(… irgendwann  w i r d  man hinein springen können, ha…)

Die Serie der paradoxen Interventionen, die sich K. immer wieder selbst auferlegt, und oft, was jedermann überraschen muss, im Unbewussten, reißt nicht ab; weiter im Auge behalten, den Mann.

Seit dem 2. September des letzten Jahres hat K. Morgenseiten geführt, mit etwa einem Dutzend aus seiner nach Dr. K. Marx fanatischen Bosheit des Spießers resultierenden Unterbrechungen von jeweils ein oder zwei Tagen, und jetzt hat er ganz damit aufgehört, weil das alles nichts bringt. Angeblich würden nach drei Monaten neue neuronale Verknüpfungen entstehen, aber da geht doch bei K. echt nichts mehr; der wird kein, aua, Neuronald mehr, der gehört in die Einrichtung, echt.

Herr K. will gar nicht, „Hört! Hört!“*, des Langen und Breiten und Tiefen darauf eingehen, was Morgenseiten sind; steht im Internet, guckst Du, zum Beispiel, hier, nich’… – Häff fann! Make Kunst! Yeah!

So. – Und heute früh ging es dann los

Plötzlich waberten da Gedanken hoch, die K. immerhin als Notizen fixiert hat, denn natürlich musste er als deutscher Lebensapparat erst einmal seine Pflicht erfüllen; seinen edlen Alabasterkörper salben, ein paar Scheiben Vollkorntoast mit köstlich bittersüßer Orangenmarmelade sowie einen großen Pott Kaffee in seinen Gierschlund praktizieren usw.

(… auf dieses „usw.“ aber soll hier nicht tiefer eingegangen werden und wird auch nicht tiefer eingegangen, es kann aber versichert werden und wird hiermit versichert, dass es sich ausschließlich um zutiefst menschliche, aua, Abläufe gehandelt hat…)

Natürlich waren da wieder diese Gedanken dabei, die man, nicht nur K., aus diesen Momenten scheinbarer nächtlicher Erleuchtung kennt; im wörtlichen und im übertragenen Sinne bei Lichte besehen erweisen sich die vermeintlichen Geistesblitze dann oft als banal, dürftig, unbrauchbar usw.

Aber nicht immer oder nicht immer ganz oder wie auch immer. K. schien, dass er heute dahinter gekommen wäre, was Kunst ausmachen würde, insbesondere in Abgrenzung von dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre.

Oder so ähnlich. K. hatte gestern, und dies wieder einmal ohne Ironie usw. gesagt, was K. immer extra angeben muss und hiermit angegeben hätte, der alte, aua, Angeber, K. hatte gestern eine Sternstunde, als er sich den eben oben geposteten, aua, Spiel-Film angesehen hat. Allerdings ist K. noch nicht durch, und zwar absichtlich nicht, weil er den Moment fürchtet, in dem die Geschichte zu Ende ist, aber es kam, wie angedeutet, ein Gedanke über ihn, der ihm auch bei Lichte besehen nicht völlig daneben scheint.

Helden, Menschen, Figuren, Protagonisten usw. in Büchern, Filmen, Games usw. haben einen Plan, eine Aufgabe, ein Motiv, eine Mission, folgen einem alle anderen Lebensäußerungen sozusagen überstimmenden mächtigen Impuls usw., während sogenannte normale Menschen in der sogenannten Realität… na ja.

Günstigstenfalls begibt sich Ottilie Normalverbraucherin tagsüber an einen Ort, an dem sie Tätigkeiten nachgeht, die ihr günstigstenfalls halbwegs Spaß machen, weil sie günstigstenfalls etwas mit ihren Talenten, Fertigkeiten, Träumen usw. zu tun haben und für die sie günstigstenfalls ordentlich Kohle einfährt, ansonsten… na ja.

(… „Ich habe einen Plan!“„Mensch, Egon – mächtig gewaltig!“… äh… – Olsenbande, gnihi…)

Das ist ja nicht nur eine Binsenweisheit; zudem liegt hier eine Ursache für K.’s Unzufriedenheit, Ratlosigkeit, Rastlosigkeit, Heimatlosigkeit usw. usf., indem K. nämlich immer im eben oben angedeuteten Sinn sozusagen Kunst leben wollte. Das persönlichkeitsspezifisch Tragikomische ist auch in diesem Kontext, dass K. sich dessen nie wirklich bewusst geworden ist, obwohl er gern und viel mündlich und schriftlich redet; eine wahrlich sonderbar paradoxe Dialektik wieder bei dem Typen.

Hat das jemand verstanden? – Das ist K. doch völlig schnurz und schnuppe!!!

Während des dynamischen in die Tasten Dreschens der bis hierhin präsentierten heutigen Niederschriften bzw. Niedertippen kamen von der dauerhaft kommentierenden virtuellen Diensteinheit (DAUKOVIDI) der Hauptverwaltung Budenzauber (HAUBUZ) per Mentalfunk unter anderem folgende höchst neue und zutiefst originelle Rückmeldungen: ‚Huhu?!‘, ‚Der is‘ nur bei sich selbst!‘, ‚Einfacher Arbeiter!‘, ‚Dichtitt doch nich!‘, ‚Wende verpennt!‘ (der Stasi schreibt wieder seine Berichte), ‚Verrecke, Clown Dolly!‘, ‚Verräter!‘

(… fällt jemandem was auf… korrekt – immer sind einige der „Hallus“ inhaltlich zutreffend… komische „Symptome“… oder hatte K. das schon erwähnt… aharhar, lustich…)

(… „Haldol! Haldol! Haldol! Tut Ossi-Kossi gar ni-hicht wohl!“… es muss aber keiner „Shit!“ munkeln… äh – mit schunkeln…)

K. hat, Überraschung, Ohropax in den, Überraschung, Ohren, denn dies erhöht, wir berichteten, seit Jahrzehnten seine Wohnqualität deutlich. Zudem, um auch das zu wiederholen, sind diese „Hallus“ nicht so laut, als würde jemand im Raum sprechen, sondern es handelt sich um eine Art verächtliche Zurufe aus der Ferne bis hin zu einer Art Brabbeln ein paar Räume oder Etagen weiter oder auf der Straße. Dieses Phänomen macht K. besonders misstrauisch, weil es ihn unter anderem an den Chor im antiken Drama erinnert, der im Hintergrund in gewissem Sinne „brabbelnd“ die Handlung des Dramas zu kommentieren und oft zusammenzufassen pflegte.

K. wird nicht müde zu wiederholen, dass er nicht spinnt, simuliert, psychotisch ist usw.; er wiederholt des Weiteren, dass sich da welche echt was haben einfallen lassen, vor denen er den Hut zieht, und er hat ja jetzt tatsächlich einen, gnihi.

***

Vor einigen Tagen aber musste K. ohne Ironie mit leichtem Entsetzen feststellen, dass der Macher der Serie „Syberia“, der alle diese im mehrfachen Sinne phantastischen Szenen, siehe oben, mit der Hand gezeichnet hat, bereits vor einigen Monden ins ewige Studio abberufen wurde. Es ist zum ruckartigen Umkehren der Transportrichtung der Speiseröhrenperistaltik! Jetzt versteht K. auch die Headlines einiger weiterer diese Spiele besprechenden User auf YouTube, denn „Syberia:The World Before“ ist das Vermächtnis Sokals, es kommt nichts mehr, shit.

Ist das jetzt in, dass Game-Heldinnen Frauen lieben? Ellie hat das auch bereits getan, und K. war sauer, weil er wieder eine imaginäre Partnerin (IMAPA) weniger hatte, *hüstel*. – Ja ja, K. ist homophob! Scheiß Macho! – So ’n Quatsch! K. neigt deutlich zum Lesbischen, wie seine Ex-Ex, also die vor der Ex von K. partnerschaftlich kontaktierte Leid-, Streit- und Zeitgenossin, bestätigen könnte, aber es fragt sie ja keiner. K. lässt echt nichts aus, aber es kommt auch nichts dabei raus. Öhm… – lassen wir das!

***

Konzertangebote auch für Leerkräfte kleiner Geldbeutel… – Im nächsten Leben wird K. auf keinen Fall wieder Spießer, des seiest Du gewiss, herbe Dame Welt!

* Zum wiederholtem Male sieht sich K., im Unbewussten, als Privatsekretärin von von Bismarck; wir bitten neuerlich um Verständnis und gegebenenfalls die Hinzuziehung kraftvoller Fachkräfte.

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