(… sieht momentan nicht nach Frühlingsfest aus…)

„Miesepeter, Miesepeter, buuuh!“* – Das Bild zeigt in der Tat die Sonderfreifläche Theresienwiese, und der kursivierte Begriff ist keineswegs eine launige Erfindung des missgelaunten K., sondern die offizielle Bezeichnung. Herr K. hat dieses Bild aus dem, yeah, Stream einer etwa auf Höhe der Bavariastatue 24/7 filmenden Webcam sozusagen entnommen und sieht nun seiner Ausweisung aus dem Siedlungsgebiet der trefflichen Bajuwaren durchaus gefasst entgegen.

Aber hier noch in aller Schnelle und mangelnder Tiefe die vielleicht nicht freudvolle, aber Freudvolle Fehlleistung des Tages: „Bavariastatur“. Mit diesem Verschreiber jedoch dokumentiert K. anschaulich, dass er im Unbewussten die Richtigkeit solcher Aussagen begriffen hat wie der, dass er richtig was zum Anlangen bräuchte, nicht immer seine Nymphchen und Elfchen; eine Aussage, die, wir berichteten, nicht etwa von machistischen Thekenhelden getroffen wurde, sondern von Mitgliederinnen des Freudeskreises Anna Lyse, und ist denn der Fortschritt in der Tat nicht aufzuhalten.

***

Heute aber hat die Weltgeistin wieder einmal Dr. Gysi in Herrn K.’s Prüfungsträumen erscheinen lassen. G. saß an einem Tisch vor einem Café, was momentan unrealistisch erscheinen muss, siehe Bild, und neben K. bremste ein Wagen der Oberklasse, etwa ein Maserati, der K. schon im Traum an „Ziemlich beste Freunde“ denken ließ, gnihi, in dem diese Leute saßen, die stolz darauf zu sein scheinen, ihre Defizite durch Prunk und Protz überdröhnen zu dürfen, und die denn auch eine dieser Kameras auf Dr. G. richteten, bei denen allein das meterlange Objektiv eine Kapitalanlage sein dürfte.

Schon im Traum war K. klar, worin hier die „Prüfung“ bestand, zumal Dr. G. mimisch deutlich signalisierte, dass er in Ruhe gelassen werden wollte. Allerdings fiel das K. erst ein, was jedermann überraschen muss, als er einige Meter weiter war und die Prüfung eigentlich vorbei, demnach er wieder das Phänomen der Treppwörter erlebte, die Einem erst hinterher einfallen, wenn die Situation vorbei ist, quasi auf der Treppe.

Kurzum, nichts Neues in Koskanien; ewig murmeln Bataillone von Murmeltieren. „Sieht aus wie ’n Direktor, bloß druff hatta nüscht!“, O-Ton unsere sozialistischen Menschen bereits 1983; war nich‘ alles schlecht

So weit das Wort zum Sonntag aus der Unterschicht!

(Setzt Alu-Hut auf. Zieht sich in seine Depression zurück. Abhang Vorhang. Minutenlanges stürmisches Schweigen. Die Delegierten erheben sich unter Hochrufen von den Plätzen und schrauben die Sitzbänke ab.*)

PS: Im Übrigen ist K. der Meinung, dass Gospodin Putin in die Spülküche gehört.

* Nunmehr phantasiert der Klient nicht mehr nur imaginäre Freunde, wie etwa den großen imaginären Führungsoffizier (GIF), sondern ganze Gruppen, ja, Großgruppen; dieses prekäre Phänomen ist störungsspezifisch, kann jedoch auch hier, da es nicht zu aggressiv-destruktivem Ausagieren zu führen scheint, ohne weitere Interventionen vernachlässigt werden; verständigen Sie bei Bedarf kraftvolle Fachkräftinnen und Fachkräfte wie etwa Nachtschwestern, rothaarig angenehm.

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1 Antwort zu (… sieht momentan nicht nach Frühlingsfest aus…)

  1. Herr Ösi sagt:

    Die Sonderfreifläche böte sich als UFO Landeplatz geradezu an… chchch

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