in der Tat alles seine zwei Schattenseiten, oder wie man da sagt als voll der fitte Profi-Publizist.

Wieder eine dieser Situationen, und was das betrifft, ist K. gut situiert, in der K. nicht hinreichend klar wurde, wo die sogenannte Realität aufhörte und wo das den Simulanten Spielen anfing…

Möglicherweise handelt es sich um archetypische Phänomene im Sinne C. G. Jungs, die sich grundsätzlich und überhaupt schwer oder gar nicht in Worte fassen lassen und nicht nur von K. nicht.

‚Straßenfeger‘? War das jemand aus P.? Da hat sich K. etliche Monde lang morgens in die Welt entworfen, um mit diesem Greifgerät die riesigen Parkplätze im Gewerbegebiet zu reinigen. Er hat etliche Münzen dabei gefunden, die ihm halfen, seinen Lebensstandard zu erhöhen, yeah; häufig gefundene Fundstücke waren naturgemäß Einkaufszettel, häufiger aber noch hat K. leere Medikamentenverpackungen nicht ohne Anmut und Würde aufgeklaubt, sogenannte Blister.

Soziologie von unten, chchch. Die dynamische kapitalistische Persönlichkeit dröhnt sich nochmal richtig zu vorm Shopping, yeah! – Im Auge behalten, den Mann; plant den Umsturz!

Oder ist so was dann weg, wenn Mann beim Weibchen der Gattung liegt? – So ’n Quatsch! K. hat dergleichen befruchtende Begegnungen zeitweise recht häufig erlebt, als er noch nicht senil-schwul war, denn wichtig ist auch, was vorn rauskommt, scheiß Macho, aber wir wollen uns hier nicht auf das Thema versteifen, scheiß Macho, zumal K. aus dem Osten kommt und daher möglicherweise diesbezüglich nicht hinreichend invulviert ist, scheiß Macho. Fest steht, dass das die Kopfhörspiele auch nicht wirklich ausgeräumt hat, bla.

Egal, jedenfalls ist K. zuweilen selbst überrascht, was die Moderatoren seines Kopfradios manchmal inszenieren.

Heute morgen, eine Formulierung übrigens, die K. schon als körperliches Kind urst fetzig fand, kam ihm Puschkin in den Sinn bzw. in die Gehirngänge; konkret die Geschichte „Der Schuss“, die auch verfilmt worden ist und deren Verfilmung(en) gesehen zu haben sich K. deutlich entsinnt.

(… irgendjemand gibt auch auf, das wars… kam gerade über Mentalfunk… wer immer da zugange ist – Hut ab…)

Diese Kurzgeschichte ist zum ersten Mal 1831 auf den Markt geworfen worden, aber K. hält sie, womöglich in der Tat in Vollzug seines störungsspezifischen Größenwahns, für überaus aktuell. Im Grunde geht es um eine psychische Konstellation, die Christoph Hein in „Der fremde Freund“ gegenwartsliterarisch beschreibt, oder wie man da sagt, wenn man voll der fitte Privatdozent für Literaturgeschichte ist.

Der Held der Novelle, denn man kann von Novelle sprechen, denn es geht um eine unerhörte Begebenheit, ist ein Meisterschütze, verweigert aber als solcher bei einem Duell den mit Sicherheit tödlichen Schuss, weil dem Gegenüber, mit Verlaub, alles am Arsch vorbei geht; der Mann steht da und verspeist genüsslich Kirschen.

Das ist kein, yeah, Posing, also das, was K. hier gerade macht, sondern Ignoranz, schockgefrostetes Gefühlsleben, Lebensmüdigkeit als „normaler“ Dauerzustand, totale (Selbst-)Entfremdung usw. Erst viele Monde später, als der Mann, mit dem grotesk gut Kirschen Essen war, verheiratet ist und überhaupt bürgerlich gelandet, bedeutet es ihm etwas, als der Held der Novelle die Knarre neuerlich auf ihn richtet, um den noch ausstehenden Schuss abzugeben; gerade deshalb erschießt der ihn auch jetzt nicht, weil er zufrieden ist, dass er sein Gegenüber endlich emotional erreicht hat.

Das Wort „Entfremdung“ ist mittlerweile derart durchgekaut, dass K. sozusagen eine Art pelzigen Belag auf seiner mentalen Zunge bekommt und Pubertätspickel auf der Hirnhaut, aber es trifft halt zu.

Dieser 1831 beschriebene Zustand aber ist überhaupt nicht anachronistisch, und mitnichten projiziert Herr K. hier, oder jedenfalls nicht nur. Hoch aktuell, die Story; unabhängig vom schrägen Outfit und dem krassen Text, der, muaha, Zitat „Tschick“, „raus gelassen“ wird.

Was macht man mit den nicht Erreichbaren in dieser Welt???

Nein, Herr K. meint nicht sich und er sieht sich nicht als den Nachfolger des „Gurus“ XYZ, auch nicht im Unbewussten; er verweist vielmehr auf die Führungsspitzen diverser Staaten auf dem dritten Planeten des Systems.

(… „Lieber Guru als Beamter!“, soll XYZ gesagt haben… ausgezeichnetwar nich‘ alles schlecht im, O-Ton vox populi, Beklopptenverein…)

Tja, so was kommt K., von wo auch immer, am frühen Morgen in den Kopf; der gehört doch echt in die Einrichtung; der wähnt sich tatsächlich 1890 im „Café Central“, voll schwul, Digga, kriegst ’ne Rastung.

Und, ja, Russland ist nicht nur Putin, es ist auch Puschkin, Tschechow, zweimal Tolstoi usw. usf.; das wird man ja wohl noch sagen dürfen.

Bla.

* Es ist bitter, echt; zum Glück muss der Dichter diesen Irrsinn nicht miterleben… – Ja ja, Herr K. hat die Wende verpennt, furchtbar!

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