(… Herr K. fühlt sich wahrgenommen… )

Quelle.

Wann aber hat K. angefangen, mit Verlaub, jeden Furz sofort zu pathologisieren und zu psychiatrisieren? – Immerhin bemerkt er manchmal durchaus, dass etwas mit ihm nicht stimmt, zum Beispiel, wenn er sich bei der Wand entschuldigt, an der er sich den Kopf gestoßen hat…

Har har. – Und dann könnte K. eigentlich sagen bzw. schreiben, was immer er wollte, denn was soll ihm schon geschehen? Wenn er, als extreme Variante, in den Knast kommen würde, wäre das die denkbar deckungsgleiche Übereinstimmung von inneren und äußeren Faktoren, was K. schon gar nicht mehr versucht, jemandem zu erklären; das eigentliche Gefängnis sind die eigenen neurostrukturellen Muster, auf die man in der Prägungsphase konditioniert wurde und von denen K. einige erst in seinem sechsten Lebensjahrzehnt überhaupt wahrzunehmen vermochte, denn er ist von Natur aus frühreif, *hüstel*.

Trotzdem ist K. gebeutelt von Dutzenden Ängsten und Zwängen bis hin zu fixen Ideen dicht an Wahnideen; das ist die „Unterdrückung“, nicht die vierfache Verhartzung usw; K. wird, und dies zu seiner eigenen Überraschung, nicht müde, diese These bzw. „These“ zu wiederholen.

K. ist wieder einmal, meine Güte, wie poetisch, in diesen Themenkreis getrieben, als er zufällig diesen Artikel gefunden hat… äh… – und gelesen.* Wie fing K. da an, sozusagen innerlich zu schlottern! ‚Ist dieses Posting‘, so fragte es in ihm, ‚eigentlich noch Chuzpe oder schon offiziell virtuell grenzkriminell?‘ Außerdem natürlich hat sich K. wieder einmal tierisch gefreut, dass er nur ein kleiner durchgeknallter Spießer ist, hähä; garstige Hobbitse, garstige Hobbitse

Es wird immer schlimmer, scheint es K.; allein, dieses immer häufiger zu findende sich nach allen Seiten absichern Wollen bei der geringsten Laut-und Lebensäußerung kommt ihm unwohlbekannt vorn, aus der DaDaeR

Wie nun aber das? K. scheint, und er muss wieder mit seinem Züchoscheiß anfangen, furchtbar, dass dieser Hang zur übermäßigen Absicherung nicht nur mit immer mehr schwindenden Sicherheiten auf allen Ebenen dieser unserer dynamischen Postmoderne zu tun haben könnte, sondern auch oder gar zuvörderst resultieren aus den massenhaften Traumatisierungen im XX. Jahrhundert.

So weit der Klugschiss to go aus der Unterschicht zum besonderen Tage des Gedenkens an ein Schlüsselerlebnis des Jeschua aus Nazareth! Dennoch und erst recht nochmals die Anmerkung, dass gerade K. doch eigentlich schriftlich schnattern könnte, wie ihm der virtuelle Schnabel gewachsen ist, aber – siehe eben oben…

* Hier sieht sich der Klient neuerlich, im Unbewussten, als Chefkolumnistin eines LeidLeitmediums; wir bitten um Verständnis sowie gegebenenfalls die Hinzuziehung kraftvoller Fachkräfte.

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4 Antworten zu (… Herr K. fühlt sich wahrgenommen… )

  1. Herr Ösi sagt:

    Die zweiten Vierzig sind aber auch nicht ohne!

    Man muss sie erst mal schaffen… chchch

    • Herr Koske sagt:

      Das is‘ alles nur Probe! Im nächsten Leben werde ich auf keinen Fall wieder Spießer, des seiest Du gewiss!!!

      • Herr Ösi sagt:

        Die Krux ist, der Wille, alles anders, alles besser zu machen…

        (… wenn wir das nur nicht vergessen haben, wenn’s soweit ist…)

        • Herr Koske sagt:

          … mir fällt immer Woody Allen ein (das „darf“ man ja auch wieder gerade nicht sagen)… ich habe keine Angst vor dem Tod, ich möchte nur nicht dabei sein… sinngemäß, fast wörtlich… und diese, wie poetisch, Kluft zwischen längst erreichter Einsicht und ihrer sozusagen praktischen Umsetzung beschäftigt mich ja auch gerade; wenn es Strittmatter, Hesse und Alice Miller „so geht“, was soll ich „Würschtl“ (O-Ton vox populi) dann mit mir anfangen… heule, heule, heule, Opa hat ’ne Beule…

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