(… dass Prof. von Bülow das nicht mehr erleben durfte…)

Quelle.

Nein, das mit dem „Prof. von Bülow“ ist nicht arrogant; K. hat das Thema schon mehrfach erörtert, und er will jetzt gar nicht wiederholen, dass er sich sowohl störungsspezifisch als auch altersbedingt des Öfteren wiederholt, *hüstel*.

Loriot ist einer der wenigen, die es geschafft haben, wie K. nicht müde wird zu bewundern. – Was „geschafft“?

K. hat auch in seinem Büchlein diese Aussage eines Regisseurs im Vorwort zum Buch eines befreundeten Malers und Schriftstellers zitiert*, dass es, sinngemäß, im Grunde zwei Arten von Künstlern gäbe; die, die sich mit einer gewaltigen Kraftanstrengung von allen Einengungen oder gar Behinderungen ihrer frühen Prägungen losreißen und dann gleichsam jeden Tag neue Provinzen erobern würden, und dann die Anderen, die froh wären, mit 50 die Zimmer ihrer Kindheit malen oder beschreiben zu können. Wie gesagt, sinngemäß, aber es wird wohl deutlich, was uns der verhinderte Dichter K. sagen will.

Loriot war der Sohn eines Offiziers, wie etwa auch Jim Morrison oder Wladimir Wyssotzki, die beide in der Produktion überragender Kunstwerke sozusagen runter gebrannt sind, und unter anderem, wie der arrogante K. anzumerken sich nicht enthalten zu können scheint, weil sie in relativ rigiden Milieus aufgewachsen sind und nicht wirklich oder nicht ganz im Sinn des eben oben zitierten Beschreibungsversuchs von Künstlertum ins Freie gekommen scheinen.

Loriot hat das geschafft, aber… Er hatte trotzdem zumindest Anwandlungen von Schuldgefühlen, sich äußernd etwa in der selbstironischen Anmerkung, seine Tätigkeit als Dozent an der ehemaligen HdK und heutigen Udk wäre die einzige richtige Festanstellung seines Lebens gewesen. Deshalb diese scheinbar anmaßende Titulierung Loriots als „Professor von Bülow“.

Zudem ist es ihm gelungen, seiner frühen Prägung entsprechende Konditionierungen für alle gewinnbringend „umzudeuten“ und gar praktisch umzusetzen; siehe etwa sein legendärer Perfektionszwang beim Inszenieren von Filmen, bei dem man, Klischee hin, Klischee her, durchaus an preußische Polizeioffiziere denken könnte.

***

Das ist sehr durchsichtig, nicht wahr?! Herr K. ist überaus leicht zu durchschauen, sogar von sich selbst. Er will einfach nicht einsehen, dass er den größten Anteil an seinem Status als Schlemihl und Luftmensch hat und schiebt stattdessen alles auf die neurostrukturelle Prägung; kurzum, schon wieder Klischeealarm, die Eltern sind schuld, die Stasi und Erich. Usw. Oder?

(… es handelt sich, siehe oben, um ambivalente Drittgenerationsprogrammierung der in einer permanenten Übergangsphase befindlichen integrierten Identifikationsstruktur…)

Allein, schon des Öfteren wurde K. von der Frage bedrängt, ob das, was man als sozusagen Zweitdiagnose „Depression“ bei ihm festgestellt zu haben glaubt, nicht vielmehr eine adäquate Reaktion auf dieses Leben wäre.

So weit der heutige Klugschiss to go aus der Unterschicht…

PS: Bla.

* Diese Aussage wurde getroffen, wenn K. recht belichtet ist, was, wir berichteten, hin und wieder der Fall zu sein scheint, von dem Regisseur und Schriftsteller Günther Rücker im Vorwort eines Buches des Malers und Schriftstellers Karl Hermann Roehricht.

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